Umbau von Raubtier-Banken: Wie es die Schweden geschafft haben

Schweden hat im Vergleich zu anderen Ländern in der EU seit Jahren eine sehr starke Regulierung des Finanzmarktes. Eine Verringerung der Staatsschulden und eine bessere Kapitalisierung der Banken sind die Folge.

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Während der schwedischen Bankenkrise 1990 führte man in Schweden stärkere Kontrollen im Finanzsektor ein. Starke Regelungen wurden durchgesetzt, die andernorts rund um den Globus von den Kreditgebern mit der Begründung, die eigenen Gewinne zu beschädigen, strikt abgelehnt werden. Das Gegenteil war jedoch in Schweden der Fall. Die Finanzunternehmen in Schweden sind mittlerweile besser kapitalisiert als ihre europäischen und US-amerikanischen Rivalen, sie haben einen besseren Zugang zum Kreditmarkt und ein geringeres Risiko, zahlungsunfähig zu werden. „Wir haben einige Gebühren in das System eingeführt und haben die Transparenz erhöht“, sagt der schwedische Premierminister Fredrik Reinfeldt in einem Interview mit Bloomberg. „Wir haben die Regulierungen erhöht, um sicherzustellen, dass wir eine bessere Kontrolle darüber haben, dass sie ihr eigenes Risiko abdecken können“.

Auch die schwedischen Steuerzahler, die Wirtschaft und die Regierung profitierten von den verstärkten Kontrollen und Regeln. Selbst die Finanzkrise von 2007 traf Schweden weniger als die übrigen Mitgliedsstaaten der EU. „Als ich 2006 Premierminister wurde, hatten die UK und Schweden die selbe Schuldenrate im Verhältnis zum BIP“, sagt Fredrik Reinfeldt. Mittlerweile verdoppelte sich die Staatsverschuldung der UK während die Schulden Schwedens von 40,2 Prozent des BIP im Jahr 2007 auf 36,5 Prozent in diesem Jahr sanken. Und der Aufwärtstrend hält an, das Wirtschaftswachstum für 2012 wird auf 3,8 Prozent geschätzt. Selbst das Garantieprogramm, durch das Fredrik Reinfeldt mit 1,5 Billionen Kronen die Bankverbindlichkeiten absicherte, wird beim Auslaufen der Kredite im Jahr 2015 einen Profit von 5,8 Milliarden Kronen erwirtschaftet haben.

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Kommentare

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  1. Frank sagt:

    Wie links muss man sein, dass man die WAhrheit derart verfälscht, um sie an seine Feindbilder anzupassen.
    Die Konservativen hatten die Banken nicht reguliert, wie hier fälschlicherweise behauptet wird – sie hatten nur die selben Ursachen, die auch zur Eurokrise führten, abgestellt: Die Kronen-Realzinsen waren zu billig, und die Sozialisten hatten damit künstlich einen Immobilienboom angeheizt, indem man Zinsen für Immobilien zu 50% von der Steuer abziehen konnte.
    Aber offensichtlich kann man in Deutschland Bürgern nur etwas mit Hilfe von Verschwörungstheorien und Sündenböcken erklären.
    Ich fordere Wirtschaftskenntnisse für Journalisten!