Spaniens Ärzte fürchten Zusammenbruch des Gesundheitssystems

Das Gesundheitswesen in Spanien steht auf der Kippe. Der neue Sparkurs erhöht den Druck enorm. Viele Praxen mussten bereits schließen. In dieser Woche gibt es Massenproteste auf den Straßen.

Hunderte Kranke, Ärzte in weißen Kitteln und Mitarbeiter des Gesundheitswesens sorgten am Dienstag und Mittwoch für leere Krankenhäuser und dafür volle Straßen in Barcelona. Mit lauten Protestrufen und knallenden Feuerwerkskörpern machten sie ihrem Unmut über die Kürzungen im Gesundheitswesen Luft.

„Keine Kürzungen! Ich will leben, verkürzt nicht mein Leben“ schallte es die vergangenen zwei Tage durch die mit Demonstranten gefüllten Straßen Barcelonas. Über 600 Ärzte und auch Kranke, die sich sogar mit Sauerstoffmasken aufrappelten, legten den Verkehr rund um das Vall d´Hebron Krankenhaus lahm.

Um die Löcher in der Haushaltskasse Spaniens zu stopfen (denn Spanien droht eine Staatspleite – mehr dazu), setzt die Zentralregierung viele autonome Regionen wie Katalonien mit Einsparungsmaßnahmen in den Bereichen Bildung und Gesundheitswesen unter Druck. „Die Einschnitte sind schon jetzt zu spüren“ so der Allgemeinmediziner Almudena Plaza, der das Aufschieben von Operationen, das Wachsen von Wartelisten und die Schließung vieler Praxen beklagt. Albert Thomas, Präsident der Gesundheitsgewerkschaft MC erklärt, dass zehn Prozent der regionalen Gesundheitsbehörden – das entspricht rund einer Milliarde Euro – eingespart werden sollen. Das kommt einem Zusammenbruch des spanischen Gesundheitssystems gleich.

Der neue Sparkurs der Regierung hat bereits in weiten Teilen des Landes für Unruhen gesorgt (ähnliche Protestaktionen sind auch in Griechenland zu beobachten – mehr dazu). So haben ebenso in Madrid Hunderte frustrierte Demonstranten gegen die Privatisierung der öffentlichen Dienste, die hohe Arbeitslosigkeit und Korruption im Land protestiert.

Die Mehrheit der Spanier wirft dem Ministerpräsidenten Jose Luis Rodriquez Zapatero nicht nur eine chaotische Wirtschaftspolitik vor, sondern macht ihn aufgrund seiner zaghaften Reaktion auf die Krise für die Zuspitzung der Situation im Land verantwortlich. So scheint gewiss, dass mit der bevorstehenden Parlamentswahl am kommenden Sonntag die achtjährige Amtszeit der Spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) endet und der Startschuss für die rechts-konservative Partido Popular (PP) gegeben wird. „Ein Wechsel, ob gut oder schlecht, ist unausweichlich“ so Fermin Bouza, Professor für Soziologie an der Universidad Complutense de Madrid. Dennoch bezweifelt er, dass die orthodoxe PP unter Mariano Rajoy die richtige Wahl sei, um Spanien aus der Krise zu führen.

Auch wenn der Sieg des bisherigen Oppositionsführers Mariano Rajoy nur noch reine Formsache ist, dürfen sich kleine Parteien wie die postkommunistische Vereinigte Linke, die liberale Partei UpyD sowie die neu entstandene grüne Equo weiter Hoffnung machen, denn 21 Prozent der Wähler haben sich laut einer Wahlumfrage des Meinungsforschungs-Instituts Metroscopia noch nicht entschieden.

 

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Kommentare

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  1. schlaumeister sagt:

    Ähnliches dürfte bei uns auch kommen. In F ist das Gesundheitswesen auch total
    defizitär, gespart wird überall erst nach dem Crash, dann aber brutal. Vorher er-
    höht man das Einkommen der Ärzte noch schnell, wie bei und ab 2012 das der
    Zahnärzte. Weiterer Kommentar ist überflüssig.

  2. schlaumeister sagt:

    Ähnliches dürfte bei uns auch kommen. In F ist das Gesundheitswesen auch total
    defizitär, gespart wird überall erst nach dem Crash, dann aber brutal. Vorher er-
    höht man das Einkommen der Ärzte noch schnell, wie bei und ab 2012 das der
    Zahnärzte. Weiterer Kommentar ist überflüssig.

  3. schlaumeister sagt:

    Ähnliches dürfte bei uns auch kommen. In F ist das Gesundheitswesen auch total
    defizitär, gespart wird überall erst nach dem Crash, dann aber brutal. Vorher er-
    höht man das Einkommen der Ärzte noch schnell, wie bei und ab 2012 das der
    Zahnärzte. Weiterer Kommentar ist überflüssig.

  4. schlaumeister sagt:

    Ähnliches dürfte bei uns auch kommen. In F ist das Gesundheitswesen auch total
    defizitär, gespart wird überall erst nach dem Crash, dann aber brutal. Vorher er-
    höht man das Einkommen der Ärzte noch schnell, wie bei und ab 2012 das der
    Zahnärzte. Weiterer Kommentar ist überflüssig.

  5. schlaumeister sagt:

    Ähnliches dürfte bei uns auch kommen. In F ist das Gesundheitswesen auch total
    defizitär, gespart wird überall erst nach dem Crash, dann aber brutal. Vorher er-
    höht man das Einkommen der Ärzte noch schnell, wie bei und ab 2012 das der
    Zahnärzte. Weiterer Kommentar ist überflüssig.

  6. Rumpelstilz sagt:

    In Spanien gibt es inzwischen 17 Automomien. Madrid kassiert die Beiträge der Versicherten und verteilt diese plus einem Anteil der Steuereinahmen an die Autonomien und zwar nach Einwohnern aufgeteilt. Die Autonomien können dieses Geld selbständig ausgeben für die Gesundheitsfürsorge.

    Das fatale an der Situation ist folgendes:
    Jeder Nichtbeitragszahler – egal ob Spanier oder Ausländer – muss sich nur in einer Bürgermeisterei anmelden und schon kann er sich gratis behandeln lassen. Und das wird reichlich ausgenutzt. Viele Südamerikaner, Europäer und Leute aus anderen Gegenden kommen nach Spanien und lassen aufwendige Operationen durchführen. (Herz, Knochen etc.)

    Kein Wunder, dass das System pleite ist.

    • Lotus sagt:

      Was soll das heißen? Etwa, daß in Bürgermeistereien genug Gelder da sind und die eigenen Bürger dieses nicht wissen? Was ist das für eine Logik? Warum gehen dann Tausende auf die Straße?

      • Rumpelstilz sagt:

        Jeder, der sich bei einer Bürgermeisterei anmeldet als Bewohner des Ortes, bekommt die Gesundheitskarte und kann sich behandeln lassen, egal ob er eingezahlt hat oder nicht.

        Die Leute demonstrieren, weil nun das Geld alle ist und man die Ausgaben beschneiden muss. Wo halt nichts mehr da ist zum verteilen muss man kürzen und das betrifft auch die Beitragszahler.
        Anscheinend dachten die Leute, dass Geld fällt vom Himmel oder es kommt aus dem Bankautomat.

  7. Rumpelstilz sagt:

    In Spanien gibt es inzwischen 17 Automomien. Madrid kassiert die Beiträge der Versicherten und verteilt diese plus einem Anteil der Steuereinahmen an die Autonomien und zwar nach Einwohnern aufgeteilt. Die Autonomien können dieses Geld selbständig ausgeben für die Gesundheitsfürsorge.

    Das fatale an der Situation ist folgendes:
    Jeder Nichtbeitragszahler – egal ob Spanier oder Ausländer – muss sich nur in einer Bürgermeisterei anmelden und schon kann er sich gratis behandeln lassen. Und das wird reichlich ausgenutzt. Viele Südamerikaner, Europäer und Leute aus anderen Gegenden kommen nach Spanien und lassen aufwendige Operationen durchführen. (Herz, Knochen etc.)

    Kein Wunder, dass das System pleite ist.

    • Lotus sagt:

      Was soll das heißen? Etwa, daß in Bürgermeistereien genug Gelder da sind und die eigenen Bürger dieses nicht wissen? Was ist das für eine Logik? Warum gehen dann Tausende auf die Straße?

      • Rumpelstilz sagt:

        Jeder, der sich bei einer Bürgermeisterei anmeldet als Bewohner des Ortes, bekommt die Gesundheitskarte und kann sich behandeln lassen, egal ob er eingezahlt hat oder nicht.

        Die Leute demonstrieren, weil nun das Geld alle ist und man die Ausgaben beschneiden muss. Wo halt nichts mehr da ist zum verteilen muss man kürzen und das betrifft auch die Beitragszahler.
        Anscheinend dachten die Leute, dass Geld fällt vom Himmel oder es kommt aus dem Bankautomat.

  8. Rumpelstilz sagt:

    In Spanien gibt es inzwischen 17 Automomien. Madrid kassiert die Beiträge der Versicherten und verteilt diese plus einem Anteil der Steuereinahmen an die Autonomien und zwar nach Einwohnern aufgeteilt. Die Autonomien können dieses Geld selbständig ausgeben für die Gesundheitsfürsorge.

    Das fatale an der Situation ist folgendes:
    Jeder Nichtbeitragszahler – egal ob Spanier oder Ausländer – muss sich nur in einer Bürgermeisterei anmelden und schon kann er sich gratis behandeln lassen. Und das wird reichlich ausgenutzt. Viele Südamerikaner, Europäer und Leute aus anderen Gegenden kommen nach Spanien und lassen aufwendige Operationen durchführen. (Herz, Knochen etc.)

    Kein Wunder, dass das System pleite ist.

    • Lotus sagt:

      Was soll das heißen? Etwa, daß in Bürgermeistereien genug Gelder da sind und die eigenen Bürger dieses nicht wissen? Was ist das für eine Logik? Warum gehen dann Tausende auf die Straße?

      • Rumpelstilz sagt:

        Jeder, der sich bei einer Bürgermeisterei anmeldet als Bewohner des Ortes, bekommt die Gesundheitskarte und kann sich behandeln lassen, egal ob er eingezahlt hat oder nicht.

        Die Leute demonstrieren, weil nun das Geld alle ist und man die Ausgaben beschneiden muss. Wo halt nichts mehr da ist zum verteilen muss man kürzen und das betrifft auch die Beitragszahler.
        Anscheinend dachten die Leute, dass Geld fällt vom Himmel oder es kommt aus dem Bankautomat.

  9. Rumpelstilz sagt:

    In Spanien gibt es inzwischen 17 Automomien. Madrid kassiert die Beiträge der Versicherten und verteilt diese plus einem Anteil der Steuereinahmen an die Autonomien und zwar nach Einwohnern aufgeteilt. Die Autonomien können dieses Geld selbständig ausgeben für die Gesundheitsfürsorge.

    Das fatale an der Situation ist folgendes:
    Jeder Nichtbeitragszahler – egal ob Spanier oder Ausländer – muss sich nur in einer Bürgermeisterei anmelden und schon kann er sich gratis behandeln lassen. Und das wird reichlich ausgenutzt. Viele Südamerikaner, Europäer und Leute aus anderen Gegenden kommen nach Spanien und lassen aufwendige Operationen durchführen. (Herz, Knochen etc.)

    Kein Wunder, dass das System pleite ist.

    • Lotus sagt:

      Was soll das heißen? Etwa, daß in Bürgermeistereien genug Gelder da sind und die eigenen Bürger dieses nicht wissen? Was ist das für eine Logik? Warum gehen dann Tausende auf die Straße?

      • Rumpelstilz sagt:

        Jeder, der sich bei einer Bürgermeisterei anmeldet als Bewohner des Ortes, bekommt die Gesundheitskarte und kann sich behandeln lassen, egal ob er eingezahlt hat oder nicht.

        Die Leute demonstrieren, weil nun das Geld alle ist und man die Ausgaben beschneiden muss. Wo halt nichts mehr da ist zum verteilen muss man kürzen und das betrifft auch die Beitragszahler.
        Anscheinend dachten die Leute, dass Geld fällt vom Himmel oder es kommt aus dem Bankautomat.

  10. Rumpelstilz sagt:

    In Spanien gibt es inzwischen 17 Automomien. Madrid kassiert die Beiträge der Versicherten und verteilt diese plus einem Anteil der Steuereinahmen an die Autonomien und zwar nach Einwohnern aufgeteilt. Die Autonomien können dieses Geld selbständig ausgeben für die Gesundheitsfürsorge.

    Das fatale an der Situation ist folgendes:
    Jeder Nichtbeitragszahler – egal ob Spanier oder Ausländer – muss sich nur in einer Bürgermeisterei anmelden und schon kann er sich gratis behandeln lassen. Und das wird reichlich ausgenutzt. Viele Südamerikaner, Europäer und Leute aus anderen Gegenden kommen nach Spanien und lassen aufwendige Operationen durchführen. (Herz, Knochen etc.)

    Kein Wunder, dass das System pleite ist.

    • Lotus sagt:

      Was soll das heißen? Etwa, daß in Bürgermeistereien genug Gelder da sind und die eigenen Bürger dieses nicht wissen? Was ist das für eine Logik? Warum gehen dann Tausende auf die Straße?

      • Rumpelstilz sagt:

        Jeder, der sich bei einer Bürgermeisterei anmeldet als Bewohner des Ortes, bekommt die Gesundheitskarte und kann sich behandeln lassen, egal ob er eingezahlt hat oder nicht.

        Die Leute demonstrieren, weil nun das Geld alle ist und man die Ausgaben beschneiden muss. Wo halt nichts mehr da ist zum verteilen muss man kürzen und das betrifft auch die Beitragszahler.
        Anscheinend dachten die Leute, dass Geld fällt vom Himmel oder es kommt aus dem Bankautomat.