Euro-Flucht: Slowenien will Staatsanleihen in anderen Währungen ausgeben

Wegen der steigenden Zinsen für slowenische Staatsanleihen in den vergangenen Tagen, überlegt das Land ihre nächsten Emissionen notfalls auf anderen Schuldenmärkten und nicht mehr auf dem europäischen auszugeben.

+++Aktuell+++Deutsche Staatsanleihen finden keine Käufer

Sollten die Zinsen für slowenische Staatsanleihen weiter steigen und die Nachfrage auf dem europäischen Schuldenmarkt gering bleiben, ist das Land bereit, seine Anleihen in anderen Währungen zu verkaufen und nicht mehr in Euro. „Wir haben Angebote für Privatplatzierung und wir können Staatsanleihen auf dem amerikanischen, dem japanischen und dem Schweizer Schuldenmarkt verkaufen, wenn der Verkauf von Schatzwechsel nicht erfolgreich ist“, erklärte der slowenische Finanzminister Franc Krizanic dem Magazin Businessweek.

Slowenien ist wegen seiner problematischen Altlasten vor allem im Bereich der verstaatlichten Industrie vom Vorzeige-EU-Staat zum Sorgenkind geworden (mehr hier).

Die Zinssätze für slowenische Staatsanleihen sind in den vergangenen zehn Tagen kontinuierlich gestiegen und es bestünden Zweifel, für die nächste Auktion am europäischen Schuldenmarkt nicht genügend Investoren zu finden. Die für den 6. Dezember geplante Auktion soll sich nun nur auf Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 18 Monaten im Wert von einer Milliarde Euro konzentrieren. „Die Situation auf den europäischen Finanzmärkten ist zu unsicher, um sich nur auf den Verkauf von Anleihen mit langen Laufzeiten zu verlassen“, sagte Franc Krizanic.

Die jüngsten Verkäufe von Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren vor zwei Wochen erreichten Zinssätze von 7,77 Prozent. Auf die EZB scheint die Slowenien jedoch bisher angeblich nicht angewiesen gewesen zu sein. Sie „kauft keine slowenischen Anleihen“, unterstrich der Finanzminister. „Wir glauben, es besteht kein Bedarf, da Sloweniens Probleme durch die Einführung von strukturellen Reformen und die weitere Konsolidierung der öffentlichen Finanzen gelöst werden können.“

Insgesamt verkaufte Slowenien in diesem Jahr Staatsanleihen im Wert von drei Milliarden Euro und plant im nächsten Jahr wohl vier Milliarden Euro durch solche Verkäufe zu erzielen. Gyula Toth, der Chefstratege für Zentral- und Osteuropa von UniCredit, rechnet damit, dass das Land davon allein drei Milliarden Euro im nächsten Jahr brauche, um auslaufende Schulden und das Defizit zu finanzieren. Kurz vor der neuen Auktion findet auch in Slowenien eine frühzeitige Wahl statt, bei der den Umfragen zufolge der frühere Premierminister Janez Jansa die besten Chancen hat.

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Kommentare

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  1. Hans sagt:

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