Investoren verlieren Glauben an deutsche Staatsanleihen

Asiatische Investoren ziehen sich mehr und mehr aus dem europäischen Staatsschuldenmarkt zurück. Auch deutsche Staatsanleihen sind mittlerweile betroffen. Das starke Engagement der Deutschen in der Schuldenkrise sehen die Investoren vor allem als wachsendes Risiko, falls es tatsächlich zu einem Zusammenbruch der Euro-Zone kommen sollte.

Bisher galten die deutschen Staatsanleihen für Investoren als sicherer Hafen, doch das Blatt wendet sich. Japanische Investoren haben beispielsweise ihre australischen Staatsanleihen erhöht und in der Zeit zwischen Januar bis September ihre Bestände von deutschen und französischen Staatsanleihen um eineinhalb Billionen Yen gekürzt. „Japanischen und asiatische Investoren schauen das erste Mal auf das Europa-Projekt und sagen ‚Das was ich sehe, mag ich überhaupt nicht‘ und fliehen aus der ganzen Region“, sagt Andreas Roberts von der Royal Bank of Scotland (den europäischen Banken geht schon das Geld aus – mehr hier). Er ist überzeugt, der Ausstieg Asiens markiere einen gefährlichen Wendepunkt. „Bis vor Kurzem tendierten die Investoren, wenn sie italienische Staatsanleihen verkauft haben, noch dazu, durch Käufe von anderen Staatsanleihen in der Euro-Zone wieder ins Gleichgewicht zu kommen“, erklärt Hans Redeker, Währungschef bei Morgan Stanley. „Aber jetzt scheinen sie ihr Geld komplett aus der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion raus zu nehmen.“ Die Daten des amerikanischen Finanzministeriums zeigten, dass das Geld in US-Staatsanleihen gehe, ergänzt Hans Redeker.

„Die Frage, die sich jeder im Schuldenmarkt stellt, ist, ob es Zeit ist, aus Deutschland rauszugehen“, beschreibt Andreas Roberts die Situation. „Die EZB hat eine Bilanzaufstellung von zwei Billionen Euro. Wenn die Eurozone in den Abgrund rutscht, bleibt nur Deutschland, um das Baby zu retten.“ Die deutschen Anleihen haben im Vergleich zu den anderen Ländern der Euro-Zone sehr geringe Zinsen, aber mit den ständigen Auktionen spanischer und italienischer Staatsanleihen, fiel es bereits schwer, die angepeilte Anzahl der deutschen Anleihen zu erreichen (mehr hier). Auch tendieren die ausländischen Investoren dazu, von den deutschen Staatsanleihen abzulassen und in deutsche Papiere mit einer Laufzeit von nur einem Jahr oder weniger zu investieren. „Das ist ein dramatischer Umschwung“, sagt Simon Derreck von der Bank of New York Mellon. Die Investoren sehen Deutschland nicht mehr auf dieselbe Art wie noch vor sechs Monaten.

Deutschland hat sich bisher massiv in der Rettung der Eurozone engagiert. Sei es mittels Zahlungen an die Zentralbanken der GIPS-Länder zur Bankenrettung von 465 Milliarden Euro, sei es als Garantiegeber für die Anleihekäufe der EZB in Höhe von bisher 180 Milliarden Euro oder auch als Garantiegeber für 211 Milliarden Euro beim EFSF. Bräche die Eurozone zusammen, könnten Deutschlands Schulden auf 120 Prozent des BIP steigen. Auch Gary Jenkins sagt, dass angesichts dieser Zahlen immer wieder die Frage auftaucht, wie lange Deutschland noch ein sicherer Hafen sein kann. „Jedes Worst-Case-Szenario wird wahrscheinlich zumindest eine substantielle Rettung der deutschen Banken nach sich ziehen und die mögliche Garantie für die Schulden der Euro-Zonen-Länder.“

Mehr zum Thema:

Reiche Chinesen flüchten in den Westen

Moody’s stuft zehn deutsche Landesbanken herab

EFSF hat Tripple A am Markt bereits verloren

Kommentare

Dieser Artikel hat 140 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. schlaumeister sagt:

    Die Märkte stimmen ab, Daumen nach unten, Deutschland will alles retten und
    rettet schließlich nicht mal sich selbst, dank den Schießbudenfiguren in Berlin,
    die uns völlig geisteskrank durch EU-Durchhalteparolen in Endlosschleifen
    beschallen. Ja, Zitronenfalter falten wirklich Zitronen, das ist kein Scherz. und
    Italien ischt ja auf einem guten Weg (in den Abgrund).

  2. schlaumeister sagt:

    Die Märkte stimmen ab, Daumen nach unten, Deutschland will alles retten und
    rettet schließlich nicht mal sich selbst, dank den Schießbudenfiguren in Berlin,
    die uns völlig geisteskrank durch EU-Durchhalteparolen in Endlosschleifen
    beschallen. Ja, Zitronenfalter falten wirklich Zitronen, das ist kein Scherz. und
    Italien ischt ja auf einem guten Weg (in den Abgrund).

  3. schlaumeister sagt:

    Die Märkte stimmen ab, Daumen nach unten, Deutschland will alles retten und
    rettet schließlich nicht mal sich selbst, dank den Schießbudenfiguren in Berlin,
    die uns völlig geisteskrank durch EU-Durchhalteparolen in Endlosschleifen
    beschallen. Ja, Zitronenfalter falten wirklich Zitronen, das ist kein Scherz. und
    Italien ischt ja auf einem guten Weg (in den Abgrund).

  4. schlaumeister sagt:

    Die Märkte stimmen ab, Daumen nach unten, Deutschland will alles retten und
    rettet schließlich nicht mal sich selbst, dank den Schießbudenfiguren in Berlin,
    die uns völlig geisteskrank durch EU-Durchhalteparolen in Endlosschleifen
    beschallen. Ja, Zitronenfalter falten wirklich Zitronen, das ist kein Scherz. und
    Italien ischt ja auf einem guten Weg (in den Abgrund).

  5. schlaumeister sagt:

    Die Märkte stimmen ab, Daumen nach unten, Deutschland will alles retten und
    rettet schließlich nicht mal sich selbst, dank den Schießbudenfiguren in Berlin,
    die uns völlig geisteskrank durch EU-Durchhalteparolen in Endlosschleifen
    beschallen. Ja, Zitronenfalter falten wirklich Zitronen, das ist kein Scherz. und
    Italien ischt ja auf einem guten Weg (in den Abgrund).