Draghi: EZB wird weiter Staatsanleihen kaufen

Der EZB-Präsident forderte heute vor dem Europaparlament einen neuen „Fiskalvertrag“ für eine stärkere wirtschaftliche Integration der Euro-Länder. Bis dahin will die EZB weiter Geld in den Markt pumpen.

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EZB-Chef Mario Draghi verwies heute vor dem Europaparlament in Brüssel auf die schädlichen Folgen eines unbegrenzten Staatsanleihekaufs. „Ein gestörter, geldpolitischer Transmissionsmechanismus für Geldpolitik hat eine schädliche Wirkung auf Verfügbarkeit und Preis von Krediten für Unternehmen wie für Haushalte.“ Die außergewöhnlichen Maßnahmen der EZB in den vergangenen Monaten dürfen „nur begrenzt genutzt werden“, betonte der EZB-Chef.

Seiner Meinung nach müssen die „Regierungen individuell und gemeinsam, ihre Glaubwürdigkeit gegenüber dem Finanzmarkt“ wieder herstellen. „Ein neuer Fiskalvertrag wäre das wichtigste Signal der Regierungen der Euro-Zone“ als erster großer Schritt hin zu einer „wirtschaftlichen Integration“. Wenn dies geschehe, könnten „andere Elemente folgen“, fügte Mario Draghi hinzu.

Bis dahin wird die EZB jedoch ihre Staatsanleihekäufe nicht einfach stoppen. Die EZB sei sich der Schwierigkeiten am Staatsanleihemarkt bewusst. Aber auch die „Anspannung am Kreditmarkt, der Mangel an geeigneten Laufzeitinkongruenzen bei Bilanzaufstellungen, die Herausforderungen bei der Erhöhung des Kapitals und die konjunkturellen Risiken eines Abschwung“ sind Probleme, die die EZB sieht und zu deren Lösung sie weiterhin mit ihren Möglichkeiten beitrage.

Hier der Link zur Rede des EZB-Chefs (engl.)

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Kommentare

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  1. Syssifus sagt:

    Der Dirigent des Bordorchesters der Titanic,konnte den Untergang auch nicht mehr aufhalten !

  2. Albert Albern sagt:

    Auch wenn es viele Mitschreiber anwidert, die Fiskalunion war schon bei der Einführung des Euro notwendig. Die Steuern steuern den Geldumlauf – deswegen müssen sie auf dem Gebiet einer einheitlichen Währung auch einheitlich sein.
    Man stelle sich vor, zur Zeit der D-Mark gäbe es in Deutschland verschiedene Steuersysteme, in Ostfriesland würde man z.B. gar keine Steuern zahlen, (sehr empfehlenswert), in Bayern dafür um so mehr…

    Was hier untergeht:
    Hätten die Staaten ihre Kredite direkt bei den Zentralbanken aufgenommen, wäre die Sache deutlich billiger. Nun kaufen die EZB Staatsanleihen und bezahlt dabei auch die dicken Zinsen an den „Finanzmarkt“. Also verdienen EINIGE an den Staatsschulden, die Mehrheit muss es bezahlen.

    Eigentlich dürften die Staaten überhaupt keine Kredite aufnehmen – die Staaten müssen sich um EINNAHMEN kümmern. Staatsanleihen sind nur der Verzicht auf Steuern, die in der Zukunft nachgeholt werden MÜSSEN. Mit Zins und Zinseszins,

    Die Staaten müssen also irgendwann die Steuern so wie so erhöhen, nur weil sie sich verschuldet haben…

  3. urs sagt:

    Wie stellt Herr Draghi sich das vor? Jetzt soll uns noch eine Fiskalunion übergestülpt werden, nachdem der ebenfalls übergestülpte Euro sicvh als Flop erweist? Und dann setzen die Politker Europas Gesetze und Verfassungen ausser Kraft ohne dass der Bürger auch nur gefragt wird?

  4. Steuerzahler sagt:

    Was wäre, wenn die Bevölkerung mit den Füßen abstimmen würde?
    Was wäre, wenn jeder sein Geld von der Bank holt?
    Was wäre, wenn jeder sein Geld in werthaltige Assets tauschen würde?

    Wie lange könnte die Politik dieses widerwärtige Spiel noch aufrecht erhalten?

    • schlaumeister sagt:

      wenn sie nur so schlau wären, da müßte tonnenweise Gehirn vom Him-
      mel fallen.

    • Fine sagt:

      Punkt 2 wäre es äußerst wirkungsvolle Maßnahme!
      Wenn das ca. 15 % der Bürger tun würden, wäre erst mal Schicht im Schacht!
      Da man auch von Assets in Crashzeiten kaum etwas abbeißen kann, wäre ein gut bestückter Kühlschrank und Vorratsraum in Bälde sinnvoll!

    • Munnie sagt:

      Punkt 2:

      Sach ich ja……

  5. EURO-Krückstock sagt:

    Aktuell gibt es wieder Terror-Warnungen, angeblich soll der Iran Anschläge in Deutschland planen….naja wer es glaubt wird selig.

    Wiedermal die übliche Ablenkungstaktik mit plötzlich autretenden (gestreuten?)Szenarien und Vorgängen, um vom Thema EURO-Krise abzulenken, wie so oft in heiklen Zeiten des EURO-Rettungswahnsinns und einschneidenden Entscheidungen zu unseren Ungunsten, lange klappt das aber nicht mehr, dass wir uns davon ablenken lassen.

    • Fine sagt:

      Desinformationen, Verirrungen, Verwirrungen, Ablenkungsmanöver, Verdummungsorgien, Terrorwarnungen, Angst verbreiten – die Rezepte sollte nun langsam bekannt sein.
      Angriffe und Kriege kommen stets aus dem gleichen Stall!

  6. dparvus sagt:

    Wann erfolgt endlich der Austritt der brd aus dieser bolschewistischen EU und der Euro- Zone? Es wird höchste Zeit.

    • Karl-Heinz sagt:

      Als Verwaltungskonstrukt der Alliierten kann die „BRD“ das nicht selbst bestimmen.

      Solang die Kuh noch Milch gibt, will man sie melken.

  7. Meinungsfreiheit sagt:

    zum Ersten bin ich froh, dass die MittelstandsNachrichten wieder im Netz sind. Ich dachte schon, dass Ihr vom Ethikrat und der Geschäftsführerin wegen zuviel demokratischer Freiheit und Insubordination abgeschaltet worden seid.

    Mein Vertrauen in dieses europäische Konzept ist zum Teufel. Nach dem WKII wahr ich sehr für die europäische Vereinigung: nach dem Konzept der Vaterländer. Aber die Politiker der heutigen Generation haben aus lauter Machtgier eine Mißgeburt daraus gemacht. Kohl hat zwar für die Wiedervereinigung seine Verdienste, hat aber anschließend die Deutschen verraten, indem nicht die Möglichkeiten einer neuen Verfassung und eines Friedenvertrag genutzt hat. Schmitt, Schröder und Merkel stehen
    in der gleichen Reihe der Verräter.

    Wie hat ein führender Bänker in der Schweiz gesagt: der Euro wird eine europäische Lira. Und heute arbeiten diese Leute daran einem Ertrinkenden noch mehr Wasser zu reichen.

    • Fine sagt:

      Kohl hat Verdienst an der Wiedervereinigung???
      An welcher Wiedervereinigung?
      Wie kann sich ein Landesteil mit einem anderen vereinigen, dessen fragwürdige Existenz am 19.07.1990 aufgelöst wurde???
      Und die offizielle WV fand am 03.10.1990 statt.., ein Wunder ist geschehen!

  8. klop0998 sagt:

    Die EZB bricht die EU-Verträge !

    Die EU-Verträge sind damit NULL und NICHTIG. Alle EU-Politiker die diese noch unterstützen sind sofort zu verhaften, Staatsdiener tretet in Streik !

    • Karl-Heinz sagt:

      Die EU-Verträge sind von Beginn an schwebend unwirksam oder nichtig, weil die „BRD“ als NGO kein völkerechtlich bindenden Verträge schließen kann.

      Das wissen alle Beteiligten – stören tut es aber niemanden.

  9. kneipier sagt:

    Ein neuer Fiskalvertrag wäre das Todesurteil der Nationalstaaten in Europa.

    Weil der nur in einer Fiskalunion enden kann. Hochverrat!

    Im Jahr 2012 werden im Wochentakt Schulden aus 2008/09/10 fällig. Wer soll die bezahlen?

    Oder ist gar geplant, diese über den ESM abzuwickeln, wo jeder seine „Bedürftigkeit“ anmeldet und die Allgemeinheit MUSS innerhalb von 7 Tagen aus der Tasche kommen…

    Wer die „Allgemeinheit“ darstellen wird, ist in Anbetracht von 16 Bittstellern und einer Zahlmeisterin zu befürchten.

    • so-ist-es sagt:

      >>Ein neuer Fiskalvertrag wäre das Todesurteil der Nationalstaaten in Europa.<<

      Stimmt!

      Entweder ist diese sogennante Krise eigens dazu geschaffen worden oder
      diese ehrenwerte Gaunergesellschaft nutz für ihre Interessen diese Chance.

      Ob nun so oder so, es ist klar erkenntlich wohin sie die Nationalstaaten in ihrer Bedrängnis treiben wollen,- und die Aussichten auf Erfolg sind für sie gut.

      • saxo sagt:

        Diese Krise ist eigens dazu geschaffen worden!
        In der Politik geschieht nichts zufällig! Nichts! Alles ist geplant!
        Mit dieser Krise sollen endgültig „die 99%“ enteignet werden! Und dann…
        Naja, siehe George Orwell. Ob der es nun gewußt oder geahnt hatte, sei dahingestellt. Auf jeden Fall wollte er warnen. Aber „die 99%“ hörten und hören ihm nicht zu. Für die ist es „Unterhaltung“.
        Und die „Politiker“ sind nicht gierig. Nein, die wollen und dürfen nur nicht die Hand beißen, die sie füttert und am Leben erhält. Und sollten sie es doch mal versuchen, ja dann siehe Kennedy, Herrhausen, Rohwedder, Möllemann etc.

  10. danalytix sagt:

    Wer ermächtigt ehemalige (oder noch immer in den Gehaltslisten Geführte!) Angestellte der fragwürdigsten Großbanken, die maßgeblich am Welt-Finanzskandal beteiligt waren, dazu, der Politik derartige Vorschläge zu machen? – Warum steht nicht einmal EINE(R) der verantwortlichen „Politiker“ auf und sagt: „Schluss“?

    • kneipier sagt:

      Diese Frage hätten Sie beizeiten mit John F. Kennedy, Herrhausen, Barschel, Möllemann und Rohwedder diskutieren sollen.

      Ansonsten suchen Sie doch einmal das Gespräch mit Dominik Strauss- Kahn…

      Oder kommen Sie gerade selber drauf?

      • Zeitzeuge sagt:

        Diese klare Ansage muß vom Volk selbst erfolgen. 100% aller Politiker wurden bereits gekauft, ehe sie in ihre „Ämter“ kamen. Von daher werden Sie wohl noch lange auf klare Worte warten müssen, eher kommen Hyperinflation, Zusammenbruch oder Krieg.