Wird Schottland schon bald Teil von Skandinavien?

Während aller Orten über mehr Integration gesprochen wird, gibt es mitten in Europa auch Sezessions-Pläne: Schottland wird in einem Referendum über die Abspaltung von Großbritannien entscheiden. Die Scottish National Party wäre viel lieber ein Teil des auf der Insel bewunderten Skandinavien.

Im Jahr 2014 oder 2015 wird Schottland in einem Referendum über seine Unabhängigkeit entscheiden. Die Scottish National Party hat indes schon einen Plan für eine Anbindung Schottlands an Skandinavien weg von Großbritannien ausgearbeitet. Eine eigene Armee, Luftwaffe und Marine soll auch geschaffen werden.

Die Chefstrategen der Scottish National Party (SNP) arbeiten seit längerer Zeit an einem „Prospekt zur Unabhängigkeit“. Dieses Dokument, über dessen Inhalt dem britischen Independent von SNP Insidern berichtet wurde, soll unter anderem die Schotten noch vor dem Referendum im Jahr 2014 oder 2015 von der Unabhängigkeit Schottlands überzeugen.

Ziel ist es, sich nach der Unabhängigkeit von Großbritannien deutlich mehr an den skandinavischen Ländern und Osteuropa zu orientieren, als weiterhin zu den Briten zu schauen. “Unsere Nachbarn im Norden und Osten haben bereits einen guten Start hingelegt und arbeiten konstruktiv zusammen. Wir müssen uns ihnen anschließen und unsere Rolle dabei spielen“, sagte Angus Robertson kürzlich, der Sprecher für Auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung der SNP, wie der Independent berichtet.

Neben der Funktion, die Schotten von der notwendigen Unabhängigkeit von Großbritannien zu überzeugen, dient das Papier auch als Verhandlungsbasis mit der britischen Regierung. Sollte das Referendum gewonnen werden, will Alex Salmond, schottischer Politiker und Erster Minister seines Landes, neun Prozent des gesamten britischen Vermögens inklusive entsprechender Rüstungsgüter verlangen, was dem Anteil der Schotten an der britischen Bevölkerung entspricht. Zudem soll bei Faslane, wo sich derzeitig die Basis der britischen Trident U-Boot-Flotte befindet, eine unabhängige, schottische Marine nach nordischem Vorbild entstehen. Auch eine schottische Luftwaffe und eine unabhängige Armee, der das Royal Regiment of Scotland als Rückgrat dienen soll, sind geplant.

Bereits in den vergangenen Jahren reisten die schottischen Separatisten wiederholt nach Skandinavien, um sich mit den dortigen Ministern und Beamten zu treffen und den Weg für größere Kooperationen zu ebnen. Hinsichtlich der Energieversorgung gibt es schon ausgearbeitete Pläne für ein Superstromnetz zwischen Schottland und Norwegen. Im Handel will die SNP die Zusammenarbeit mit Schweden, Dänemark und Norwegen ausweiten und eine gemeinsame Öl- und Gasförderung schaffen. Selbst über den Transport hat sich die SNP Gedanken gemacht: Neue Seewege wie etwa von Asien über Russlands Norden sollen genutzt werden und eine neuer Hauptcontainerhafen soll in Konkurrenz zu Rotterdam geschaffen werden.

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Kommentare

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  1. jörg sagt:

    Fehler!Die SNP sind keine Nationalisten sondern eine Linke Partei und Separatisten auch wenn sie Jüdische Bücher aus den Bibliotheken verbannten.

  2. Lützower Jäger sagt:

    Blütenträume einer Minderheit:

    Schottland müsste sich als souveräner Staat von einer Vielzahl bequemer Privilegien verabschieden. Wer glaubt, dass GB die Ölförderung vor der schottischen Küste kampflos abtritt, lebt eine Illusion. Den schottischen Nationalisten bliebe nur die Option eines über Jahrhunderte andauernder Befreiungskrieg vglb Irland. Dafür gibt es in Schottland keine Mehrheit.