Italien: Widerstand gegen Sparpaket wächst

Italiens Gewerkschaften haben zum Streik aufgerufen. Am 12. und 16. Dezember wollen sie gegen die jüngst geplanten Sparmaßnahmen von 24 Milliarden Euro protestieren. „Die Sparmaßnahmen sind ein Angriff auf die Gewerkschaften, da sie auf dem Rücken der Armen ausgetragen werden“, so Susanna Camusso, die Chefin der Gewerkschaft CGIL zu Press TV.

Als Antwort auf den genehmigten Sparplan Montis, den er am vergangenen Sonntag vorlegte, haben alle drei großen Gewerkschaften Italiens zwei Termine für Streiks angekündigt. Die CGIL kündigte für den 12. Dezember einen vier-stündigen Streik an, wohingegen die anderen Gewerkschaften CISL und UIL nur zwei Stunden die Arbeit niederlegen werden, so Reuters.

Darüber hinaus hatte die Gewerkschaft FIOM-CGIL am 16. Dezember zu einem weiteren acht-stündigen Protest aufgerufen. Ursprünglich sollte nur vier Stunden gegen den Konzern Fiat, dem schlechte Arbeitsbedingungen vorgeworfen werden, demonstriert werden. Doch nach der Verkündung des Sparpakets haben sie ihren Streik kurzerhand ausgeweitet, wie FIOM-CGIL Pressechef Maurizio Landini berichtet.

Solch heftige Reaktionen verwundern nicht, denn Montis Sparplan trifft vor allem Arbeiter und Rentner hart. So sieht das Paket neben der Streichung von Steuererleichterungen und einer Mehrwertsteuerreform um zwei Prozent, eine einschneidende Rentenreform vor. Das Rentenalter soll demnach angehoben und bis 2018 von Frauen und Männern auf 66 Jahre gleichgestellt werden. Zudem werden die Pensionen bis 2014 nicht mehr an die Inflation angepasst und Arbeitnehmer werden nicht mehr mit 40 einbezahlten Pensionsbeitragsjahren, unabhängig von ihrem Alter, in den Ruhestand treten können wie bisher.

Kommentare

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  1. Colella Giuseppe sagt:

    Es gibt nicht wenig Arbeitnehmer bei Fimen die für den Staat Aufträge erledigen,die seit sieben Monaten keinen Lohn für ihre Familien erhalten haben,Benzin kostet 1,80 Euro Lebensmittelpreise höher wie hierzulande aber wesentlicheres niedrigeres lohnniveau, Bei einer Inflation hat man mehr Geld für steigende Preise zu Verfügung,wie nennt man dieses Szenario, weniger Geld für steigende Preise,die nichts mehr mit Weltmarktpreise zu tun haben? Ich nenn es Entmonetisierung des Volkes.Es hat nur den einen Vorteil dort,rentenbeziehende ältere Verwandte werden besonders nett und aufmerksam von ihren bedürftigen Nachkommen hoffiert,besonders an Auszahlungstagen. Sie sind weniger allein,sie werden so öfters eingeladen und geschätzt.

    MfG
    P.S.Mögen die Verursacher einsam und verlassen zu Weihnachten in einem 5 Sterne Hotel, ihre Zigarre mit einem 500Euro Schein anzünden..

  2. EURO sagt:

    In Anbetracht der Schläfrigkeit der deutschen Michel, wünschte ich mir -in dieser Zeit- Harmonisierung nur in einem Punkt:

    Der Kultur des Widerstands in den Südländern.

  3. Marlene sagt:

    Hi,

    da fehlt wohl der Schluss vom Text.

    Auch wenn in Deutschland nicht gestreikt wird und wir gar keine funktionierenden Gewerkschaften mehr haben, sollten wir solidarisch mit den Italienern, Griechen, Portugiesen usw. denken.

    Auch bei uns sind weitere Einsparungen geplant, z. B. die Absenkung des Rentenniveaus.
    http://www.tagesschau.de/inland/renten134.html
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/das-rentenniveau-faellt-ungebremst/4559790.html

    Auch die geplante MWSt-Reform soll zu Lasten von Geringverdienern und Rentnern laufen.
    http://www.welt.de/wirtschaft/article13235989/Mehrwertsteuer-Reform-benachteiligt-Geringverdiener.html

  4. schlaumeister sagt:

    Harmonisierung in der EU würde bedeuten Renteneintrittsalter wie bei uns 67!
    Daran sieht man schon, dass der ganze Laden nicht funktioniert. Rente mit 63
    bedeutet bei uns schon Rentenkürzung ggf auf Sozialhilfe -Niveau, während in
    den Süd und Weststaaten die Rentner bis heute finanziell unbehelligt sind.
    Das ist nur ein Beispiel von Hunderten. Wer hat bei uns gestreikt, als die Rente
    mit 67 eingeführt wurde? In Frankreich gehen schon Studenten auf die Straße
    bei Ankündigung von Rente mit 62! Eine Harmonisierung und Fiskalunion wird
    auch in 100 Jahren nicht funktionieren, es sei denn wir alimentieren weiter, bis
    die Pleitestaaten in 50 Jahren eine Schuldenbremse ankündigen und dann doch
    nicht einhalten. In den ganzen Laden kann man auch gleich eine Bombe werfen,
    damit der unnötige Verordnungs- und Verwaltungswahn sich in Rauch auflöst.
    Es muß erst zum großen Crash kommen, damit etwas Neues entstehen kann,
    bis dahin aber gibt es Hungerjahre und Chaos.

  5. Murksel sagt:

    bester Redakteur,
    fehlt da der Schluss?

  6. k510817 sagt:

    @Redaktion

    …“Zudem werden die Pensionen bis 2014 nicht mehr an die Inflation angepasst und Arbeitnehmer werden nicht mehr mit „?????

    hier fehlt doch etwas, oder???