Analysten: Frankreich hat Triple A bereits verloren

Es braucht keine Ratingagenturen mehr: Frankreichs Probleme sind mit freiem Auge erkennbar. An den Finanzmärkten handelt Frankreich nicht mehr mit einem Top-Rating. Auch Spanien steht weiter unter enormen Druck.

Gestern warnte die Ratingagentur Moody’s Frankreich herabzustufen, wenn die erhöhten Finanzierungskosten für einen längeren Zeitraum anhalten sollten. Aber der Markt wartet mittlerweile nicht mehr auf die Ratingagenturen. Frankreich mache keinen Handel mehr wie ein „Tripple A“ Land, sagte Bill Blain, ein Stratege der Newedge Group. „Der Markt hat sein Urteil bereits gefällt.“ Ähnlich sieht es auch Nicola Marinelli von Glendevon King Asset Management. „Frankreich hat nicht annähernd AAA“, erklärt er, denn französische Banken „sind durch die Peripherieländer der Euro-Zone äußerst gefährdet. Wenn sie ihre Kredite zum derzeitigen Stand am Markt bewerten müssten, würde es hohe Verluste geben“. Und so erreichten heute die französischen Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren einen Zinssatz von 3,47 Prozent und befinden sich somit genau zwischen dem mit Top-Rating bewerteten Niederlanden und dem herabgestuften Belgien. Credit Suisse teilte in einem Bericht an seine Investoren mit, dass sie sogar mit zukünftigen Zinsen von über fünf Prozent rechneten.

Spaniens Zinsen steigen weiterhin für Staatsanleihen mit einer langen Laufzeit sowie mit einer kurzen Laufzeit. Die Wahl der neuen Regierung scheint das Vertrauen der Märkte nicht so schnell wieder herzustellen wie gehofft (mehr hier). Die 10-Jahres Anleihen erreichten heute 6,55 Prozent und die Zinsen für Staatsanleihen mit einer Fälligkeit in bereits drei Monaten stiegen von 2,3 Prozent bei einer Auktion im vergangenen Monat auf 5,1 Prozent. Die Zinssätze für spanische Anleihen mit einer Laufzeit von sechs Monaten erhöhten sich ebenfalls, von 3,3 Prozent auf 5,22 Prozent.

„Die Märkte wetten zunehmend auf einen Zusammenbruch der Euro-Zone und eine Rückkehr zu nationalen Währungen“, beurteilt Eric Chaney, Chefökonom von Axa SA, die derzeitige Situation. Vor allem die EZB ist so gezwungen immer wieder am Sekundärmarkt europäische Staatsanleihen zu kaufen (mehr hier). Allein vergangene Woche erwarb sie Staatsanleihen im Wert von 8 Milliarden Euro. Mittlerweile liegt so das Engagement der Europäischen Zentralbank bei 194 Milliarden Euro. Ein Eingreifen der EZB in den Verkauf der französischen Staatsanleihen ist vielleicht auch nicht ausgeschlossen, wenn man bedenkt, dass allein die Kreditkapazität des EFSF um 35 Prozent fallen würde, wenn es zu einer Herabstufung Frankreichs durch die Ratingagenturen kommen sollte (zumal der EFSF am Markt eigentlich auch kein Tripple A mehr hat – hier)

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Kommentare

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  1. miss dasy sagt:

    aber hallo,
    bin weiblich und entressiere mich sehr wohl für politik.
    freue mich, dass ich die deutsche mittelstand-nachrichen lesen kann.
    lange war ich auf der nachdenkseite, jedoch sind die infos dort sehr mager.
    werde auf keinen fall mehr auf diesen link gehen.wünsche mir, dass die leser von diesen link hierbleiben. –das gab mir zu denken —
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    Hinweis: Indem wir ausnahmsweise diese „MittelstandsNachrichten“ zitieren, möchten wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir die obskuren Positionen, die dort vielfach vertreten werden (Goldfetischismus bis hin zu antisemitischer Zinskritik etc.) nicht teilen

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    die haben mich jedenfall das letzte mal gesehen.

    lieben gruß
    miss dasy
    ps. lese gern die kommentare von karl- heinz

  2. miss dasy sagt:

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