BMW will im Krisenfall Produktion um 30% drosseln

Die europäischen Unternehmen bereiten sich weiter auf den Ernstfall vor - den Zerfall der Eurozone. Neben der Planung zur Einschränkung der Produktion sind vor allem starke Kapitalbewegungen zu beobachten. Hier gibt es nur eine Richtung: gen Deutschland!

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Die EU-Gipfel Beschlüsse lassen die meisten Beobachter ratlos zurück. Und während Angela Merkel versucht, den Gipfel als Anfang des Durchbruchs zu verkaufen, haben die meisten großen Unternehmen bereits Notfallpläne für den Zusammenbruch der gemeinsamen Währung entworfen: Investitionskürzungen, Umschichtung des Kapitals nach Deutschland oder die Verlegung von Hauptsitzen vom Süden in den Norden Europas sind Vorsichtsmaßnahmen, die insgesamt zwanzig Geschäftsführer in einem Gespräch mit Bloomberg erwähnen.

„Ich glaube nicht, dass Spanien in der Euro-Zone bleiben wird“, sagt Jenaro Garcia, Gründer und Geschäftsführer des spanischen Telekommunikationsunternehmens Grupo Gowex. „Wir haben unser Geld abgezogen und es in Deutschland angelegt, weil Spanien zur Pesetas zurückkehren wird.“ Die Grupo Gowex ist jedoch nicht das einzige Unternehmen, das sein Geld nach Deutschland bringt. Im September vermerkte die Deutsche Bundesbank einen Kapitalzufluss von 11,3 Milliarden Euro, die nicht von Banken stammen, geht aus ihrer Analyse Anfang November hervor.

In Deutschland treffen die Unternehmen ebenfalls Vorkehrungen. Friedrich Eichiner , Finanzvorstand von BMW, spricht ebenfalls von Plänen für den Fall der Fälle. Eine der Maßnahmen wäre, die Produktion um 30 Prozent zu drosseln und über die eigene Bankabteilung die Reserven auf der Zentralbank anzuzapfen. Das Leasingportfolio des Unternehmens wurde bereits reduziert, um die Risiken im Falle einer sinkenden Gebrauchtwagennotierung zu verringern. Die Bedenken ziehen sich durch alle Unternehmensarten. Neben Europas größten Wissens- und Informationsdienstleister, Wolters Kluwer NV, arbeitet auch ABB Ltd., ein Unternehmen, das sich auf Energie- und Automationstechnik spezialisiert hat, detaillierte Pläne aus, sagt der CEO Joe Hogan.

Ein beliebter Weg, die Risiken zu verringern, ist die Streuung des Barvermögens. „Wir sind viel vorsichtiger mit unserer Investitionsentscheidungen“, sagt Jürg Oleas, der Vorstandsvorsitzende der GEA Group. „Wir haben intern einen Maximumbetrag festgelegt, den wir auf einer einzigen Bank lassen.“ Und ähnlich wie sich Notenbanken von Ländern außerhalb der Euro-Zone auf den Zusammenbruch des Euro vorbereiten (mehr hier), treffen Unternehmen wie Kingfisher, mit Hauptsitz in London, Vorkehrungen. Europas größter Einzelhandelskonzern will sich nun vermehrt auf die Generierung von Bargeld konzentrieren und dieses nicht mehr nur bei einer einzigen Bank platzieren.

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Kommentare

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  1. Zeitzeuge sagt:

    30% werden vermutlich nicht reichen, wer klug war, hat sich noch fürs alte Spielgeld ein Auto zugelegt, das in schlechten Zeiten einen „praktischen Nährwert“ hat…

    • Pjotre Panski sagt:

      Dummes Zeug! Wer klug ist, kauft dann wenn die Krise durchsclägt und kaum einer mehr Autos kauft. Dann kauft man günstig ein Auto. Bis dahin muss man das Geld nur gut anlegen, aber nicht in ein neues Auto, das nach dem ersten Kilometer 30% an Wert verloren hat, weil es nun ein gebrauchter ist.

      Aber viel Spaß mit dem neuen Auto! Gute und wichtige Anlage, vor allem um’s dem Nachbarn zu zeigen.