Schwere Waffen für die Polizei: Amerika rüstet für den Bürgerkrieg

Das harte Vorgehen der US-Polizei gegen die Occupy Wall Street Demonstranten war wohl erst der Anfang: Nun verschenkt das Verteidigungsministerium gepanzerte Fahrzeuge, Granatwerfer und Hubschrauber selbst an die kleinsten Polizeiwachen. Finanziert wird die Aufrüstung vom amerikanischen Steuerzahler.

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Die USA rüstet auf. Die Rede ist jedoch nicht von den Droh(n)gebärden gegen den Iran, sondern vom befürchteten Kampf gegen das eigene Volk. Das harte Vorgehen der US-Polizei gegen die Occupy Wall Street Demonstranten am Union Square in New York City und später in Oakland und an der Universität in Kalifornien war wohl erst der Anfang. Denn über das Pentagon-Programm „1033“ verschenkt das Verteidigungsministerium derzeit Militärausrüstung im großen Stil, berichtet The Daily. In diesem Jahr wurden so Granatwerfer, Hubschrauber, Militärroboter, M-16 Sturmgewehre und gepanzerte Fahrzeuge im Wert von 500 Millionen Dollar an Polizeidienststellen im ganzen Land verteilt. Ein neuer Rekord: Im letzten Jahr war es weniger als die Hälfte. Im nächsten Jahr jedoch soll die Aufrüstung noch einmal um 400 Prozent steigen.

Das Programm „1033“ wurde bereits 1997 ins Leben gerufen, um Behörden mit Ausrüstung und Hilfsmittelns zur Verfolgung von Drogendelikten und Terrorismus zu versorgen. Seitdem haben sich rund 17.000 Dienststellen mit Militärausrüstung im Wert von 2,6 Milliarden Dollar eingedeckt. Ein erschreckender Trend, der nun Ausmaße einer Kriegsaufrüstung annimmt.
Von kleinen friedlichen Orten in Georgia bis hin zu New York City bewaffnen sich nun Polizeibeamten bis an die Zähne. Bei den derzeitigen Budgetkürzungen vielerorts, sind die Zuschüsse ein willkommenes Geschenk, wie auch Polizeichef Bill Patridge aus Oxford berichtet. Seine Abteilung verfolgt die Verfügbarkeit neuer Geräte fast täglich auf der Internetseite des Programms: „Wenn du im Internet schnell bist, kannst du alles bekommen. Lieber zu viel haben und nicht brauchen als umgekehrt“, fügt er hinzu.

Kritiker hingegen sehen in diesem Trend nicht nur die Verschwendung unnötiger Ausrüstung. Vielmehr möchten sie auf den „verderblichen Einfluss auf die Kultur der Polizeiarbeit“ hinweisen. „Mit der wachsenden Aufrüstung gießt man Öl ins Feuer“, erklärt Tim Lynch, Direktor des liberalen Cato Instituts in Washington.

Nicht nur, dass eine Eskalation durch höhere Waffengewalt vorprogrammiert ist und die Gefahr besteht, dass die Dinge außer Kontrolle geraten – wie bei der Occupy Bewegung. Neben dem Risiko, dass Unbeteiligte zu Schaden kommen können, halten viele die Militarisierung für kontraproduktiv, wie der ehemalige Polizeichef von Kansas City Joseph McNamara betont: „Gute Polizeiarbeit funktioniert nur indem man das Vertrauen der Bürger gewinnt. Nur dann werden Sie Hilfe leisten, bereitwillig Verbrechen melden und als Zeugen aussagen. Mit Militärausrüstung erreicht man genau das Gegenteil“.
Auch Arthur Rizer, Anwalt in Virginia und ehemaliger Polizeibeamte, unterstreicht die Gefahren: „Das Credo der Polizei lautet beschützen und dem Volk dienen. Soldaten sollen ihren Gegnern im Nahkampf begegnen und diese töten. Wollen wir Polizisten mit dieser Mentalität? Natürlich nicht“.

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Kommentare

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  1. killuminati sagt:

    War der nächste logische Schritt nachdem das NDAA Gesetz unterschrieben wurde….
    Und diese Überwachungstürme überall aufgetaucht sind….
    mal gucken ob sich die Gerüchte um die Fema Camps bestätigen…

    Die Polizisten gehören auch zum VOLK!!!!!
    we r 99%

  2. Pater Edler sagt:

    Wie ein Leser in seinem Kommentar treffend argumentiert, haben die Kriminellen Banden – die zum privaten Sektor des Organisierten Verbrechens gehören – weitaus wirksamere Waffen als die Polizei – die zum Sektor des Staatlich Organiserten Verbrechens gehören. Um hier eine Gleichheit in der Feuerkraft (eine Art Gerechtigkeit) zu erreichen werde die Polizei aufgerüstet, nicht um Zivilisten im Kampf für die Demokratie, wie z.B. die Occupy Bewegung, zusammen zu schiessen.
    Ob sich jemand die Frage stellt, weshalb denn die Kriminalität und Bandenkriege zunehmen, kann ich nirgends lesen.
    Diese Probleme werden auf diese Art und Weise wohl niemals gelöst werden. Sie werden sich verschärfen. Aber vielleicht ist es auch nicht im Sinne der Mächtigen die Ursachen der Krimialität wirklich zu beseitigen. Man kann gute Geschäfte machen wenn man die Angst schürt und Sicherheitssysteme aller Art verkaufen kann. Und profitieren tun schlussendlich immer die selben.

  3. B-Schmitt sagt:

    Militärfahrzeuge in den Straßen der amerikanischen Kleinstädte können schon bald Alltag sein.: Man stelle sich vor dass der Hummer in China gebaut wird und die Ersatzteile von dort kommen?!

  4. hunsrückbäuerlein sagt:

    die Amerikaner sind gut bewaffnet, rund 500 Mio. Schußwaffen befinden sich in ihrem Besitz und sie sind gut ausgebildetet Soldaten und Ex-Soldaten. Es wird wahrlich ein Blutbad geben, wenn der Mob losrennt um sich die Wallstreet-Gangster und deren politische Vasallen zu holen und sie weit sichtbar aufzuknüpfen. Das US-Imperium kann sich nur aus sich heraus zersetzen, für einen Angriff von außen ist es zu gut gerüstet und zu patriotisch. Der Angriff aus seinem Innern erfolgt bereits mit Occupy, er wird stärker werden und daran wird auch das Gov nichts ändern, es wird lediglich dafür sorgen, dass es zu einem Guerillakrieg kommt und den kann es nicht gewinnen, wie Vietnam und Afganistan gezeigt haben. Das Imperium muß sterben, es fault schon mächtig unter seiner Oberfläche und das ist gut so. Wenn jetzt noch der € platzt, geht das Kapital in und mit der USA unter…….den Untergang dieses dekadenten und anmaßenden Imperiums miterleben zu dürfen, wird mir eine große Freude sein, egal was danach kommt.

  5. Wong sagt:

    Wir sollten nicht vergessen, dass es nur eine sehr kleine Minderheit ist, die „uns“ Mitbürgern das leben und die Freiheit in Harmonie zu verweilen, durch ihre Egoistische Beweggründe verweigert, die fern dem wohl des Volkes liegen und meist nur diese kleine Gruppe von Interessenten Bereichert.

    Dennoch liegt es an jedem einzelnen von „Uns“ sein Handeln zu überdenken, und nicht blind auf Befehl zur Waffe, zur Gewalt greifen und uns wie Unmündige auf hetzen zu lassen !
    youtu. be/Z_TRIqw89p8