EZB: Für 254 Milliarden Euro Schrott gekauft – und nichts erreicht

Der Ruf nach Eurobonds hat einen handfesten Grund: Die EZB hat seit August gigantische Mengen an Schrottpapieren gekauft. Den verheerenden Anstieg der Zinsen für Papiere aus Italien und Spanien hat sie nicht einmal in Ansätzen gestoppt. Die EU will Deutschland in die Schuldenunion zwingen.

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Die europäische Schuldenkrise gerät immer deutlicher außer Kontrolle. Seit August hat die Europäische Zentralbank (EZB) im großen Stil Schrottpapiere von Italien und Spanien gekauft. Auch einiges an Papieren aus Portugal, Belgien und Österreich dürfte in der Bilanz der EZB gelandet sein. Die institutionellen Anleger werden es nicht gewesen sein – Pimco-Chef Mohamed El-Erian sprach in einem TV-Interview davon, dass die Vermögensverwalter massiv aus den Märkten mit Bonds fliehen – aus „Angst“, die vermutlich in den kommenden Monaten nicht abnehmen wird.

Die Businessweek hat in einer Gegenüberstellung der Entwicklungen eine ernüchternde Erkenntnis zu Tage gefördert: Die EZB kauft und kauft (Grafik 1 am Ende des Artikels) – und die Zinsen für die gefährdeten Staaten steigen weiter sprunghaft an (Grafik 2). Im Klartext: Selbst die massive Vergemeinschaftung der Schulden in der Bilanz der EZB hat den Verfall im Markt der Staatsanleihen nicht aufhalten können. Obwohl nun 254,4 Milliarden Euro auf der EZB lasten – allein in der vergangenen Woche waren es knapp 8 Milliarden, die hinzukamen -, können die europäischen Staaten das Vertrauen der Anleger nicht zurückgewinnen. Die Schrottpapiere bleiben unverkäuflich.

Nun versuchen die Europäer hinter den Kulissen fieberhaft, eine neue Müllhalde zu finden, wo sie das kontaminierte Zeug lagern können. Der erweiterte Rettungsschirm EFSF soll als das finanzpolitische Gorleben fungieren. Denn die EZB hat die die Käufe als „vorübergehende geldpolitische Maßnahme“. Sie will und kann nach ihrem Statut die Papiere nicht behalten. Also soll der EFSF die Papiere übernehmen. Wie dies geschehen soll weiß niemand. Der EFSF hatte schon Mühe, vor einigen Wochen 3 Milliarden Euro aufzutreiben (mehr hier). Alle potentiellen Investoren haben abgesagt. China hat eigene existentielle Probleme (mehr hier), Russland und Brasilien denken nicht daran, sich die Finger zu verbrennen (mehr hier).

Der Vorschlag von José Manuel Barroso, neue Euro-Bonds aufzulegen, bleibt ein frommer Wunsch: Bei der derzeitigen Entwicklung wäre das für Deutschland Harakiri, denn die Ansteckung wäre dann strukturell. Die Europäer könnten dann nicht einmal mehr die offenen Rechnungen der EU-Kommission bezahlen (Barroso hat bei den jüngsten Budgetverhandlungen 200 Millionen Euro zusätzlich herausgeschunden – mehr hier). Weil auch Frankreich auf den Märkten sein Triple A bereits verloren hat (mehr hier), wird es auch für den EFSF keine Bestnoten geben (die Märkte haben das Konstrukt ohnehin schon herabgestuft – mehr hier).

Es braucht also keine besonderen mathematischen Fähigkeiten, um sich auszurechnen wohin das ganze Spiel führt: Deutschland soll die Schuldenunion gezwungen werden. Die Technokraten setzen dabei auf Angela Merkels Credo, dass der Euro das Wichtigste in Europa sei. Die Märkte sind von diesem Glauben allerdings längst abgefallen. Die einzigen, die das Ausmaß des Desasters noch nicht kennen, sind die Shareholder von Frau Merkel: Die deutschen Steuerzahler werden am Ende die Zeche zahlen. Und in demselben Tempo, indem die EZB kauft und kauft verlieren die Spareinlagen der Deutschen an Wert. Sie sind mittlerweile so sicher wie die Renten von Norbert Blüm.

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Kommentare

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  1. ein deutscher Staatsbürger sagt:

    Ludwig Erhard, als der Begründer der Sozialen Marktwirtschaft, würde sich im Grabe umdrehen, wenn er das sehen würde, was diese machtgeilen und völlig unfähigen Vollidioten in Berlin und in Brüssel aus seiner Idee gemacht haben!

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  6. hugo sagt:

    Wenn die Politik nicht in der Lage ist ein vernünftiges Währungssystem zu installieren müssen wir hat wieder mit Goldmünzen bezahlen!

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