Griechenland: Zusammenbruch des Gesundheitssystems befürchtet

Die Lage in den öffentlichen Krankenhäusern Griechenlands ist dramatisch: Die Patientenzahlen nehmen stetig zu, doch an Personal und Materialen fehlt es an allen Ecken und Enden. Ärzte warnen nun vor einem Kollaps des Systems.

In einer Pressekonferenz prognostizierte der Präsident der Piräus Doctors Union (EINAP), Stathis Tsoukalos, den Untergang des griechischen Gesundheitssystems. Der Sparkurs, den die Regierung im Gesundheitswesen eingeschlagen hat, könne nur in einem Zusammenbruch enden, berichtet die Zeitung Kathimerini.

Das Gesundheitssystem kämpft seit der Schuldenkrise mit den Folgen der Sparmaßnahmen: So beklagen Vertreter von EINAP den enormen Stellenabbau, die Halbierung der Betten in Krankenhäusern, die Schließung von Spezialkliniken, wie sie jetzt der Herz-Chirurgie für Kinder im Aghia Sophia Krankenhaus droht, sowie den wachsenden Mangel an Materialien.

Vor allem der immense Anstieg der Rechnungen um bis zu 900 Prozent sei unter keinen Umständen zu bewältigen. Als Bespiel nannte Tsoukalos eine „einfache“ Blinddarmoperation, die statt 150 Euro nun 983 Euro kosten würde. Das stellt nicht nur Krankenkassen vor völlig neue Probleme. Denn der Leidtragende der neuen Sparmaßnahmen, welche am 01. November in Kraft getreten sind, ist – wie in den meisten Fällen – der Patient. Wer seine Krankenkasse nicht bezahlen kann, wird vom Gesundheitssystem ausgeschlossen. Schon vor der neuen Anhebung der Kosten waren viele aufgrund der Schuldenkrise nicht in der Lage Behandlungen zu bezahlen.

Wie das Gesundheitsministerium bereits im September veröffentlichte, nehmen seit der Wirtschaftskrise rund 30 Prozent mehr Griechen kostenlose und subventionierte Behandlungen in Anspruch.
Die derzeitigen Zustände in griechischen Krankenhäusern sind schon jetzt alarmierend: Durch fehlendes Personal haben Ärzte noch mehr Stress, noch mehr Überstunden und dabei doch weniger Zeit für ihre Patienten. Der Mangel an Materialien bedeutet für die Patienten: Verwandte kümmern sich um die Pflege wie Verbandswechsel, eigene Bettwäsche muss mitgebracht und Kanülen für Spritzen besorgt werden. Damit schafft die griechische Regierung nun auch im Gesundheitssystem den perfekten Nährboden für Schmiergelder und Korruption.

Kommentare

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  1. T. Selbold sagt:

    Die griechischen Probleme sind zum Großteil importiert. Weder Deutschland noch Griechenland kann solide haushalten wenn es Weltsozialamt spielt. In Griechenland lungert fast 1 Million unerwünschte Migranten herum, welche sich es sozial gut gehen lassen und sich mit explodierender Kriminalität bedanken.

    Das kann nicht funktionieren. Das müssen die Griechen begreifen.

    Was passiert stattdessen? Während in den Krankenhäusern Menschen mangels Versorgung sterben, werden von EU-Hilfgeldern Moscheen in Athen gebaut. Dieser Mist ist mehr wert als Menschenleben!

  2. Der Loibl sagt:

    Moin,
    Leute schaut auf Griechenland, dann wißt Ihr was uns noch blüht.
    Auch wen keine Bomben fallen und keine Soldaten maschieren: Es ist Krieg!
    In Griechenland, Italien, Spanien etc. wird doch nur ausprobiert wie weit man das Volk knechten kann.
    Wie lange lässt sich der deutsche Blödmichel noch von der Politikern der etablierten Parteien an der Nase herum führen? Wie lange lässt er sich noch von den Finanzhaien übers Ohr hauen? Wie lange arbeitet der Blödmichel noch für das Vermögen der Reichen, die ohnehin schon mehr als genug haben?
    Mensch Leute macht doch mal die Augen auf, so kann es doch nicht weitergehen!!
    QUENGEL sagt: Willkommen im sozialen Winter. Hoffentlich wird dieser soziale Winter keine soziale Eiszeit!

  3. Quengel sagt:

    Griechenland ist das Vorbild für unsere Zukunft. So soll auch unsere Zukunft nach dem Willen der Finanzdikatur aussehen. Willkommen im sozialen Winter.

  4. Atanjeo sagt:

    Aufgrund der jahrzehntelangen Korruption haben sich die wohlhabenden Griechen das grösste Pro-Kopf Auslandsvermögen in Europa „erarbeitet“!
    Und irgendwo habe ich gelesen, das die ins Ausland transferierten Schwarzgelder ausreichen würden die griechischen Schulden zweifach komplett zu tilgen.

    So schlimm wie es für den einzelnen ist: Die Schuld liegt eindeutig am eigenen System!

  5. Canabbaia sagt:

    Was für ein Unsinn, dass die „griechische Regierung nun auch im Gesundheitssystem den perfekten Nährboden für Schmiergelder und Korruption“ schafft!
    Nach allem, was man bisher darüber lesen konnte, herrschte dort schon immer Korruption!

    Und welch ein Unsinn in den Leserkommentaren, dass „Merkel“ daran Schuld ist!
    Wollt Ihr partout den griechischen Schlendrian finanzieren – damit sich dort die großen Steuerhinterzieher, und die kleinen „Schummler“ aller Art einen Lenz machen können?

    Die Griechen sollen ihren Laden gefälligst selbst in Ordnung bringen, und nicht Heulgeschichten erzählen, um den Blödmichels das Geld aus der Tasche zu ziehen!

    • Justin Time sagt:

      Den Griechen ging es vor Einführung des Euros wesentlich besser als heute. Lies Deinen Kommentar doch einmal den vielen Griechen vor, die vollkommen unverschuldet, aber auf Geheiß unseres Hosenanzuges, unter die Armutsgrenze gerutscht sind und nun zusehen können, wie sie überleben. Blödmichl.

      • Canabbaia sagt:

        Was heißt „vollkommen unverschuldet“ und „auf Geheiß unseres Hosenanzugs“?

        Ist Griechenland eine Demokratie? Haben die ihre Politiker gewählt oder nicht?
        Klar ging es den Griechen vorher bestens:durch Gläubigertäuschung hat sich die griechische Regierung Kredite erschlichen und das Geld unter die Leute gebracht. Wenn dieses Spiel irgendwann auffliegt, fällt logischerweise der Lebensstandard – bei Hochstaplern wie bei Hochstaplervölkern.
        Es sei denn, man findet Dumme, die einen bedauern, und die ihren eigenen Landsleuten in die Steuertaschen greifen, damit die Griechen weiterhin ihre Steuerhinterzieher (toten Rentner usw.) schonen können.

        Anscheinend muss man nur auf die Tränendrüsen drücken, um dem deutschen Michel das Hemd auszuziehen.

  6. TheRevolutionIsMine sagt:

    Wenn ich das alles lese, kann ich mich nur totlachen. Die Leute leben lieber im Elend als ihr geliebtes Geld aufzugeben.

    Kapiert es denn keiner hier?

    Wir brauchen Geld als Tauschmittel schon lange nicht mehr. Wir sind Technologisch schon längst in der Lage alle zu ernähren und zu versorgen. Einzige Hürde IST das Geld. In unserem System werden nur die versorgt die Geld haben.
    ES BRINGT KEINEN PROFIT ALLE ZU ERNÄHREN!!

    Denkt mal hierüber nach:
    http://www.zeitgeistmovement.de/

    All die alten Systeme, Kapitalismus, Kommunismus etc. Haben nichts als Elend über die Welt gebracht.
    Warum? Weil es IMMER nur ums Geld ging und NIE um die Menschen.
    Wollt ihr wirklich bis zum bitteren Ende ein System unterstützen, dass euch völlig missachtet?
    Ihr seid nur Schafe, oder wie es im neu Deutsch heißt: Konsumenten. Ihr habt keinen anderen Wert! Denkt immer daran was man mit Schafen macht: Meistens werden sie nur geschoren, aber irgendwann dann doch geschlachtet.
    Wollt ihr solange warten?

    Leute vergesst nicht, jeder von euch macht sich jeden Tag seine eigene Hölle.

    Wacht endlich auf!

  7. G.N. sagt:

    „Als Bespiel nannte Tsoukalos eine „einfache“ Blinddarmoperation, die statt 150 Euro nun 983 Euro kosten…“
    Die armen Menschen.
    Griechenland zeigt uns, wo wir alle landen, wenn auch aus verschiedenen Gründen!

  8. Unbestechlicher sagt:

    Das ist sozialer Krieg. Was macht eine geschäftsfähige für ihre Bevölkerung handelnde Regierung im Kriegszustrand? Den Notstand ausrufen!
    Ab sofort und bis Kriegsende werden keine Zinsen mehr berechnet und gezahlt. Tilgung des Kapitals erst nach Kriegsende und vielleicht nur teilweise (Konkurs). Es bleibt eine Währungsreform vorbehalten, wie nach dem 2. Weltkrieg. Sehr große Besitztümer des Landes werden teilweise enteignet Kapitalflüchtlinge müssen auf ihr Fluchtvermögen hohe Steuern zahlen.
    Konkret: Rationierung aller lebenswichtigen Dinge: Nahrung, Wohnung, Strom, meditinische Versorgung.
    Aber wenn keine Bomben fallen, merken die Leute einfach nicht, dass Krieg ist.

  9. CrisisMaven sagt:

    No ja, auch das deusche und oesterreichische Gesundheitssystem stehen seit Jahrzehnten vor dem Kollaps.