Immobilien-Geschenke: Cameron lockt Briten in die Schuldenfalle

Diese Maßnahme ist der Ausdruck purer Verzweiflung: Der britische Premier David Cameron will den Wohnungsbau in Großbritannien mit einem Turbo ausstatten. Mit nur 5% Eigenkapital sollen die Briten stolze Eigentümer von Wohnraum werden. Dagegen war die Schuldenfalle der US-Subprime Kredite ein seriöses Investitionsprogramm.

Immer wieder hat der britische Premierminister David Cameron in den vergangenen Wochen eindringlich vor einer neuen Rezession gewarnt. Praktisch im 24-Stunden-Takt appellierte er an die Deutschen, ihren Widerstand gegen das Gelddrucken bei der EZB aufzugeben. In Großbritannien selbst hat die Bank of England mit der nächsten Welle des Quantititive Easing begonnen. Trotz aller Bemühungen sind die Wachstumszahlen schlecht, de facto ist das Vereinigte Königreich schon in der Rezession.

Daher greift Cameron zu immer gewagteren Maßnahmen, um den Crash abzuwenden. Gut angelsächsich gibt es hier vor allem ein Konzept: Schulden werden am besten mit weiteren Schulden bekämpft.

Die neueste Idee Camerons ist nach den verheerenden Erfahrungen mit den faulen amerikanischen Immobilienkrediten besonders abwegig. Cameron schlug seinem Stellvertreter Nick Clegg eine radikale Strategie für die Ankurbelung des Wohnungsbaus vor. 16.000 neue Häuser, 32.000 neue Arbeitsplätze und eine Ankurbelung der britischen Wirtschaft sollen dadurch geschaffen werden.

Mit dem neuen Monsterprogramm sollen Kreditgeber ermutigt werden, einen 95-prozentigen Beleihungswert bei Hypotheken anzubieten. Normalerweise müssen 20 Prozent Eigenkapital für eine Hypothek aufgebracht werden. Nun aber soll es Briten möglich werden, sich mit nur 5% Eigenkapital ein Eigenheim errichten zu können beziehungsweise Wohnungen in besseren Wohngegenden finanzieren zu können. Aber auch Hausbesitzer, die sich ein größeres Zuhause leisten wollen und für dieses aufgrund der gesunkenen Hauspreise nicht das nötige Kapital vorweisen können, sollen davon profitieren.

Zusätzlich zu den niedrigen Eigenkapitalanforderungen von nur fünf Prozent, die aufzubringen wären, wird die Regierung für 100.000 Hypotheken als Garant fungieren. Für Wohnungsbauprojekte, die bereits eine Baugenehmigung haben und aufgrund krisenbedingter, fehlender Investitionen ins Stocken geraten sind, werden 400 Millionen Pfund genutzt werden. Zudem sollen leer stehende Häuser wieder für Wohnungszwecke nutzbar gemacht werden und Mietern das Kaufrecht für Sozialwohnungen wieder zugestanden werden.

Damit treibt der Premier seine Landsleute in eine verheerende Schuldenfalle: Denn jeder Kredit muss irgendwann zurückgezahlt werden. Je weniger Eigenkapital, desto mehr Zinsen und folglich desto größer die Gefahr der Pleite für individuelle Kreditnehmer und Banken. Überaus kritisch ist eine solche Maßnahme in einer Zeit, in der die Arbeitslosigkeit besonders hoch und die Berufsaussichten für Jugendliche besonders schlecht sind.

Das zu Grunde liegende Problem des sozialen Kahlschlags in Großbritannien wird damit in keiner Weise behoben. Seit Jahrzehnten gibt es in Großbritannien keinen ausreichenden Wohnungsbau. Im Finanzjahr 2010-2011 wurden lediglich 135.270 Eigenheime geschaffen und nur 1900 davon von lokalen Behörden. Theoretisch würden jedoch jedes Jahr mehr als 200.000 Eigenheime benötigt. Eine Zahl, die nur vier Mal in den vergangenen 20 Jahren erreicht werden konnte.

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Kommentare

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  1. Hans sagt:

    Die Briten haben das Vertrauen in Immos als Wertanlage verloren. Daher glaubt auch keiner mehr an dieses Programm.
    Obama versucht schon seit Amtsantritt den Häusermarkt mit sehr teuren Programmen wieder zu beleben, erfolglos.

  2. Hans sagt:

    Die Briten haben das Vertrauen in Immos als Wertanlage verloren. Daher glaubt auch keiner mehr an dieses Programm.
    Obama versucht schon seit Amtsantritt den Häusermarkt mit sehr teuren Programmen wieder zu beleben, erfolglos.

  3. Hans sagt:

    Die Briten haben das Vertrauen in Immos als Wertanlage verloren. Daher glaubt auch keiner mehr an dieses Programm.
    Obama versucht schon seit Amtsantritt den Häusermarkt mit sehr teuren Programmen wieder zu beleben, erfolglos.

  4. Hans sagt:

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  5. Hans sagt:

    Die Briten haben das Vertrauen in Immos als Wertanlage verloren. Daher glaubt auch keiner mehr an dieses Programm.
    Obama versucht schon seit Amtsantritt den Häusermarkt mit sehr teuren Programmen wieder zu beleben, erfolglos.