Spanien: Einwanderungsverbot für Rumänen

Spanien ist infolge der Schuldenkrise Spitzenreiter bezüglich der Arbeitslosenzahlen - fast 23 Prozent sind es derzeit. Premierminister Zapatero hat eine Lösung: Er will den Bestand der ausländischen Arbeitskräfte verringern. Als erstes verweigert er den Rumänen die Einreise.

Spaniens Druck von Seiten globaler Investoren wächst. Mit Reformen, Sparmaßnahmen und Gesetzesänderungen versucht Premierminister Jose Luis Rodriguez Zapatero Herr der Schuldenkrise zu werden. Besonders besorgniserregend ist die hohe Arbeitslosenquote von 23 Prozent – die höchste in der gesamten Eurozone.

Statt Arbeitsplätze zu schaffen, wählt Zapatero den umgekehrten Weg: Er möchte den Bestand an Arbeitskräften verringern. Dafür hat er eine Sperre für rumänische Arbeitskräfte verhängt, die nach Spanien kommen möchten. Die Europäische Kommission hatte der Regelung zugestimmt, wie das Nachrichtenprogramm PRI’s The World berichtet.

Die Sperre ist jedoch keine neue Erfindung Zapateros. Als Rumänien und andere Ostblock-Staaten der EU beitraten, wurde ihnen die sogenannte Arbeitnehmerfreizügigkeit vorerst verwehrt, um eine Migrationswelle zu verhindern. Die Sperre lief jedoch Anfang 2011 aus. Bereits im August hatte Zapatero die neue Sperre durchgesetzt und diese nun für Rumänien auf weitere 12 Monate verlängert.

Renate Weber, rumänisches Mitglied im Europäischen Parlament, erkennt die Maßnahme aufgrund der hohen Arbeitslosenzahlen an. Dennoch scheint ihr die Motivation der Aussonderung – speziell von Rumänen – fragwürdig: „Es gibt statistisch keine Anzeichen dafür, dass mehr Rumänen nach Spanien gekommen wären.“  Weber hält die Angst vor einer Arbeitnehmer-Flut daher für unbegründet.

Derzeit leben 800.000 Rumänen legal und schätzungsweise eine Million weitere Rumänen illegal in Spanien. Die bereits immigrierten Rumänen sind von der Sperre nicht betroffen.

Die meisten sind sogar dankbar über die Regelung, wie Dumas berichtet: „Wenn ich Arbeit habe und es kommt ein neuer Mann dazu, der sich mit weniger zufrieden gibt, dann könnte er mir meinen Job stehlen“. Erst sind mit dem Immobiliencrash 2008 viele Arbeitsplätze im Baugewerbe weggefallen. Nun nutzen viele Arbeitgeber die anhaltende Krise aus, indem sie die Gehälter immer mehr nach unten drücken. Mit neuen Arbeitern würde sich die Arbeitssituation noch verschärfen, so Dumas.

Auch die Migrationsforschung schließt sich den Aussagen Renate Webers an. Sie hält die Sperre für unnötig, da diejenigen, die nach Spanien kommen möchten, es bereits getan haben.

Die Zahlen geben ihnen Recht. Seit August gibt es Zapateros Sperre bereits – die Zahl der Arbeitslosen hat sich jedoch nicht zum Positiven gewandt.

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Kommentare

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  1. Paulchen sagt:

    Es gibt noch eine Lösung: Wenn es uns schon schlecht geht, dann soll es wenigsten anderen noch schlechter gehen…….
    das hilft dann wieder etwas nach oben!

  2. Fonda sagt:

    Die Immobiliensteuer soll nur Nicht-Residenten betreffen. Das heißt, die reichen spanischen Grundbesitzer sind auch raus aus der Nummer.
    http://www.mallorcazeitung.es/lokales/2011/12/08/vermogenssteuer-nur-residenten/22040.html

    http://www.mallorcazeitung.es/meinung/2011/12/08/mallorcas-reiche-kasse-gebeten/22042.html

    Wer z.B. Mallorca kennt, weiß das ganze Hügel (auch mit Hotels, App. bebaut)
    z.B. der Familie Roig gehört.
    Man lässt lieber die Ausländer zahlen und schützt Millionäre und Milliardäre.

  3. Rico Coracao sagt:

    Richtig so, hier in Dortmund werden wir von 2000 kriminellen bulgarischen „Touristen“ überlaufen, sie prostituieren sich, bestehlen und rauben uns Dortmunder aus (ein Freund von mir ist mit Pistole am Hauseingang überfallen und gefesselt worden, um 12 Uhr Mittags, Gute Gegend !! = 3 Bulgaren natürlich)
    Wir Dortmunder Bürger werden dieses Problem bald selber lösen müßen, sie einmalig freundlich bitten , unsere Stadt zu verlassen, da ihnen schon nach dem Grenzübertritt das „Urlaubsgeld“ ausgegangen ist..
    Es ist einfach eine Frechheit, was uns die Euro-Gesetzgebung in Kerneuropa antut.. aber das Volk wird`s richten, dauert nicht mehr lang 😉 Der Deutsche ist wie ein gemütlicher Bär, aber wenn er zu oft geärgert wird, steht er auf und dann wird`s richtig böse!