Notenbank-Intervention bringt Hausse im Schrottpapier-Segment

Nachdem die Fed den Märkten wieder genug Spielgeld in die Hand gedrückt hat, greifen die Gambler wieder bei den Schrottpapieren zu. Die Leidtragenden: Deutsche Staatsanleihen (werden teurer), die amerikanischen Steuerzahler (ihr Geld wird gerade verbraten).

Die Intervention der Notenbanken zur Verbesserung der Dollar-Liquidität zeigt erste Wirkungen. Spanien und Frankreich haben erfolgreiche Emissionen von Staatsanleihen hinter sich (mehr hier), wenngleich Spanien sich steigenden Zinsen gegenüber sah und in Frankreich eher Erleichterung zu spüren war. Besonders bei Spanien zeigen sich die ersten nicht auf den ersten Blick offensichtlichen Auswirkungen der Dollarflutung: die Nachfrage nach spanischen Staatsanleihen war extrem hoch. Die Anleihen im Wert von 3,75 Milliarden Euro hätten auch aufgestockt werden können. Die Nachfrage lag hier bei Staatsanleihen im Wert von 10,255 Milliarden Euro.

Die nachgelassenen Finanzierungssorgen stärken die Verkäufe von Staatsanleihen stärken. Durch die Bankenintervention (mehr hier) konnte beispielsweise die Effektivverzinsung auf französische Anleihen einen Rekordrückgang verzeichnete. Und die Kursdifferenz bei österreichischen und belgischen Anleihen im Vergleich zu Bundesanleihen verringerte sich signifikant und könnte sogar den gleitenden 50- und 100-Tagesdurchschnitt durchbrechen. Leicht steigende Zinssätze für deutsche Anleihen stiegen heute leicht und ein erneutes Scheitern am Staatsanleihemarkt (mehr hier) dürfte zunächst nicht anstehen. Ein Hauptgrund für die nicht gänzlich verkauften, deutschen Anleihen war damals auch die Tatsache, dass sich die Investoren aufgrund ihrer knappen Finanzmittel eher für höher verzinste Staatsanleihen interessiert hatten. Die neu gewonnene Liquidität dürfte nun auch niedrig verzinste Anleihen wie die Bundesanleihen und die britischen Staatsanleihen stärken.

Allerdings scheinen, wenn man die Nachfrage nach spanischen Anleihen betrachtet, die Investoren nicht zwischen qualitativen, sicheren und eher unsicheren Anleihen zu unterscheiden. Sehr wahrscheinlich werden sie sogar aufgrund der hohen Verzinsung vermehrt Anleihe von Spanien, Belgien und Italien kaufen und somit die eigenen Bilanzaufstellungen wieder mit fragwürdigen Papieren aufzustocken.

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Kommentare

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  1. Bernd sagt:

    Die Notenbankeninterventionen haben eine kurzfristige Liquiditäts-Hausse an den Anleihemärkten ausgelöst.

    Na, „einen geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“ sagen sich wohl die Gambler.

    Die Zeiten sind jetzt allerdings vorbei, dass Notenbanken als Hüter der Stabilität gelten.

    Die Inflation wird jetzt auf touren kommen.

    http://www.bwinvestment.de

  2. Frank Schmidt sagt:

    Wer sind eigentlich die Investoren von solchen schrottpapieren ?
    Lischen Müller bestimmt nicht. Da schieben sich doch nur die Banken den mist hin und her.

  3. Roland sagt:

    Eigentlich wäre die kurzfristige Lösung ganz einfach. Man verstaatlicht alle grossen Geldhäuser und sieht zu, dass die Zinserträge der Allgemeinheit zugute kommen. In weiteren erhebt man eine progressive Vermögenssteuer, um die grossen Vermögen einzudämmen.
    Was in dieser Diskussion überhaupt vergessen wurde, ist die Käuflichkeit der Politik und der damit einhergehenden Korruption.

  4. alecks sagt:

    ntv, heute:
    „Entgegen allen Ratschlägen sei er (Sarkozy) aber entschlossen, den Franzosen in aller Deutlichkeit den Ernst der Lage nahezubringen. Die Einführung der 35-Stunden-Woche und die Verkürzung der Lebensarbeitszeit seien schwere Fehler gewesen, deren Konsequenzen Frankreich heute zu zahlen habe. Das Land müsse alle Zweifel zerstreuen, dass es seine Schulden nicht zurückzahlen könne – damit es auch in schwierigen Zeiten weiter sein Schicksal bestimmen könnte. “

    Der Druck in Frankreich wird wachsen. Der Druck wird von „draußen“ kommen, Sarkozys Sprache ist die der Finanzindustrie, sie ist ihm in’s Maul gelegt worden. Wann wird er mit der Umsetzung der Reformen beginnen? Ist das nicht alles viel zu spät? Und: was erwartet uns am 9.Dezember????

  5. liberty sagt:

    Jetzt lädt sogar das österreichische Staatsfernsehen ORF bereits Experten wie Franz Hörmann, a.o.Univ.Prof. im Institut für Unternehmensrechnung an der Wirtschaftsuniversität Wien, zu einem Club 2 ein sowie eine Dame, Frau Veronika Spielbichler, Expertin für Regionalgeld aus Wörgl, sowie einen Wirtschaftsanwalt der sich einen Bauernhof zur Selbstversorgung gekauft hat ein. Und auch Dirk Müller, Börsenmakler (Mr. Dax). (Die anderen beiden Gesprächspartner Matthias Horx und Frau Barbara Kolm vom Hayek Institut, übergehe ich gefließentlich, da sie in ihren gedanklich-geistigen Fähigkeiten nicht über Schulbuchniveau hinauskommen ;-))

    Jedenfalls eine ganz interessante Mischung und das im staatlich kontrollierten ORF, österreichischen Fernsehen. Am Schluss sagt der Moderator sogar, es schadet nicht ein paar Konservendosen im Keller zu bevorraten oder sich einen Bauernhof zu kaufen (na wer´s hat)). Wenn so etwas im ORF gezeigt wird, dann stehen wir kurz vorm Kollaps, oder einer Währungsreform oder was auch immer. Auf alle Fälle wohl nahe vor irgendwas… sonst würde der ORF soetwas NIEEEEEEEEEEE senden…

    Hier die Sendung:

    http://tvthek.orf.at/programs/1283-Club-2/episodes/3256433-CLUB-2

    Außerdem reist Herr Faymann, der österreichische Bundeskanzler zur Frau Merkel auf einen Plausch. Ich könnte mir vorstellen, dass es hier um eine gemeinsame Währung geht. Glaube ja nicht, dass Österreich eine eigene Währung haben würde. Ist ja sowieso mehr oder weniger einfach ein weiteres deutsches Bundesland. Hat sich seit 2. WK nicht geändert. Und Herr Faymann ein Diener des Euroclubs sowie Bilderbergerauswurf.

    • M.Schmidt sagt:

      Danke für den Link! … Versteh ich das richtig: Jetzt werden also mit dem neu gedruckten (Spiel)geld, dem kein realer Gegenwert gegenübersteht, diese wertlose Anleihen gekauft. Die Geldmenge wird also erhöht damit das Casino weiter pokern kann…oder nennt sich das stabilisieren?

      • lost sagt:

        Bisher kann man mit dem Spielgeld sein Leben vereinfachen. Man kann Politiker bestechen, ganze Marionettenregierungen kaufen, Waffen, schnelle Autos und Land.

        Vielleicht konzentriert man sich zu sehr auf die Börse, dass einem das Wesentliche entgeht?

        http://de.rian.ru/opinion/20111130/261627802.html

        http://www.gevestor.de/details/china-kauft-oel-in-kasachstan-3537.html

        http://www.vidc.org/index.php?id=590

        Alle Kriege im Nahen und Mittleren Osten führten die USA gegen Länder mit Erdöl.

        http://www.aktivepolitik.de/USA_Kriege.htm

      • Zeitzeuge sagt:

        Gewöhnliches Neusprech eben, nach G.Orwell, „1984“. Wann hören die Menschen auf, den Worten zu glauben, die aus den Kanälen der Propaganda kommen? Es ist zum Verzweifeln, wie vernebet die Leute sind. Bereits 2006 hat eine maßgebliche US-Behörde in einer internen Mittelung mit sehr hoher Sicherheitseinstufung vor ALLEN Anlagen in Papierform gewarnt…

        • jwe sagt:

          Für Menschen, die die Wahrheit suchen, möchte ich folgende Links empfehlen: http://www.endzeitbotschaft.de/
          http://www.youtube.com/user/InfokriegerMcM

          • kneipier sagt:

            Dann empfehle ich für die Wahrheitssuchenden auch einen Link:

            http://krysto.jesus-my-power.de/papst.html

            Dabei bitte das Kreuz beachten.

            Pfeifen es doch schon die Spatzen von den Dächern, daß es neben dem Weissen im Vatikan noch einen „Schwarzen Pabst“ in dessen Nachbarschaft gibt.

            Genau der hat das Sagen!

            Es sind die Jesuiten.

            Da schliesst sich der Kreis.

        • liberty sagt:

          ja interessant. Ich hatte gerade wieder eine Diskussion. Meine Diskussionspartnerin hat Angst, wenn sie jetzt Silber kauft, dass sie zu viel verliert, wenn der Silberpreis sinkt ;-(( ohh Mann…. Geduld ist eine Tugend…..aber ich schildere ja gerne immer wieder meine Sicht der Dinge….. vielleicht springt ja irgendwann der Funke… wer weiß? ;-))

          • jay twelve sagt:

            Liebe Leute, begreift doch endlich, dass es bei der ganze Sache weder ums Gold, Silber oder Geld geht.
            Das sind bloß Konfetti, die an der Spitze der Lanze hängen.
            Es ist die Spitze der Lanze, die Euch bedroht.
            Es geht im wahrsten Sinne des Wortes, um Leben oder kollektiven Tod.
            Es geht nicht mal um Sieg des Oxident ver. Orient, es geht ums Krieg, das nur wenigen glauben es zu überleben.
            Die notorischen Römer wollen um jeden Preis testen, auf welcher Seite steht der Gott.
            Der Gott ist absolut neutral, dem ist es Scheiß egal, ob die Menschen sich hassen oder lieben, ob sie im Frieden leben oder sich bis zum letzten Mohikaner bekriegen. Er hat endlos viel Zeit.
            Allerdings, dass die Römer es bitter ernst meinen, darüber gibt es kein einziger Funken Zweifel.
            Was auch immer wir schreiben, stößt auf taube Ohren der wilden Gotteskrieger.
            Haut ab von der nördliche Hemisphäre, dort wird es sehr lange radioaktiv, einsam und kalt.

    • Karl-Heinz sagt:

      Danke für den link.

      +++++ EINE STERNSTUNDE DES ORF +++++ unbedingt ansehen+++++

      Eine wirklich kontroverse Fernsehdiskussion, ohne Denkverbote!

      „Wenn der Finanz-Crash kommt – was dann?

      Franz Hörmann
      Wirtschaftswissenschafter, Autor des Buches „Das Ende des Geldes“

      Dirk Müller
      Börsenmakler, bekannt als „Mister DAX“

      Matthias Horx
      Zukunftsforscher

      Barbara Kolm
      Hayek Institut

      Veronika Spielbichler
      Tauschexpertin, Unterguggenberger Institut Wörgl

      Reinhard Schanda
      Wirtschaftsanwalt, sorgt privat für den Crash vor

      http://tvthek.orf.at/programs/1283-Club-2/episodes/3256433-CLUB-2

  6. Karl-Heinz sagt:

    Die ausgelösten Effekte lassen sich nur mit religiösem Wahn vergleichen – darum handelt es sich wahrscheinlich auch.

    Eine wie auch immer geartete Vernunft kann ich nicht erkennen.

  7. Gast sagt:

    Ist doch logisch, solange die Notenbanken den Investoren hochrentierender Staatsanleihen
    das Risiko abnehmen investieren die in diese Anleihen und lassen niedriger rentierende
    Anleihen liegen.Gerechtigkeit und Ordnung kommt in die Finanzmärkte erst dann wieder
    zurück wenn man die Notenbanken abschafft oder die Investoren wissen, dass sie das volle
    Risiko tragen.

  8. dparvus sagt:

    Der Kauf riskanter Anleihen scheint ja auch zumindest kurzfristig lukrativ zu sein:

    Verhältnismäßig hohe Renditen (oder Zinsen, würden die Schuldner sagen), aber nach der „Rettungsaktion“ besteht die Chance, sie schnell wieder an Herrn Draghi loszuwerden.

    Der Steuerzahler/ Normalbürger ist der Dumme. Schöne Welt!
    Weg mit dem Euro.