Spanien: Sozialversicherungsträger schlagen Alarm

In den ersten zehn Monaten des Jahres sanken die Einnahmen der Sozialversicherungsträger aufgrund der Rekordarbeitslosigkeit in Spanien um 2,35 Prozent. Das ehrgeizige Defizitziel der spanischen Regierung steht auf der Kippe.

Das spanische Sozialversicherungssystem wird vermutlich nicht das Ziel eines Überschusses von 0,4 Prozent des BIP in diesem Jahr erreichen. Der Leiter der Sozialversicherungsverwaltung, Octavio Granado, sprach auf einer Konferenz von einer „Ungewissheit“, da die Einnahmen der Sozialversicherung in den ersten zehn Monaten des Jahres um 2,35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen und zur selben Zeit die Ausgaben sogar um 2,22 Prozent gestiegen seien. Das hat zur Folge, dass der Überschuss der Sozialversicherungsträger um 44,3 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro gesunken ist.

Grund hierfür ist die massive Arbeitslosigkeit im Land, die im November sogar den Rekordwert von 4,42 Millionen erreichte. Die erhoffte Verbesserung des Arbeitsmarktes zum Ende des Jahres hin ist durch den erneuten Abschwung der spanischen Wirtschaft nicht eingetreten. Und der Trend setzt sich fort: So sank die Zahl der Spanier, die in das Sozialversicherungssystem einzahlen, im November um 2,07 Prozent auf nur mehr 17,25 Millionen.

Die Folge des von den Sozialversicherungsträgern nun kaum mehr erreichbaren Plus zum Jahresende spürt vor allem die spanische Regierung. Die anvisierte Defizitreduzierung des spanischen Haushalts von 9,3 Prozent auf 6 Prozent in diesem Jahr war und ist auch abhängig von dem erhofften Plus der Sozialversicherung. Die Regierung muss nun sogar mit einer Zuzahlung von 855 Millionen Euro rechnen, um die aufgrund der Inflation massiv in ihrer Kaufkraft geschwächten Bezieher der Minimumrente zu unterstützen.

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Kommentare

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  1. schlaumeister sagt:

    Die Sozialsysteme werden überall zusammenbrechen, Spanien, USA, GR, PT
    gehen uns nur voraus.

  2. hunsrückbäuerlein sagt:

    sehr gut,

    nach GR, I, wird jetzt in Spanien offensichtlich, dass das Kapital keine Lösung seiner selbst verschuldeten Probleme hat – Dillettanten kann man da nur sagen und solche Dillettanten sagen uns was wir zu tun und zu lassen haben?!

    Jagen wir sie zu Teufel, mit Mistgabeln, Hacken, Scheren, Schaufeln, diese selbstgefälligen Halunken. Krieg den Palästen, Europa erwache, das Kapital hat uns den Krieg erklärt.

    • FDominicus sagt:

      Das Kapital hätte wohl eine Lösung, die passt den Gutmenschen nicht.
      a) hätte das Kapital schon vor drei Jahren viele Banken vom Markt „genommen“
      b) ganz im Gegensatz zu Ihrem Geschreibsel, wurde dem Kapital von solchen Experten wie Ihnen schon lange der Krieg erklärt. Es ist ja auch viel angenehmer andere für sich arbeiten zu lassen nicht wahr?

      Ich hoffe die Mistgabel wird die Richtigen treffen….