Crash-Angst: Italienische Unternehmen wandern in die Schweiz ab

Aus Misstrauen in das italienische Bankensystem haben viele Italiener zunächst ihr Vermögen in die Schweiz gebracht. Nun sind die Sorgen mit der Krise besonders im Mittelstand gewachsen: Viele Unternehmer verlegen ihre Geschäfte in die Schweiz.

„Der Schweizer Franken scheint im Vergleich zum Euro stabil. Bessere Bedingungen für den Verkauf meines Käses. Ich bin nicht daran interessiert Milliardär zu werden – ich will nur innere Ruhe“, sagte der Mozzarella-Produzent Marco der Nachrichtenagentur Reuters.

Die strengen Sparmaßnahmen, Angst vor einer möglichen Vermögenssteuer sowie die beunruhigende Lage der italienischen Banken treibt viele italienische Unternehmer in das nördliche Nachbarland, die Schweiz.

Der Ansturm auf Beratungsfirmen für Unternehmer hat bereits begonnen. Ein Flut von Nachfragen zu Niederlassungen oder Übertragungen eines Teils der Geschäfte in die Schweiz sind im letzten halben Jahr bereits bei Gianluca Marano, Leiter einer Schweizer Beratungsfirma für Unternehmer eingegangen. „Italienische Banken haben den Kredithahn zugedreht. Unternehmen suchen nun nach alternativen Lösungen“, erklärt Marano.

Begonnen hat es mit vermögenden und gut betuchten Italienern, die ihr Geld auf Schweizer oder Luxemburger Konten oder Schließfächern sicherten. Doch nun ist die Welle auch im Mittelstand angekommen. Seit Juni sei die Zahl derer, die ihr Geld ins Ausland bringen, um 7 Prozent gestiegen, berichtet Vittorio Carlomagno, Vorsitzender der Steuerzahler-Vereinigung Contribuenti.it.

Die Angst, alle Ersparnisse könnten über Nacht verschwunden sein, ist so groß, dass sie um jeden Preis ihr Geld wegbringen. So berichten Schweizer Banken, neben unzähligen Kontoeröffnungen von einem Mangel an Schließfächern sowie Bargeldschmuggel in großem Stil.

Als beliebtes Einwanderungsland ist die Schweiz bereits bekannt. Obwohl sich auch dort erste Anzeichen der Krise bemerkbar machen, reißt der Einwanderungsstrom ausländischer Erwerbstätiger nicht ab. Die Baseler Zeitung berichtet von einem Zuwachs um 19 Prozent in den letzten drei Quartalen. Während die Ankunft der deutschen Immigranten in der Schweiz mit einem gewissen Misstrauen gesehen wird, dürften es die Italiener leichter haben. Sie gelten in der Schweiz als gern gesehene Unterstützer der Wirtschaft.

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Kommentare

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  1. arcos sagt:

    Bitte zur Kenntnisnahme… der Vergleich mit Island!!

    Ende 2009 lasteten auf den Schweizer Eigenheimbesitzern Hypotheken von insgesamt 546 Mrd Fr., das entsprach 102% des Bruttoinlandprodukts. Damit weist unser Land einen weltweiten Spitzenwert auf, der nur von Island (120%) übertroffen wird.

  2. Börsenkenner sagt:

    foget it….der Euro wird demnächst sicher nicht crashen. Aber in der Tat, die Börse wird noch vor Weihnachten etwas einbrechen….danach kommt Sonnenschein…..das böse erwachen kommt erst im Herbst 2012 bis ins 2013 hinein. Das hat nichts mit der Profenzeihung zu tun die überall in den Medien zu lesen sind. Nein, es ist der Zyklus der Wirtschaft. Irgendwo auf der Welt wird etwas gesschen das die Börsen zum Einbruch bringt damit die Bankster die gutgläubigen Anleger um ihr Geld bringen können. Geld regiert die Welt und das wird von den Bankstern benötigt. Ihr werden sehen wie die Börse im nächsten Jahr eine ungewohnte Auferstehung feiern wird obwohl die ganze westliche Welt verschuldet ist. Diese Schulden können von den Staaten unmöglich zurück bezahlt werden, deswegen muss sich der Staat und die Bankster das Geld holen dort wo es liegt…..ihr werdet es in den nächsten kommenden 3 Monaten erleben wie die Börse die gute Wirtschaft mit neuen Hochs feiern wird.

  3. Walter Schneider sagt:

    Ich möchte etwas korrigieren: Deutsche sind keineswegs als Einwanderer unwillkommen. Im Gegenteil; Verkaufsgeschäfte, Cafés und Restaurants stellen immer mehr Deutsche ein. Das ist ein guter Trend nach den meist der deutschen Sprache nicht mächtigen „Einwanderer“. Desweiteren lungern Deutsche nicht in Gruppen in der Stadt oder am Bahnhof herum und belästigen auch keine Frauen in der Oeffentlichkeit.

    Das musste also schon mal gesagt werden.

    • fritz sagt:

      Die Schweizer sind der Meinung die Deutschen Arbeiten zu billig.Sie haben lieber Ausländer die gar nicht Arbeiten..trifft wahrscheinlich aber nur auf die Linken dort zu.

      Deutsche und Österreicher sind dort übrigens weniger Kriminell als UR-Schweizer.

  4. Toni-Ketzer sagt:

    Zitat Karl-Heinz;
    „Es wird glasklar, dass die Geldvergabepolitik eine Hexenjagd auf den Mittelstand darstellt.“

    In Deutschland begann die Hexenjagd auf vermögende Bürger mit dem verstaatlichten Arbeitsmarkt, der „Agenda2010“. Die s.g. Quellensteuer weist dem Finanzamt lediglich den Weg hin zu versteckten Vermögen. Die Schweiz möge doch die Konten ihrer deutschen Kunden nennen, sonst reitet die Kavallerie von Fort Yuma aus,
    ………so der Tenor.

  5. Karin Jürgens sagt:

    Wartet mal ab.
    Alle, die ihr Vermögen zur Sicherung in die Schweiz bringen, werden noch das Undenkbare erleben: Staatsinsolvenz dieser europäischen Festung. Immerhin schwebt über uns allen eine riesige Geldblase, und wo hat sich in Europa besonders viel von dieser heißen Luft angesammelt? Luxemburg, Liechtenstein, Schweiz und noch ein paar andere kleine Nester.

    • Gast sagt:

      Sie sollten sich mal die schweizerische Verschuldungsrate im Verhältnis zu
      allen anderen Ländern der Welt ansehen, sowohl die taatliche als auch die
      private. Mal gespannt ob Sie Ihre Prognose dann noch aufrecht erhalten

  6. hunsrückbäuerlein sagt:

    geil yeap,

    und wird was dagegen unternommen, dass jede menge staatlich subventionierter gewinne ins ausland abwandern? NÖ!

    die kleinen, die da in ihren hütten vor sich hinwurschteln, die werden´s bezahlen.
    da fällt mir nur noch ein:

    weltweit: krieg den palästen, friede den hütten

  7. Selbstdenker sagt:

    Da wird nun in Zukunft der Ferrari mit einem Schweizer Käse auf dem Fahrersitz ausgeliefert.

  8. Karl-Heinz sagt:

    Es wird glasklar, dass die Geldvergabepolitik eine Hexenjagd auf den Mittelstand darstellt.

    Ein unabhängiger Mittelstand ist in einer Konzerndiktatur ein unkalkulierbarer Störfaktor. Deshalb muss der Mittelstand zerschlagen werden und in die Abhängigkeit getrieben werden.

    Das Problem – die italienische Wirtschaft basiert zum größten Teil auf mittelständischen Unternehmen.

    Die Lösung – Geldhahn zudrehen und die bankrotten Unternehmen billig einsammeln.

    Alles nur Programm!

    • Murksel sagt:

      Dazu fällt mir ein dass eine schweizer Studie zu dem Resultat kam ,dass der grösste Tei der globalen weltweiten Wirtschaft in Händen von 147 grossen Konzernen ist.
      Das passt doch dann.

  9. schlaumeister sagt:

    Der schweizer Franken scheint stabil. Mit Betonung auf „scheint“. Bei einem
    weltweiten Crash geht auch er mit unter, besonders, da er jetzt an den Euro
    gekoppelt wurde. Die Kredite, die per Hypothek in CHF an die Oststaaten
    vergeben wurden kommen heute schon nicht mehr zurück. Der Forint z.B.
    geht gegenüber dem CHF gerade total unter. Die Leute können ihre Hypo-
    theken in CHF nicht mehr tilgen.

    • Gast sagt:

      Es gibt überhaupt keine Veranlassung an einen Untergang des Franken zu
      glauben. Die Garantie des min. Umtauschkurs von 1,20 kann morgen so einfach
      aufgehoben werden wie eingeführt. Mit nichten liegt das Risiko für CHF Hypotheken in Osteuropa bei Schweizer Banken, sondern fast ausschliesslich
      bei österreichischen und deutschen Banken und die haben ihre Risiken verbrieft
      und vorzugsweise an Deutsche Investoren verkauft.. In Bayern gibt es ebenfalls ganze Heerscharen von menschlichen Hedgefonds, die ihre Häuser mit CHF-Krediten finanziert haben.