Wie zuvor die Griechen: Italiener schicken ihr Geld ins Ausland

In Italien steigt die Nervosität: Italienische Privatpersonen und Unternehmen trauen weder den eigenen Banken noch dem Staat. Eine bei den patriotischen Italienern bisher nicht gekannte Kapitalflucht ins Ausland ist die Folge.

Nachdem sich viele ausländische Investoren bereits aus Italien zurückgezogen haben, fürchten die Finanzbeamten und Banken, auch Italiener könnten damit beginnen, ihre Ersparnisse auf ein ausländisches Konto zu transferieren (wie bereits die Griechen – mehr hier). Für das Land wäre das allerdings eine Katastrophe und in Folge dessen auch für die Eurozone, da damit eine italienische Staatspleite mehr als nur eine theoretische Variante wäre.

Fast 57 Prozent der Schulden des Landes werden von italienischen Banken, Versicherungen, Unternehmen und Bürgern gehalten. Mehr als in jedem anderen Land der Eurozone kaufen die italienischen Bürger die Staatsanleihen des eigenen Landes. Hochgerechnet machen die von den Bürgern besessenen Bestände zehn Prozent des gesamten Haushaltsvermögens aus. Morgan Stanley zufolge sitzt Italien auf einem Nettovermögen von 8,6 Billionen Euro – 340.000 Euro pro Haushalt. Das ist das höchste Nettovermögen aller bedeutenden Wirtschaftsnationen. Allein von dieser Zahl befinden sich 3,6 Milliarden in Finanzanlagen.

Um das mögliche Abwandern der Ersparnisse zu verhindern, haben sich nun die Bankenindustrie und einige prominente, italienische Geschäftsmänner zusammengeschlossen, um nächsten Montag den „Kauft-italienische-Staatsanleihen-Tag“ zu veranstalten und zu finanzieren. So sollen die eigenen Bürger angespornt werden, an diesem Tag, und natürlich auch später, italienische Staatsanleihen zu kaufen. Wer an diesem Tag kauft, kann sich die Vermittlungsprovision sparen. Zusätzlich dazu fasste das italienische Finanzministerium den Plan, es seinen Bürgern zu ermöglichen, die Schulden des Landes auch online zu erwerben.

Erste Anzeichen dafür, dass italienische Bürger ihre Geld ins Ausland bringen, gäbe es bereits, behauptet der John Whittaker, Ökonomom an der britischen Lancaster Universität. Der Ökonom hat analysiert, wie viel Geld sich die 17 Zentralbanken der Eurozone bereits von der EZB geborgt haben. Zwischen Juni und September lieh sich beispielsweise die italienische Zentralbank 109 Milliarden Euro von der EZB. Der große Unterschied zu dem vorher bestandenen Überschuss von 6 Milliarden Euro bei der Europäischen Zentralbank zeige, dass Ausländer ihr Geld abgezogen haben, aber auch, dass Italiener ihr Geld ins Ausland gebracht hätten. „Das ist Kapitalflucht“, sagt Whittaker, „es braucht nur ein paar, die ihr Geld wegschaffen und dann wird es schnell zu einer Flut.“

Eine Studie von Carmen M. Reinhart und Jacob Funk Kirkegaard vom Institute for International Economics zeigt, dass die Regierungen der Euro-Zone, wie auch in Italien, für diesen Fall Schritte eingeleitet haben, um die privaten Anleger weiter zum Kauf von Staatsanleihen zu bringen. So gewähren manche Länder Steuererleichterungen, um den Anleihekauf anzukurbeln. Aber auch das künstliche Niedrighalten des Interesses an Sparkonten soll den Kauf von Staatsanleihen attraktiver machen. Dadurch wäre es möglich, die Kapitalflucht zu bremsen, meint Kierkegaard.

Und er sieht einen weiteren möglichen Bremsfaktor: „In rapide alternden Gesellschaften wie Japan und Italien, wird die breite Bevölkerung sehr vorsichtig sein, so eine Flucht zu initiieren, weil sie wissen, dass sie stark von dem Fortbestehen der staatlichen Leistungen abhängig sind. Maria Letizia Ottavella, eine Architektin aus Rom, bekräftigt diese Aussage. „Ich bin sehr davon überzeugt, dass wir alle italienische Staatsanleihen kaufen sollten, um unsere Wirtschaft zu unterstützen“, erklärte sie der New York Times. Wenn allerdings die Alten wie viele mittlerweile so gut informiert sind, dass sie auch über die großen Risiken von italienischen Bonds Bescheid wissen, wird sich auch die Hoffnung auf den Weißen Ritter Patriotismus zerschlagen.

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Kommentare

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  1. Colella Giuseppe sagt:

    @ Bazookaa
    Sind Sie sicher das es ein italienicher Sparer war und nicht ein Kleinstbeträge an der Supermarktkasse mit Scheckkarte Zahlender war?Es könnte sein, dass diese Nervensägen ,wenn Sie dann einmal einen 50 Euro Schein in der Hand halten,glauben es wäre soviel, dass man es sofort in die Schweiz bringen muss und der schnellste Weg führe über Italien.
    MfG

  2. Colella Giuseppe sagt:

    @ Bazookaa
    Sind Sie sicher das es ein italienicher Sparer war und nicht ein Kleinstbeträge an der Supermarktkasse mit Scheckkarte Zahlender war?Es könnte sein, dass diese Nervensägen ,wenn Sie dann einmal einen 50 Euro Schein in der Hand halten,glauben es wäre soviel, dass man es sofort in die Schweiz bringen muss und der schnellste Weg führe über Italien.
    MfG

  3. Colella Giuseppe sagt:

    @ Bazookaa
    Sind Sie sicher das es ein italienicher Sparer war und nicht ein Kleinstbeträge an der Supermarktkasse mit Scheckkarte Zahlender war?Es könnte sein, dass diese Nervensägen ,wenn Sie dann einmal einen 50 Euro Schein in der Hand halten,glauben es wäre soviel, dass man es sofort in die Schweiz bringen muss und der schnellste Weg führe über Italien.
    MfG

  4. Colella Giuseppe sagt:

    @ Bazookaa
    Sind Sie sicher das es ein italienicher Sparer war und nicht ein Kleinstbeträge an der Supermarktkasse mit Scheckkarte Zahlender war?Es könnte sein, dass diese Nervensägen ,wenn Sie dann einmal einen 50 Euro Schein in der Hand halten,glauben es wäre soviel, dass man es sofort in die Schweiz bringen muss und der schnellste Weg führe über Italien.
    MfG

  5. Colella Giuseppe sagt:

    @ Bazookaa
    Sind Sie sicher das es ein italienicher Sparer war und nicht ein Kleinstbeträge an der Supermarktkasse mit Scheckkarte Zahlender war?Es könnte sein, dass diese Nervensägen ,wenn Sie dann einmal einen 50 Euro Schein in der Hand halten,glauben es wäre soviel, dass man es sofort in die Schweiz bringen muss und der schnellste Weg führe über Italien.
    MfG

  6. N_K sagt:

    „Wie zuvor die Griechen: Italiener schicken ihr Geld ins Ausland
    Maria Letizia Ottavella, eine Architektin aus Rom, …. „Ich bin sehr davon überzeugt, dass wir alle italienische Staatsanleihen kaufen sollten, um unsere Wirtschaft zu unterstützen“ “

    1. Dieser „Empfehlung“ können finanzstärkere Zeitgenossen, wie z.B. der Bunga-Bunga-Fürst, gerne folgen und beim Kauf mit gutem Beispiel vorangehen.
    2. Die Finanzfürsten können den Kauf solcher Spezialitäten wesentlch leichter verkraften als ein Giovanni oder eine Gina aus dem Volk.
    3. Zudem: Welcher auch nur halbwegs normale Mensch kauft denn gebrauchtes Toilettenpapier?

  7. N_K sagt:

    „Wie zuvor die Griechen: Italiener schicken ihr Geld ins Ausland
    Maria Letizia Ottavella, eine Architektin aus Rom, …. „Ich bin sehr davon überzeugt, dass wir alle italienische Staatsanleihen kaufen sollten, um unsere Wirtschaft zu unterstützen“ “

    1. Dieser „Empfehlung“ können finanzstärkere Zeitgenossen, wie z.B. der Bunga-Bunga-Fürst, gerne folgen und beim Kauf mit gutem Beispiel vorangehen.
    2. Die Finanzfürsten können den Kauf solcher Spezialitäten wesentlch leichter verkraften als ein Giovanni oder eine Gina aus dem Volk.
    3. Zudem: Welcher auch nur halbwegs normale Mensch kauft denn gebrauchtes Toilettenpapier?

  8. N_K sagt:

    „Wie zuvor die Griechen: Italiener schicken ihr Geld ins Ausland
    Maria Letizia Ottavella, eine Architektin aus Rom, …. „Ich bin sehr davon überzeugt, dass wir alle italienische Staatsanleihen kaufen sollten, um unsere Wirtschaft zu unterstützen“ “

    1. Dieser „Empfehlung“ können finanzstärkere Zeitgenossen, wie z.B. der Bunga-Bunga-Fürst, gerne folgen und beim Kauf mit gutem Beispiel vorangehen.
    2. Die Finanzfürsten können den Kauf solcher Spezialitäten wesentlch leichter verkraften als ein Giovanni oder eine Gina aus dem Volk.
    3. Zudem: Welcher auch nur halbwegs normale Mensch kauft denn gebrauchtes Toilettenpapier?

  9. N_K sagt:

    „Wie zuvor die Griechen: Italiener schicken ihr Geld ins Ausland
    Maria Letizia Ottavella, eine Architektin aus Rom, …. „Ich bin sehr davon überzeugt, dass wir alle italienische Staatsanleihen kaufen sollten, um unsere Wirtschaft zu unterstützen“ “

    1. Dieser „Empfehlung“ können finanzstärkere Zeitgenossen, wie z.B. der Bunga-Bunga-Fürst, gerne folgen und beim Kauf mit gutem Beispiel vorangehen.
    2. Die Finanzfürsten können den Kauf solcher Spezialitäten wesentlch leichter verkraften als ein Giovanni oder eine Gina aus dem Volk.
    3. Zudem: Welcher auch nur halbwegs normale Mensch kauft denn gebrauchtes Toilettenpapier?

  10. N_K sagt:

    „Wie zuvor die Griechen: Italiener schicken ihr Geld ins Ausland
    Maria Letizia Ottavella, eine Architektin aus Rom, …. „Ich bin sehr davon überzeugt, dass wir alle italienische Staatsanleihen kaufen sollten, um unsere Wirtschaft zu unterstützen“ “

    1. Dieser „Empfehlung“ können finanzstärkere Zeitgenossen, wie z.B. der Bunga-Bunga-Fürst, gerne folgen und beim Kauf mit gutem Beispiel vorangehen.
    2. Die Finanzfürsten können den Kauf solcher Spezialitäten wesentlch leichter verkraften als ein Giovanni oder eine Gina aus dem Volk.
    3. Zudem: Welcher auch nur halbwegs normale Mensch kauft denn gebrauchtes Toilettenpapier?