OECD: Staaten haben 10 Billionen Dollar Schulden angehäuft

Trotz aller Warnungen wächst der öffentliche Schuldenberg weiter. Die OECD ist vor allem besorgt, dass die Zahl der kurzfristigen Kredite zugenommen hat. Zu den Staaten, deren Papiere als nicht mehr als risikofrei gelten, könnten schon bald auch Frankreich und Österreich gehören.

Die steigenden Zinsen und die anhaltende Unsicherheit auf den Märkten über die Zukunft der globalen Wirtschaft werden bereits im nächsten Jahr dazu führen, dass viele OECD-Staaten Schwierigkeiten mit ihrer Refinanzierung bekommen werden. Die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) warnte noch vor Veröffentlichung ihres nächsten Berichts vor den Konsequenzen der immens hohen Kredite, die die Staaten in diesem Jahr aufgenommen haben. Diese könne zu ernsthaften Problemen für die Stabilität für der Regierungen und Wirtschaften haben. Die Marktereignisse spiegeln dies wieder, so Hans Blommestein, Leiter des Bereichs Öffentliches Schuldenmanagement der OECD, auch wenn „instinktive Verhaltensweisen die Marktdynamik dominieren“ und so die Zinsraten für Staatsanleihen in die Höhe trieben.

Der OECD zufolge wird das benötigte Brutto-Kreditvolumen der OECD-Regierungen in diesem Jahr bei 10,4 Billionen Dollar liegen und im nächsten Jahr auf 10,5 Billionen Dollar ansteigen, berichtet die Financial Times. Das ist immerhin ein Zuwachs von einer Billion Dollar gegenüber dem Jahr 2007. Zwar waren, so die OECD, die Kredite in den Jahren 2009 und 2010 höher, aber die Risiken seien aufgrund der steigenden Kreditkosten und der turbulenten, unvorhersehbaren Reaktionen der Märkte höher als je zuvor.

In absehbarer Zeit werde es für einen Großteil der OECD-Länder allen voran Italien und Spanien eine „große Herausforderung“ sein, die großen Kredit-Volumina am Privatmarkt zu erhalten, und die Gefahr eines Überschlagrisikos könnte die Folge sein. Das zeigte sich bereits bei Ländern wie Griechenland, Irland und Portugal, die sich nicht mehr selbst refinanzieren konnten und so auf Kredite der EZB (mehr hier) und Rettungspakete angewiesen sind.

Besonders gefährlich: Kurzfristige Kredite machen im OECD-Raum einen Anteil von mittlerweile 44 Prozent aus – eine viel höhere Rate als vor der Krise 2008. Dadurch müssen sich die Regierungen teilweise fast jeden Monat refinanzieren. Auktionen von langfristigen Staatsanleihen tragen dagegen mehr zur Stabilität der öffentlichen Finanzen. Zumal, so die OECD, der Verlust des risikofreien Status vieler Staaten wie Italien, Spanien und vielleicht Frankreich und Österreich (die Ratingagenturen warnten bereits – mehr hier) ebenfalls in naher Zukunft dramatische Folgen haben werde. Für die Investoren an den Märkten haben Österreich und Frankreich ihr Tripple A bereits verloren (der EFSF auch – mehr hier).

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Kommentare

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  1. hunsrückbäuerlein sagt:

    na, ist doch kein Problem, jedenfalls nicht in D. Die Teutonen verfügen über 9 Billionen Guthaben, und nur 2,2 Bill. Schulden. Also 25% die Rente runter, 10% Lastenausgleichszwangshypothek aufs selbst genutzte und schon mal subventionierte Häusken, 25% Märchensteuer für Alle, Arbeitslosengeld kürzen, Hartz4 befristen, Besuchsgeld von 10,–€ pro Arztbesuch, etc. und schon ist die Kohle wieder drin damit sich die Bankster weiterhind die staatlich finanzierten Boni gönnen können, ihren steueralimentierten Dienstwagen behalten dürfen, etc.

    WO ist das problem?
    und alle werden nicken, weil es ist ja TINA!

  2. Vitalmänchen sagt:

    Die Anleger geben es den Banken, die Banken den EU Ländern,
    die EU Länder zahlen Zinsen und verprassen den Rest.

    Darum ist es gar nicht mehr möglich, das durch privates Vermögen
    die Staatsschulden getilgt werden können.
    Das Geld der Anleger ( in Deutschland geschätzte 4,5 Billionen )
    ist schon lange futsch. Weg. Verprasst.

    Was die vorhaben ist, ein Haus zu bauen – ohne Steine und ohne Mörtel.
    Na prost-mahl-zeit , wer will in diesem Haus wohnen ?

    Richtig wäre, den Bürger aufzuklären, ein Neustart machen, und nur
    – wie in guten alten Zeiten – eine Realwirtschaft.
    Was verdient wurde, kann ausgegeben werden…

    Europa und Russland könnte sich zusammen tun, und der Rest kann dem wertlosen
    Doller hinterher laufen. Alles andere wird nie funktionieren.

  3. jay twelve sagt:

    Ich fürchte, der Autor dieses Artikels hat sich mit der Rechnung der Schulden der OECD Staaten mächtig verhauen.
    Wenn man die Netto-Neuverschuldung mit 10,5 Billionen beziffert, dürfte es hinhauen.
    Wenn von der Gesamtverschuldung aller 34 Mitgliedstaaten die Rede ist, dann steht die USA alleine mit 17 Bill $ im Kreide, gefolgt von Deutschland offiziell mit 2,134´, bzw. 9,745 Bill. Euro tatsächlichen Schulden vorne weg.

    • redakteur sagt:

      Tatsächich geht es nicht um die Gesamtverschuldung der OECD-Länder, sondern um das Brutto-Kreditvolumen, das die Länder dieses Jahr aufgenommen haben werden (die aufgenommenen Schulden aus den Vorjahren sind in dieser Zahl nicht enthalten)

  4. Livius sagt:

    Die Raubtiere (Banksters) lassen sich niemals stoppen

    Die nächste Geldschemme wird wieder ergebnislos enden.
    EU-BANKEN haben von 2008-2010 laut BARROSO bereits 4.600 Mrd Euro (50% EU-BIP,) „vom Steuerzahler“, [b]trotz[/b] eigener 30 BILLIONEN EURO AKTIVA (laut BIZ) bekommen!
    Zusätzlich bekamen einige EU-Banken hunderte von Milliarden an Rettungsgelder von der FED, die in die von Barroso genannte Summe nicht einberechnet waren!
    http://www.dailypaul.com/188540/audit-teh-federal-reserve-reveals-16-trillion-in-secret-bailouts
    Und das Ergebnis ist, dass die Banken weiterhin eine neue Rekapitalsierung benötigen

    Nachdem seit 2010 die Banken erneut gerettet wurden durch die Rettungsschirme (80% der Rettungsgelder für Irland und Greichenland gingen an die Banken und Gläubiger), setzen die Raubtiere ihren Beutezug fort
    Alles nur weil die Privatbanken (vor allem franz. Banken!) mit hunderten von Milliarden innerhalb der Euro-Zone eine riesige Kredit-Blase aufgebaut haben!
    http://blog.thomsonreuters.com/index.php/graphic-of-the-day-european-bank-exposure/
    Und wieder einmal soll es der Steuerzahler übernehmen.
    Ja Frau Merkel sie sind extrem dumm, wenn sie meinen wir (der Mittelstand) haben über unsere Verhältnisse gelebt.
    Heiner Flassbeck Der Chefvolkswirt der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD), ein Mann mit Fachkompetenz, sagte eher das Gegenteil. Wir in Deutschland haben unter unseren Verhältnissen gelebt!
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1617593/

    Der größte Raub der Menschheitsgeschichte geht in die nächste Runde!

  5. Livius sagt:

    Wir haben keine Staatsschuldenkrise!
    mal ein paar Fakten
    Staatsschuldenentwicklung von Kriseländern:
    Spanien (2007:42,1%; 2011: 73,6 %), Irland (2007:28,8%; 2011:120,4 %), Portugal (2007:75,4%; 2011: 110,8 %)
    Die meisten hatten vor Beginn der neuen Finanzkrise im Jahre 2007 einen geringeren Staatsschuldenstand als Deutschland (2007:65,3%; 2011: ca. 83 %)!
    Zudem wäre noch anzumerken, dass Belgien, Griechenland und Italien gar nicht hätten der Eurozone beitreten dürfen wegen des Maastrichter Konvergenzkriteriums, wonach mit einer Schuldenquote niedriger als 60% beitreten druften.
    Italien hatte zum Zeitpunkt des Beitritts zum Euro eine Schuldenquote von 119%, also fast doppelt so viel. Unsere Politiker haben uns von Anfang an getäuscht.
    Die Schuldenkrise von Italien oder von Griechenland waren vorhersehbar. Wer das leugnet ist ein Vollidiot!

    Das besondere Ansehen der deutschen Politik und Angela Merkels ist nahezu vollständig das Ergebnis von Propaganda. Da ist die Rede von „Schuldenkrise“ und „Schuldensündern“ und allein dadurch, dass dieser Vorwurf von deutscher Seite an die Südeuropäer gerichtet worden ist, wurde dort das Etikett angeheftet und man selbst stand glänzend da. Von den Fakten ist es nicht gedeckt.
    Wenn man Merkels Logik einsetzt, dann haben viele Krisenländer bis 2007 nicht über ihre Verhältnisse gelebt, dann plötzlich ab 2007 begannen sie über ihre Verhältnisse zu leben. Frau Merkel Sie sind eine dreiste Lügnerin!
    Die Gesamtschulden (Staatsschulden + Privatschulden + Auslandsschulden)

    Die Gesamtschulden der Eurozone (375%) sind sogar etwas höher als die der USA (350%)!

    Japan dagegen steht sogar mit seinen Gesamtschulden besser da als die USA und die Eurozone!
    Die Gesamtschulden Japans betragen ca. 300% (ohne die riesigen Auslandsguthaben miteinzuberechnen).

    Die Schuldenkrise ist die Folge der Finanzkrise!
    Die Finanzkrise hatte viele EU Staaten dazu gezwungen Schulden zu machen um als Retter für die Finanzindustrie und die Realwirtschaft einzuspringen.

    • two fingers sagt:

      Japan ist mit über 90% bei der eigenen Bevölkerung verschuldet, weshalb der Yen trotz Fukushima relativ stabil blieb. Wohingegen die Schulden aller anderen Staaten Auslandsschulden sind.

      In der Cosa Nostra fragt oder sagt niemand mehr, als unbedingt nötig ist. [John Dickie, Die Geschichte der Mafia]

      Nach dem Bankencrash in den USA schnürte Bush ein 750 Mrd.-$-Rettungspaket mit der Begründung von Systemrelevanz. Merkel zog gleich. Der Job war sozusagen eine Beitrittserklärung zum Geheimbund.
      Die US-Rating-Agenturen sind nicht unabhängig, die US-Administration übt Einfluß aus. Das wird auch von Finanz-Experten nicht bestritten. Wird in den USA ein EU-Mitgliedsland ein downrating angedroht, greift Merkel auf das Sparvermögen der Bürger zu.
      Wir wissen alle nicht, wo das Geld bleibt, oder wie es fließt. Und das Geld ist erheblich.

      Die Auslagen der Buchläden sind voll mit Mafia-Literatur. Aus der sich mehr lernen läßt über das politische Finanzsystem als mit einem Studium der Volkswirtschaft.

  6. ASTRO-WOLF sagt:

    Beeindruckend falsch diese 10 Billionen Dollar Schulden!!!

    Nach kurzer Suche stößt man im Net auf eine TATSÄCHLICHE Verschuldung der USA so zwischen 70 und 90 Billionen $!?! Deutschlands Verschuldung liegt nicht bei 2.7 Billionen Euro, sondern inoffiziell bei über 6 Billionen.

    In Summe dürfte die Gesamtverschuldung der OECD-Staaten so um die 150 bis 200 Billionen US-$ betragen!!!

    WIR SITZEN AUF EINER MEGABOMBE, DEREN BRENNENDE LUNTE NUR NOCH EIN ODER ZWEI MILLIMETER HERAUSRAGT!

  7. Johannes Eber sagt:

    Der „Karlspreis 2012“, geht an „Schäuble“. Er habe dazu beigetragen, den europäischen Einigungsprozeß zu vertiefen und die Währungsunion zu stabilisieren, begründete das „Karlspreis-Direktorium dieses Wochenende die Zuerkennung. Dieser „Mann“ hat zur Destabilisierung der Währungsunion im höchsten Maß beigetragen. Nach Sachlage, besteht das „Karlspreis-Direktorium“ aus ökonomischen Analphabeten.

    • klimperkasten sagt:

      Das Karlspreis-Direktorium besteht in erster Linie aus Freimaurern. Entsprechend ging der erste Karlspreis an Freimaurerbruder Graf Coudenhove-Kalergi, dem Begründer der Paneuropa-Bewegung.

      http://www.scribd.com/doc/66310655/Kalergi-als-Freimaurer-Das-Schluesseldokument

      http://www1.wdr.de/themen/kultur/karlspreis106.html

      • jay twelve sagt:

        Das lustigste dabei ist, der Sagen umworbener Karl der Große ist eine Erfindung des Papstes Silvester II und möchtegern Kaiser Barbarossa.
        Rein archäologisch betrachtet, der große Karl hat nicht mal eine einzige Münze oder Schwert hinterlassen.
        Damals streckte man die Geschichte, so um die 368 Jahren, dichtete lauter großartiger Charaktere die Wunder vollbracht haben, edlen Ritter, großzügigen Schenkungsurkunden, Münzprägung, Gesetzgebung, Eroberungen und Schlachten für die Heldenepos usw.
        Der ganze EU Adel wurzelt aus diese Märchen-Saga, die so lümmelhaft gestrickt wurde, dass man sogar 52 Päpste hinein pflanzte, die weder ein Geburtstag noch einen Grab vorzuweisen haben.

  8. Frank Schmidt sagt:

    Die Schulden Afrikas belaufen sich auf 98 Milliarden Euro !.
    Und die Menschen dort müssen Hungern.

    Wenn Afrika so viele Schulden hätte wie Europa, dann würden dort auch nur tolle Wolkenkratzer stehen.