EZB: Europäische Banken leihen 50,7 Milliarden Dollar

Die Kreditklemme der europäischen Banken ist deutlich zu spüren. Bei der ersten Ausgabe von neuen Krediten zu extrem niedrigen Zinsen liehen sich die Banken 50,7 Milliarden Dollar – diese Zahl ist fünf Mal höher als erwartet.

Heute veröffentlichte die Europäische Zentralbank die Zahlen zur Dollar-Liquiditäts-Maßnahme, die angeschlagenen, europäischen Banken den Zugang zum Dollar erleichtern und somit die Dollar-Liquidität sicherstellen soll. Aus den Daten geht hervor, dass die Dollar Nachfrage nach Senkung der Zinsraten von Seiten der EZB und fünf anderen Zentralbanken (mehr hier) immens angestiegen ist.

50,7 Milliarden Dollar hat die EZB in diesem erstmaligen Geschäft mit einer Laufzeit von drei Monaten an europäische Banken ausgegeben. Das ist fünf Mal mehr, als Experten erwartet hatten. Insgesamt bezogen 34 Banken die ausgegebenen US-Dollar. Welches Finanzinstitut jedoch in welcher Höhe Dollar bei der EZB lieh, gab die Zentralbank nicht bekannt. Der feste Zinssatz von 0,59 Prozent wurde demnach von den europäischen Banken sofort genutzt, um ihre Liquiditätsprobleme zu verringern und zeigt so, wie angeschlagen die Finanzinstitute in Europa sind. Vor gut einem Monat vergab die EZB Kredite im Wert von 395 Millionen Euro noch zu einem Zinssatz von 1,09 Prozent.

Und die europäischen Banken erhalten morgen vermutlich noch weitere Geschenke der EZB. Zwei EZB-Beamte sagten Bloomberg, dass möglicher Weise die für einen Kredit von der EZB geforderten Absicherungskriterien verringert bzw. ganz abgeschafft werden sollen, um den Banken den Zugang zu weiterem Bargeld zu erleichtern. Auch die in den letzten Tagen öfter diskutierte Ausgabe von langfristigen Krediten und eine weitere Senkung des Zinssatzes könnten den Beamten zufolge morgen von der EZB eingeführt werden.

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Kommentare

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  1. Rolf Biber sagt:

    Sehr geehrte Investoren,

    ich würde mich sehr freuen wenn Sie mit mir Kontakt aufnehmen würden infolge eine
    Investione.
    Ich suche in der Schweiz einen Kredit in der höhe von 15000000 Millionen zum Kauf
    von vier Top Objekten an der besten Lage und mit Umsatz steigerung.
    Habe aber den Wunsch selber auch mitzuarbeiten.Ich würde mich freuen wenn Sie so
    schnell wie möglich mit mir Kontakt aufnehmen würden.In der zwischenzeit vebleibe ich

    mit freundlichen Grüssem
    Rolf Biber?.

  2. Jochen sagt:

    Otto Normalverbraucher müssen für Ihren Dispokredit mehr als 10 % bezahlen. Das ist doch alles nicht mehr gerecht.

    Geldpresse wird angeschmießen und die Inflation wird kommen. Eigentich sind doch die Zentralbanken, die Hüter der Stabilität. Das ist wohl jetzt Geschichte.

    Achso und die Commerzbank wird bestimmt auch bald verstaatlicht. Das muss der Otto Normalverbraucher, dann auch noch schön bezahlen.

    Wo soll das alles nur noch Enden. Wahrscheinlich ein riesiger Bankenkolaps weltweit.

    Die Finanzmärkte sehen es immer noch gelassen.

    http://www.bwinvestment.de

  3. luther sagt:

    zur Vereinfachung sollten die Druckmaschinen direkt bei den Banken installiert werden und von denen auch betrieben. Da lösen sich alle Schulden blitzschnell in Inflation auf.

  4. khaproperty sagt:

    Das ist ein bedenkliches Zeichen, denn das bedeutet eine systemische Schwäche des EU-Bankensystems mit globaler Auswirkung.
    Nebenbei: In USA wurden seit der Krise 2008/09 seitens der Fed schon mehrfach die Swapsätze für das eigene Bankensystem um diese 50 Basispunkte herabgesetzt, zuletzt von Mitte bis Ende 2011. Man hat das einfach bis 2012 verlängert, der EU es auch angeboten (mit der Bedingung: vice versa!) und so nicht allzuviel verändert, vornehmlich das eigene System geschützt mit der eigenen Druckerpresse, die die EU nicht geneigt ist anzuwerfen – vorläufig jedenfalls, was auf den Unterschieden in US/EU beruht, auch der Gesetzgebung. Einfach über Bord werfen wird man die Zurückhaltung der EZB also nicht können.
    In diesem Zusammenhang könnte die Goldman-Sachs-Vergangenheit des EZB-Draghi noch von Bedeutung sein nebst seiner anglo-sächsischen Orientierung.