Jouyet: „Bürger werden gegen Diktatur der Finanzmärke revoltieren“

Für die Franzosen ist der Verlust des Triple A eine Kriegserklärung - auch wenn sie versuchen, das Thema nach außen nicht hochzukochen. Schon vor dem Downgrade hatte der Leiter des Französischen Finanzmarktaufsicht AMF, Pierre Jouyet, die Finanzmärkte hefig attackiert: Der Verlust des Triple A für Frankreich wäre das finanzpolitische „Stalingrad“ für den Euro. Er erwartet eine Revolution der Bürger gegen die Finanzmärkte.

In einem Interview mit der französischen Zeitschrift Journal du Dimanche vor Weihnachten kritisierte Jean-Pierre Jouyet, Leiter der französischen Finanzmarktaufsicht AMF, die Macht der Finanzmärkte. Diese hätten im Falle von Italien „Druck auf das demokratische Spiel ausgeübt“. Das führte dazu, dass Silvio Berlusconi die Kontrolle über die Lage in seinem Land verlor.

Noch sei es in Frankreich nicht so weit. Die Finanzmärkte hätten Nicolas Sarkozy noch nicht aufgegeben. Aber nachdem in Italien die dritte Regierung eines europäischen Landes von den Finanzmärkten gestürzt worden sei, müsse man mit revolutionären Zeiten rechnen. Jouyet wörtlich: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Bürger (citoyens) gegen diese faktische Diktatur revoltieren werden. Wir beobachten, dass Griechenland einen Zentral-Banker zum Premierminister gemacht hat und Italien im Begriff ist, einen ehemaligen EU-Kommissar und Mann von Goldman Sachs zu installieren.“ (mehr zur globalen Goldman-Connection hier)

Jouyet sieht außerdem einen Krieg der Währungen zwischen dem US-Dollar und dem Euro. In diesem Kontext sei auch die „Panne“ zu werten, mit der die Ratingagentur Standard & Poor’s Frankreich im November 2011 für anderthalb Stunden als „Downgrade“ geführt hatte. In diesem Währungskrieg werde mit allen Mitteln gekämpft. Jouyet vergleicht die Lage mit einem „großem patriotischen Krieg“, in dem der Verlust des Triple A das „finanzpolitische Stalingrad“ wäre. Den Kriegsteilnehmern sei klar, „dass eine Herabstufung Frankreichs die Garantie-Mechanismen der Eurozone gefährden würde“, so Jouyet.

Im Krieg der Währungen stehen sich nach Jouyets Ansicht zwei nicht gleichwertige Feinde gegenüber: Während die Amerikaner den Dollar mit absoluter Geschlossenheit verteidigen, streiten die Europäer über die eigene Währung. Die EU-Kommission spreche zu wenig mit den nationalen Haushaltsausschüssen. Daher sei es nicht verwunderlich, wenn Investoren sich von Europa abwenden.

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Kommentare

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  1. Meckerziege sagt:

    Öhöm

    Hallo Redaktion,

    „filzt“ da mal alle doppelt, drei-, vier- und fünffach gleichen Beiträge raus

    Danke

    • redakteur sagt:

      Wir arbeiten dran, geben aber der aktuellen Berichterstattung Vorrang. Danke für Ihr Verständnis! Die Redaktion

  2. Gast sagt:

    warum steht da alles so oft wiederholt? Das ist ja furchtbar zu lesen!!!!!!!!

  3. klimperkasten sagt:

    @redaktion

    Uups, was ist denn hier passiert? Der alte Thread vom November und alle Kommentare doppelt und dreifach?

    • redakteur sagt:

      Wir sind dran, geben aber der aktuellen Berichterstattung Vorrang. Danke für Ihr Verständnis! Die Redaktion

  4. Karl Heinz sagt:

    @ Redaktion

    Nehmt mal diesen Uraltartikel raus – da stimmt was nicht.

    • redakteur sagt:

      Machen wir, wir geben aber der aktuellen Berichterstattung Vorrang. Danke für Ihr Verständnis! Die Redaktion