Bank of England: Griechenland-Pleite steht zu 100% fest

Ein Bericht der Britischen Zentralbank beschreibt ein Szenario, das den Griechen nun wohl den letzten Funken Hoffnung nimmt: Griechenland kann in den nächsten fünf Jahren seine Schulden nicht zurückzahlen. Die Pleite ist unausweichlich.

Die Britische Zentralbank veröffentlichte am Freitag eine Analyse, der zufolge Griechenland mit 100 prozentiger Gewissheit auf einen Bankrott zusteuere. Dies berichtet die Zeitung Kathimerini. Mervyn King, der Gouverneur der Bank of England, betonte, die Theorie sei nicht aus der Luftgegriffen, sondern sei auf Grundlage der Auswirkungen der Schuldenkrise auf die Marktpreise berechnet worden.

Dabei hat Griechenland erst diese Woche die Zusage für die nächste Tranche des Rettungsprogramms in Höhe von acht Milliarden Euro bekommen. Ein Tropfen auf den heißen Stein, der die Griechen gerademal das nächste Jahr über die Runden bringen wird. Die Chancen, den Schuldenberg innerhalb der nächsten fünf Jahre abbauen zu können ist also gleich null. Auch die Prognosen für andere EU-Staaten zeigen düstere Aussichten. Portugal würde mit 60 prozentiger Sicherheit auf einen Konkurs zusteuern. Bei Italien und Irland liegen die Werte – immerhin etwas niedriger – bei 50 und 40 Prozent.

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Kommentare

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  1. Doc.Ex sagt:

    @ jay twelve sagt:

    # Wenn man genau hinschaut, die Insolvenz eines Staates reduziert sich lediglich auf die Einschätzung der Kreditoren, dass dieser Staat keine Zinsen mehr zu dem geforderten Zinssatz zahlen kann.
    In etwa vergleichbar mit dem Blutspender, dessen Körper weniger Blut produziert, als man ihm abzapfen möchte…#

    Ein sehr zutreffendes Modell. Nur dass der Blutspender sich noch nicht seiner Macht bewusst ist. Außer listigen oder gerissenen Südländern wie Papandreou oder auch Berlusconi, die die anderen damit erpressen, sie mit in den Strudel zu reissen.

    Was in dem Modell leider noch fehlt, wenn auf beiden Seiten Spender oder Nehmer sich Kartelle oder Vereine bilden. Ganz schlimm ist in einem Blutspenderverein, wo nur noch einer etwas Blut hat, während die anderen ehemaligen Blutspender blutarm bis blutlos dahinsiechen und selbst noch mehr Blut brauchen als die Bluterfamilie. Eines steht aber fest, dass sich alle gegen den einzigen und letzten mit Blut verschwören.

    Dieser hat nur eine Überlebenschance, wenn er sich bis auf weiteres rigoros verweigert und sich auf keine Versprechungen und Sanktionen einlässt, die alle erlogen sind. Nur um noch ein paar Tropfen für ein paar Tage längeres Dahinsiechen zu bekommen, anstatt sich einer lästigen und schmerzhaften Blutauffrischungskur zu unterziehen. Lieber sollen doch alle gegen alle Vernunft verrecken.

  2. Walter Schneider sagt:

    Die Lage ist dramatisch; wenn aber GR weitere 5 Jahre weiterwurschteln kann, dann kann es das auch noch weitere 10 Jahre, andere eingeschlossen.

    • Zeitzeuge sagt:

      Das hängt von denen ab, die das so zulassen werden. Es gibt tatsächlich rentable Gefängnisse.

  3. lost sagt:

    @Zeitzeuge

    Kennen Sie den Witz von dem Betrunkenen, der seinen Haustürschlüssel im Dunkel verloren hat, aber unter der Strassenleuchte sucht, weil dort Licht ist?

    Ihnen wollte ich auch gar nicht helfen. Ihnen hätte ich nicht mal geholfen. Mein Kommentar war gerichtet an Livia.

    Und wenn Sie allen konkret weiter helfen können bei der Griechen-Pleite, dann posten Sie die Hilfe doch? Was hält Sie ab? Bin schon gespannt auf Ihren Erfolg.

    Bisher beobachte ich auf allen einschlägigen Websites nur ein Schmoren im eigenen Saft.

    • Zeitzeuge sagt:

      Ihre Aufmerksamkeit ehrt mich. Wollen SIe mich entmutigen? „lost“ scheint bei Ihnen Programm zu sein. Vielleicht liegt es auch an Ihrem Blickwinkel, Ihrer Brille, die Sie auf der Nase haben und an Ihrer Interpretationsfähigkeit, daß Sie zu Ihren Beobachtungsergebnissen kommen. Es ist sehr selten, daß ich unter den Leserkommentaren etwas finden kann, was hilfrech und wegweisend in der gegebenen Situation ist, es belegt eher, wie wir gemeinsam da hineingekommen sind.

      Die Griechen sollten sich selbst helfen, ansonsten werden ihnen andere auf ihre Weise helfen, sicher nicht im eigentlichen Interesse der Griechen. Den Deutschen ist nicht mehr zu helfen, nur ein paar finden sich, organisieren sich, tun was. Dafür gibt es aber um so mehr kluge Leute im Ausland, die einen realen Blick auf das Geschehen haben, selbst „Angestellte“ bestimmter US-Behörden. Ich weiß, was Propaganda ist und wo die reale Angst der Systemlinge anfängt.