EZB rettet Spanien mit Intervention aus der Todeszone

Gezielte Käufe spanischer Staatsanleihen durch die EZB senken auch heute die Zinssätze für Spanien. In den Augen der derzeitigen spanischen Regierung ist das allerdings nicht genug.

Gestern erreichten die spanischen Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren kurzzeitig einen Höchstzinssatz von 7,088 Prozent (mehr hier). Ein Niveau, das auch griechische Staatsanleihen mit derselben Frist erreichten, kurz bevor sie gerettet werden mussten. Auch heute stiegen die Zinssätze für die 10-Jahres-Anleihen Spaniens zunächst auf 6,78 Prozent und fielen anschließend auf 6,44 Prozent. Mittlerweile liegen sie bei 6,77 Prozent. Wie vor zwei Tagen zuvor hat die EZB durch den Kauf von spanischen Staatsanleihen am Zweitmarkt eingegriffen (mehr hier).

Das Einschreiten der EZB vor einem Tag hatte auch zur Folge, dass die Risikoprämie, die kurzzeitig bei 499 Basispunkten lag, wieder auf 459 abfiel. Eine Risikoprämie von über 500 Punkten bringe Spanien „an den Rand des Abgrunds“, sagte Arturo Fernández, stellvertretender Vorsitzender der spanischen Vereinigung für Wirtschaftsverbände (CEOE). Zinsen auf diesem Niveau seien nicht tragbar, auch wenn Spanien sich in einer besseren Position als Griechenland und Portugal befände.

„Der Sinn der Märkte für den Euro ist beschädigt und sie attackieren ihn teilweise an seinen schwächsten Flanken”, sagte Santiago Sánchez Guíu von der Carlos III Universität in Madrid der Nachrichtenagentur Reuters. Auch Richard McGuire sieht die Schuld für die derzeitig aus allen Ufern laufenden Zinsen nicht nur bei den Ländern selbst. „Die Krise ist getrieben von systemischen Ursachen und bis die systemische Schwäche ausgemacht ist, werden alle europäischen Staatsanleihen, abgesehen von deutschen, weiter unter Druck gesetzt werden“, sagte er Bloomberg. Ähnlich sieht es die spanische Wirtschaftsministerin Elena Salgado. Sie ist der Meinung, die Krise sollte durch die EU gelöst werden, da die Schulden von 12 der 17 Mitgliedsländer der Euro-Zone den systemischen Attacken des Marktes unterworfen sind. So hat nun der scheidende, spanische Premierminister José Luis Rodríguez Zapatero die EZB und den Rat der Europäischen Union dazu aufgerufen, eine Lösung zu finden. Es sei die Pflicht Europas „die Zepter in die Hand zu nehmen und nicht die von zwei oder drei Regierungen“.

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Kommentare

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  1. Andreas sagt:

    Die Party ist dann vorbei, wenn nicht nur 1 Bio. € für EFSF, ESM und Co. verpfändet sind, sondern alle deutschen Sparguthaben. Insgesamt also etwa 4,5 Bio €, davon sind noch 3,5 Bio. in der Waagschale.
    Das einzige, was DE am Finanzmarkt trotz der immensen Staatsschulden ,,anders“ aussehen lässt als Spanien und Griechenland sind die Industrie/Mittelstand und die enormen Ersparnisse der Bürger.

  2. Andreas sagt:

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  3. Andreas sagt:

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  4. Andreas sagt:

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  5. Andreas sagt:

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    Das einzige, was DE am Finanzmarkt trotz der immensen Staatsschulden ,,anders“ aussehen lässt als Spanien und Griechenland sind die Industrie/Mittelstand und die enormen Ersparnisse der Bürger.