MF Global soll 600 Millionen Dollar von Kunden veruntreut haben

MF Global, die Pleite-Investment-Firma des ehemaligen Goldman-Chefs Jon Corzine, soll unmittelbar vor dem Crash Geld seiner Kunden im Wert von 600 Millionen Dollar für eigene Zwecke genutzt zu haben, ohne Sicherheiten zu hinterlegen. Wo dieses Geld ist, ist noch immer unklar.

Die New York Times berichtete, dass MF Global vermutlich unrechtmäßig Geld seiner Kunden genutzt hat. Die zuständige Aufsichtsbehörde glaube, dies sei der Grund, warum Kundengelder im Wert von 600 Millionen Dollar noch immer vermisst werden, sagten Quellen der New York Times, die von den laufenden Untersuchungen unterrichtet sind. Die Ermittler vermuten, dass zumindest ein Großteil dieser vermissten Gelder genutzt wurden, um Handelsverluste des Unternehmens zu decken. In diesem Fall wäre das Geld nicht vermisst, sondern einfach weg.

Für die ermittelnde Aufsichtsbehörde und den Treuhändler sind in diesem Zusammenhang vor allem die Termingeschäfte mit Weizen, Getreide und Metall interessant, wo vermutlich viele der Gelder verschwanden, und auch die großen Bestände von MF Global an der europäischen Schulden von Interesse. Als die Wetten im Umfang von 6,3 Milliarden Dollar auf die Staatsschulden von fünf europäischen Ländern offengelegt wurden, waren die Investoren alarmiert und das Vertrauen schwand. Als nun auch die Kreditwürdigkeit von MF Global aufgrund dieser Bestände herabgestuft wurde, verlangten die Handelspartner mehr Sicherheiten. Das ist vermutlich der Moment, wo MF Global die Kundengelder für eigene Zwecke nutzte.

Grundsätzlich können Broker wie MF Global die Gelder ihrer Kunden nutzen, wenn sie ausreichend Sicherheiten dafür hinterlegen. Im Falle von MF Global waren es in der Regel Schatzpapiere der USA und ein Bargeldpolster, um die Fonds der Kunden zu schützen. Doch es scheint, als habe MF Global in den letzten Tagen vor der Pleite hunderte Millionen Dollar von den Konten seiner Kunden genommen und auch die Sicherheitspolster aufgebraucht, so die Quellen der New York Times. Dadurch hätte sich das Unternehmen quasi kostenlose Kredite beschafft.

Offen ist nun, wie viele Kundengelder möglicher Weise auf diese Art zerstört wurden, ob noch Geld gerettet werden kann und ob die Beamten von MF Gobal wissentlich unrechtmäßig das Geld der Kunden nahmen oder glaubten, das Polster sei intakt. Sollten die Untersuchungen ergeben, dass MF Global mit Vorsatz die Konten der Kunden ausgeschöpft hat, könnte das sowohl eine zivilrechtliche als auch eine strafrechtliche Anklage nach sich ziehen. Mittlerweile prüft nun auch das FBI, ob es sich bei dem Verschwinden der Kundengelder um einen Betrugsfall handelt, und auch die Bundesstaatsanwaltschaft in Chicago und Manhatten hat Vorladungen zu diesem Fall angestrengt.

Weder ein Pressesprecher noch Jon Corzine wollten zu den Vorwürfen Stellung beziehen. „Zu diesem Zeitpunkt ist jede Darstellung dessen, was bei MF Global geschah verfrüht und unangemessen“, heißt es in Marc E. Kasowitz Statement, der ein Anwalt von MF Global ist.

Jon Corzine war Chef von Goldman Sachs, bevor er als Politiker nach New Jersey wechselte. Dort forderte er medienwirksam stärkere Regulierungen für die Finanzwirtschaft. In New York wurden in den vergangenen Tagen mehrere hundert Personen von OWS verhaftet, die gegen die Auswüchse in der Finanzwirtschaft protestiert hatten. Corzine befindet sich noch immer auf freiem Fuß.

Mehr zum Thema:

Goldman Sachs rät Angela Merkel zum Gelddrucken

Britische Banken simulieren Zerfall der Eurozone

US-Banken: Das wahre Risiko aus Europa beträgt 518 Milliarden Dollar

Kommentare

Dieser Artikel hat 30 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Selbstdenker sagt:

    Schäuble hat die Maske endgültig fallen lassen.
    Demokratie, Rechtstaatlichkeit, Grundgesetz – für ihn alles kein Thema mehr.
    Warum verhaftet ihn der Verfassungsschutz nicht als „Staatsfeind Nr. 1“?

    http://www.infokriegernews.de/wordpress/2011/11/20/dr-schauble-die-fiskalunion-kommt-binnen-24-monaten/

  2. Selbstdenker sagt:

    Schäuble hat die Maske endgültig fallen lassen.
    Demokratie, Rechtstaatlichkeit, Grundgesetz – für ihn alles kein Thema mehr.
    Warum verhaftet ihn der Verfassungsschutz nicht als „Staatsfeind Nr. 1“?

    http://www.infokriegernews.de/wordpress/2011/11/20/dr-schauble-die-fiskalunion-kommt-binnen-24-monaten/

  3. Selbstdenker sagt:

    Schäuble hat die Maske endgültig fallen lassen.
    Demokratie, Rechtstaatlichkeit, Grundgesetz – für ihn alles kein Thema mehr.
    Warum verhaftet ihn der Verfassungsschutz nicht als „Staatsfeind Nr. 1“?

    http://www.infokriegernews.de/wordpress/2011/11/20/dr-schauble-die-fiskalunion-kommt-binnen-24-monaten/

  4. Selbstdenker sagt:

    Schäuble hat die Maske endgültig fallen lassen.
    Demokratie, Rechtstaatlichkeit, Grundgesetz – für ihn alles kein Thema mehr.
    Warum verhaftet ihn der Verfassungsschutz nicht als „Staatsfeind Nr. 1“?

    http://www.infokriegernews.de/wordpress/2011/11/20/dr-schauble-die-fiskalunion-kommt-binnen-24-monaten/

  5. Selbstdenker sagt:

    Schäuble hat die Maske endgültig fallen lassen.
    Demokratie, Rechtstaatlichkeit, Grundgesetz – für ihn alles kein Thema mehr.
    Warum verhaftet ihn der Verfassungsschutz nicht als „Staatsfeind Nr. 1“?

    http://www.infokriegernews.de/wordpress/2011/11/20/dr-schauble-die-fiskalunion-kommt-binnen-24-monaten/

  6. Hans sagt:

    Ich glaube nicht, dass die 600 Millionen verzockt haben. Kurz vor der Pleite haben die Rating Agenturen MF auf Junk Status herabgestuft. Danach hat MF keiner mehr Kredite gewährt. Dummerweise hat sich MF kurzfristig hoch Verschuldet, um dieses Geld langfristig u.a. in Staatsanleihen anzulegen. Die bekamen keine neuen Kredite mussten aber die alten kurzfristigen Kredite zurückzahlen. Entweder haben die mit dem Geld der Kunden die Kredite zurückgezahlt, oder die haben versehentlich deren Wertpapiere zu Geld gemacht, und damit die Kredite zurückgezahlt.
    Letztlich hat das Geld jetzt ein anderer US Fond oder Bank.

  7. Hans sagt:

    Ich glaube nicht, dass die 600 Millionen verzockt haben. Kurz vor der Pleite haben die Rating Agenturen MF auf Junk Status herabgestuft. Danach hat MF keiner mehr Kredite gewährt. Dummerweise hat sich MF kurzfristig hoch Verschuldet, um dieses Geld langfristig u.a. in Staatsanleihen anzulegen. Die bekamen keine neuen Kredite mussten aber die alten kurzfristigen Kredite zurückzahlen. Entweder haben die mit dem Geld der Kunden die Kredite zurückgezahlt, oder die haben versehentlich deren Wertpapiere zu Geld gemacht, und damit die Kredite zurückgezahlt.
    Letztlich hat das Geld jetzt ein anderer US Fond oder Bank.

  8. Hans sagt:

    Ich glaube nicht, dass die 600 Millionen verzockt haben. Kurz vor der Pleite haben die Rating Agenturen MF auf Junk Status herabgestuft. Danach hat MF keiner mehr Kredite gewährt. Dummerweise hat sich MF kurzfristig hoch Verschuldet, um dieses Geld langfristig u.a. in Staatsanleihen anzulegen. Die bekamen keine neuen Kredite mussten aber die alten kurzfristigen Kredite zurückzahlen. Entweder haben die mit dem Geld der Kunden die Kredite zurückgezahlt, oder die haben versehentlich deren Wertpapiere zu Geld gemacht, und damit die Kredite zurückgezahlt.
    Letztlich hat das Geld jetzt ein anderer US Fond oder Bank.

  9. Hans sagt:

    Ich glaube nicht, dass die 600 Millionen verzockt haben. Kurz vor der Pleite haben die Rating Agenturen MF auf Junk Status herabgestuft. Danach hat MF keiner mehr Kredite gewährt. Dummerweise hat sich MF kurzfristig hoch Verschuldet, um dieses Geld langfristig u.a. in Staatsanleihen anzulegen. Die bekamen keine neuen Kredite mussten aber die alten kurzfristigen Kredite zurückzahlen. Entweder haben die mit dem Geld der Kunden die Kredite zurückgezahlt, oder die haben versehentlich deren Wertpapiere zu Geld gemacht, und damit die Kredite zurückgezahlt.
    Letztlich hat das Geld jetzt ein anderer US Fond oder Bank.

  10. Hans sagt:

    Ich glaube nicht, dass die 600 Millionen verzockt haben. Kurz vor der Pleite haben die Rating Agenturen MF auf Junk Status herabgestuft. Danach hat MF keiner mehr Kredite gewährt. Dummerweise hat sich MF kurzfristig hoch Verschuldet, um dieses Geld langfristig u.a. in Staatsanleihen anzulegen. Die bekamen keine neuen Kredite mussten aber die alten kurzfristigen Kredite zurückzahlen. Entweder haben die mit dem Geld der Kunden die Kredite zurückgezahlt, oder die haben versehentlich deren Wertpapiere zu Geld gemacht, und damit die Kredite zurückgezahlt.
    Letztlich hat das Geld jetzt ein anderer US Fond oder Bank.