Österreich: Gefährlicher Cocktail aus Euro- und Osteuropa-Krise

Dunkle Wolken am Wiener Himmel: Die enormen Risiken, die die österreichischen Banken in Osteuropa eingegangen sind, könnten die Republik trotz guter Fundamentaldaten zum Getriebenen der Kapitalmärkte machen. Einen Vorgeschmack haben die Österreicher in der vergangenen Woche schon mal bekommen.

Österreich kämpft an mehreren Wirtschaftsfronten – und genau die Kombination der Probleme könnte das Land in die Enge treiben, obwohl das Land eigentlich keine schlechte wirtschaftliche Basis hat. Am meisten fürchtet Wien eine Kapitalflucht aus Osteuropa wegen der bevorstehenden Rezession in großen Ländern wie Ungarn, Rumänien und Bulgarien. Das überdurchschnittlich hohe Engagement österreichischer Banken im Osten könnte zu erheblichen Zahlungsausfällen führen, welche die Republik auch durch einen massiven Bailout nicht kompensieren könnte.

Über 15 Jahre hinweg brachten die Kreditgeschäfte der Banken in Zentral- und Osteuropa satte Gewinne. Angaben der Raiffeisen Zentralbank zufolge betrug der Einsatz österreichischer Geldhäuser in CEE zu Jahresende 2010 137% des Bruttoinlandsproduktes. Über die Angst, die Osteuropageschäfte könnten Österreich nun massiv schaden, täuschen auch vermeintlich gute Kennzahlen nicht hinweg. Am Anleihen-Markt wird das Risiko bereits berücksichtigt. Die Zinsen, die Österreich auf Kapitalmärkten zahlen muss, um an frisches Geld zu kommen, sind bei Zehnjahresanleihen von 2,55% auf 3,4% gestiegen. Dieser Anstieg ist nicht zu unterschätzen. Denn in den kommenden drei Jahren müssen Staatsanleihen im Wert von mehr als 45 Milliarden Euro zurückgezahlt werden. Dafür wird man wohl wieder Anleihen abstoßen müssen – diesmal zu einem höheren Zinssatz.

Auch die Eurozone macht Österreich Sorgen. Zwar haben die Banken zumindest offiziell vergleichsweise wenige Schrottpapiere aus gefährdeten Schuldenstaaten in ihren Büchern. Doch eine Pleite Italiens würde Österreich signifikant negativ betreffen. Zwar ist Österreich mit 18 Milliarden Euro keiner der großen Gläubiger Italiens. Doch jeder europäische Staats-Bankrott würde Österreichs Beitrag zum Rettungsschirm EFSF erhöhen. Österreich müsste zusätzliche Mittel aufbringen. Diese unerwartete Belastung würde den Haushalt stark beeinträchtigen und die im Moment noch moderate Verschuldung Österreichs rapide nach oben treiben.

Österreich erlebe derzeit ein Déjà-Vu, schreibt das Wall Street Journal. Wie im Jahr 2009 sehen die Staatsfinanzen auf den ersten Blick nicht schlecht aus: Die Staatsverschuldung ist verhältnismäßig niedrig und das Budgetdefizit hält sich in Grenzen. Im europäischen Vergleich zählt Österreich zu den finanziell besser aufgestellten Staaten. Diese Woche verabschiedete der Nationalrat auch noch einen Gesetzesentwurf für eine Schuldenbremse in Verfassungsrang. Das Triple-A-Rating scheint nicht in Gefahr zu sein.

Doch könnte Österreich durch die Kombination von Osteuropa-Rezession, Euro-Krise und problematischen Banken-Risiken unversehens zum Getriebenen der Kapitalmärkte werden.

In der vergangenen Woche bekam Österreich schon mal einen Vorgeschmack: Österreichische Staatsanleihen gerieten in den Sog der Italien-Krise. Die Zinsen für die Papiere stiegen sehr schnell innerhalb sehr kurzer Zeit. Möglicherweise werden die Österreicher diese Krise nicht mit den legendären Wiener Gemütlichkeit (ganz Böswillige sagen Korruption) in den Griff bekommen.

Kommentare

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  1. iosono sagt:

    vielleicht kann Österreich ein paar Banken zum guten Preis verkaufen? Bayern hat bestimmt interesse…..

  2. iosono sagt:

    vielleicht kann Österreich ein paar Banken zum guten Preis verkaufen? Bayern hat bestimmt interesse…..

  3. iosono sagt:

    vielleicht kann Österreich ein paar Banken zum guten Preis verkaufen? Bayern hat bestimmt interesse…..

  4. iosono sagt:

    vielleicht kann Österreich ein paar Banken zum guten Preis verkaufen? Bayern hat bestimmt interesse…..

  5. iosono sagt:

    vielleicht kann Österreich ein paar Banken zum guten Preis verkaufen? Bayern hat bestimmt interesse…..

  6. schlaumeister sagt:

    Österreich wird auch zum PIIG. Das Osteuropa Engagement bringt die Banken
    um, das verliehene Geld kommt garantiert nie mehr zurück. Europa wächst
    schön zusammen und schrumpft in den reichen Kernstaaten seinen Wohl-
    stand auf das Niveau von vor 50-60 Jahren.

  7. schlaumeister sagt:

    Österreich wird auch zum PIIG. Das Osteuropa Engagement bringt die Banken
    um, das verliehene Geld kommt garantiert nie mehr zurück. Europa wächst
    schön zusammen und schrumpft in den reichen Kernstaaten seinen Wohl-
    stand auf das Niveau von vor 50-60 Jahren.

  8. schlaumeister sagt:

    Österreich wird auch zum PIIG. Das Osteuropa Engagement bringt die Banken
    um, das verliehene Geld kommt garantiert nie mehr zurück. Europa wächst
    schön zusammen und schrumpft in den reichen Kernstaaten seinen Wohl-
    stand auf das Niveau von vor 50-60 Jahren.

  9. schlaumeister sagt:

    Österreich wird auch zum PIIG. Das Osteuropa Engagement bringt die Banken
    um, das verliehene Geld kommt garantiert nie mehr zurück. Europa wächst
    schön zusammen und schrumpft in den reichen Kernstaaten seinen Wohl-
    stand auf das Niveau von vor 50-60 Jahren.

  10. schlaumeister sagt:

    Österreich wird auch zum PIIG. Das Osteuropa Engagement bringt die Banken
    um, das verliehene Geld kommt garantiert nie mehr zurück. Europa wächst
    schön zusammen und schrumpft in den reichen Kernstaaten seinen Wohl-
    stand auf das Niveau von vor 50-60 Jahren.