Bank of Ireland will bei Rentnern 46 Millionen Pfund konfiszieren

Um das Kapital der Bank of Ireland aufzustocken, will die Bank die verzinsten Anleihen von 2000 britischen Rentnern löschen. Als Entgegenkommen gab der irische Finanzminister den Pensionären eine Woche Zeit, auf die geplante Streichung der Anleihen zu reagieren. Für die meisten, schon sehr alten Betroffenen ist dies eine unlösbare Aufgabe.

Die Bank of Ireland versucht, über die Anleihen von 2000 britischen Rentnern 46 Millionen Pfund zu konfiszieren und löste damit Empörung aus. Vergangenen Mittwoch kündigte der irische Finanzminister Michael Noonan an, dass die Anleihehalter bis heute Abend um 17.30 Uhr auf den Plan der Bank of Ireland (BoI) reagieren könnten. Dieser sieht vor, die Anleihen der britischen Rentner im Wert von 46 Millionen Pfund bei der BoI zu löschen, um einen Teil zur 4,2 Milliarden Euro umfassenden Kapitalbeschaffung durch die Bank beizutragen. Der irische Staat selbst hält 15 Prozent der BoI und versucht, durch diese Maßnahmen das Bankensystem zu stärken.

Nun mobilisiert sich eine Kampagne, die ein Strafverfahren zur Verteidigung der Rentner anstrengen will. Der Anleiheexperte Mark Taber, der die Kampagne organisiert, stand mit über 500 Pensionären in Kontakt und forderte sie dazu auf, sich bei Michael Noonan über die Pläne zu beschweren. „Die meisten der Anleihehalter sind sehr alt und wären nicht einmal darauf vorbereitet gewesen, dass das überhaupt von statten geht“, erklärt er die Empörung. Entsprechend fragwürdig ist die kurze Zeitspanne von nur einer Woche, die Michael Noonan den Rentner gegeben hat, um auf die Pläne zu reagieren. Viele von ihnen sind in Pflege und haben nicht einmal Zugang zu dem Informationsdienst der Londoner Börsenaufsicht – eine spezielle Nachrichtenagentur, die die Aktion bekannt gegeben hat.

Die Anleihen, die die Rentner halten sind permanent, verzinsliche Anleihen, die jedes Jahr rund 13 Prozent an Wert gewinnen. Ursprünglich wurden diese von der Baugenossenschaft Bristol & west ausgegeben, die 1997 von der BoI übernommen wurde. Bereits im Sommer versuchte die BoI, diese Anleihen um einen Prozent pro 1000 Pfund zurückzunehmen. Infolgedessen drohte schon damals ein Strafverfahren, das Albert Kempster, ein 73 Jahre alter Pensionäre, anstrengen wollte. Die Anleihen sind seine finanzielle Absicherung.

Sollte nun kein Einlenken von Seiten der BoI und des irischen Finanzministers zu sehen sein, kommt es zum Verfahren. Die Kampagne hat bereits den Rechtsanwalt Brown Rudnick angefragt, entweder die Regierung vor einem irischen Gericht herauszufordern oder die BoI in Großbritannien zu verklagen.

Kommentare

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  1. Siebzehnrübl sagt:

    Jahrzehnte lang wurde den Deutschen Irland als das Wunderland präsentiert.

    Dass der Aufstieg zu 100 % mit EU Geldern finanziert wurde, das sagte Niemand,

    dass viele deutsche Firmen nach Irland gelockt wurden mit niedrigen Steuern hat weder

    die EU noch die BRD verhindert. Und nun zahlt der deutsche Steuerzahler wieder.

    Was für ein Drama!!!!

  2. B-Schmitt sagt:

    Der irische Finanzminister gibt den Pensionären eine Woche Zeit, auf die geplante Streichung der Anleihen zu reagieren: der Finanzminister mit seiner Partei gehört abgewäht und die Rentner müssten auf die Strasse gehen und die Banken stürmen.
    Der Finanazminister soll sich bei den Banken und Fonds sein Geld besorgen.

  3. Romeo sagt:

    Wenn die Anleihen wirklich 13% Rendite haben, dann bringt das nach 18 Jahren 234% Gewinn (ohne Zinseszins gerechnet).
    Bei 2000 Renter und 46 Mio hat jeder im Schnitt ein Kapital 23000 Pfund (~26800 Eur).

    Jetzt stellt sich die Frage was bedeutet „Löschen“ der Anleihen?
    Bedeutet das, dass die Anleihen inkl. Zinsen zurückgezahlt werden und die Rentner ab diesem Zeitpunkt natürlich keine extrem guten Zinserträge bekommen? (Option A)
    Oder bekommen die Rentner kein einziges Pfund? (Option B)

    Also für Option A hätte ich grosses Verständnis; warum sollen diese Rentner Jahr für Jahr 13% bekommen wofür sie keinen Finger krumm machen?

    Option B wäre natürlich schreiendes Unrecht.

    Und jetzt mal an alle Kommentatoren vor mir:
    Seid ihr der Meinung dass Option A ein Verbrechen an den „armen“ Rentnern wäre?

  4. Alberich sagt:

    Ein solcher Vorgang läßt sich am einfachsten mit ‚Diebstahl‘ bezeichnen. Der Staat und die Banken sind nichts anderes als eine gemeine Räuberbande.

  5. imperator sagt:

    Macht Euch gefaßt ! Das ist nur der Anfang.

  6. FDominicus sagt:

    Legal, illega, sch… egal, Staatsgewalt

  7. Emil sagt:

    Das ist logisch. In letzter Konsequenz holt sich der Staat das Geld einfach, da helfen einem auch keine „Verträge“ oder „Garantien“. Zwangshypotheken, Goldverbot, Abbuchung von Girokonten – alles schon da gewesen.

    • Witwe Bolte sagt:

      Lieber Emil,
      wie hast Du es geschafft, Dein Foto in den Kommentar zu betten?
      Ich tät gern meinen Schrubber da hin tun.

  8. liberty sagt:

    unglaublich.. solche Gauner 😉