China: Die Zeichen stehen auf Rezession

Zum ersten Mal seit drei Jahren ist die Industrieproduktion Chinas gesunken. Damit bestätigt sich, was verschiedene Indikatoren seit längerem andeuten: Die Boom-Blasen beginnen zu platzen, die Konsequenzen dürften einschneidend sein.

Zum ersten Mal seit drei Jahren ist der Einkaufsmanagerindex in China auf 49 Punkte gesunken, im Oktober lag er noch bei 50,4 Prozentpunkten. Ab einem Wert unter 50 Prozentpunkten droht die Wirtschaft zu schrumpfen. Damit bestätigt sich, was bereits gestern vermutet wurde, als Chinas Regierung beschloss, die Kreditrücklagen der chinesischen Banken zu senken (mehr hier). China steht nicht nur vor einer möglichen Krise, sondern befindet sich schon mittendrin. Denn auch der Index für die neuen Auftragseingänge ist von 50,5 Prozentpunkten auf 47,8 Prozentpunkte gesunken und verweist so auf ein weiteres Schrumpfen der Wirtschaft.

Sprach die Weltbank für 2011 noch von einem neunprozentigen Wachstum, soll dieses 2012 bereits auf 8,4 Prozent sinken. Verglichen mit dem Wirtschaftswachstum von mehr oder bis zu zehn Prozent in den vergangenen Jahren ist das ein deutlicher Rückgang. Die strengen finanzpolitischen Maßnahmen, die die chinesische Regierung in den letzten Monaten durchgesetzt hat, um die Preissteigerungen zu bekämpfen und den Immobilienboom zu dämpfen (was nicht gelang – mehr hier), haben mittlerweile starke Auswirkungen auf die Realwirtschaft Chinas. Viele kleine und mittelständische Unternehmen stehen kurz vor dem Bankrott, weil sie keine Kredite erhalten (mehr hier) und immer mehr gut betuchte Chinesen verlassen ihre Heimat aus Angst vor einem Crash (mehr hier).

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Kommentare

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  1. Rezessionswachstumsindexversteher sagt:

    Der Artikel ist widersprüchlich, um es vorsichtig auszudrücken. Einerseits ist von „Rezession“ und „Schrumpfen der Wirtschaft“ die Rede. Anderseits heisst es, die Weltbank rechne mit einem Wachstum von 8,4% für 2011, was einem Rückgang (des Wachsrtums) entspräche. Ein Rückgang des Wachstums, so schlimm es für China sein mag, würde ich nicht als Rezession (=Schrumpfen der Wirtschaft) bezeichnen. Bei einem Wachstum von 8,4% ist der Satz „Zum ersten Mal seit drei Jahren ist die Industrieproduktion Chinas gesunken.“ schlicht falsch und wohl nur ein billiger Aufreisser.

    • david sagt:

      Fakten zu widerlegen heisst nicht stumpf das Gegenteil zu behaupten!

      In China läuft es eben ein bisschen anders als z.B. in Deutschland. Alles was in China unter 9% Wachstum ist, ist dort eine Rezession. China ist zum großteil abhängig vom Immobilienmarkt und dass wird jetzt den Chinesen zum verhängnis, da die Immobilienpreise stark nach unten fallen (im Durchschnitt 30 %).

  2. Karl-Heinz sagt:

    Die Frage, die sich mir aufdrängt – Ist China tatsächlich Herr über die eigene Währung?

    Wer kann was dazu sagen?