Sarkozy rechnet offenbar mit Verlust des Triple A

Nicolas Sarkozy hält das Triple A von Frankreich nicht für den wichtigsten Wert. Der Verlust des Top-Ratings sei zu verkraften. Damit nährt Sarkozy Spekulationen, dass eine Herabstufung Frankreichs unmittelbar bevorstehen könnte.

In einem Interview mit der Zeitung Le Monde spielte Nicolas Sarkozy die Bedeutung des Triple A Ratings für Frankreich herunter: Dies wäre „eine Schwierigkeit mehr, aber nicht unüberwindbar“. Sollte Frankreich herabgestuft werden, würde er „dieser Situation kühl und ruhig ins Auge sehen“.

Offenbar haben die Franzosen Anzeichen, dass das Downgrade kommen wird. Denn auch Finanzminister François Baroin, der noch vor einigen Wochen gesagt hatte, Frankreich werde alles tun, um den Verlust des Triple A zu vermeiden, wiegelte nun ab und sagte, die Verlautbarungen von Rating-Agenturen seien nur eines von vielen Urteilen über die Wirtschaft.

Sarkozy ist offenbar erleichtert, dass nun mehr bereits mehrere europäische Staaten, darunter auch Deutschland, mit einer Herabstufung rechnen müssen. Dadurch kann es Sarkozy vermeiden, als schwarzes Schaf in Europa dargestellt zu werden. Und schließlich berufen sich die Franzosen gerne auf die USA: Auch deren Herabstufung vor einige Monaten hätte nicht gleich zum Weltuntergang geführt.

Beobachter gehen davon aus, dass Sarkozy um eine fundamentale Kehrtwende nicht herumkommen wird. Immerhin hatte er das Triple A für Frankreich in den vergangenen Wochen quasi zu einem nationalen Wert erhoben, für dessen Erhalt er sogar bei US-Präsident Barack Obama vorstellig wurde.

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Kommentare

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  1. Marcus W. sagt:

    Er wird (kann) nicht sparen. Wegen der anstehenden Wahlen. Also wird Frankreich das Downgrade bekommen…

    • koko343 sagt:

      UNd das ist einfach soooo genial…..

      die Wahlen sitzen dem so mächtig genial im Nacken, ich könnte mich kaputtlachen. Der würde so gerne FETT KÜRZEN….aber er kann nicht…

      HAHAHAHAH !

  2. khaproperty sagt:

    Sarkozy muß nicht mehr lange durchhalten, denn im kommenden Jahr sind Wahlen, die nach allgemeiner Erwartung von dem Sozen Hollande gewonnen werden. Der sagte jüngst öffentlich, daß er alle Sarkozy-Beschlüsse zur Währungsunion rückgängig machen werde. Mit ihm ginge das alles nicht. Was er will, sagte er nicht, wie das so üblich ist bei allen Sozen.
    Einfacher jedenfalls wird es kaum. Und dummerweise gibt es 16 weitere Demokratien im Währungsverbund (neben den 10 anderen in der EU), die allesamt immerzu wählen wollen. Das wird auch der Grund dafür sein, daß sich niemand festlegen möchte bei all den netten Gipfeln in Brüssel und sonstwo.

    • koko343 sagt:

      ACh….Hollande ist doch auch nur eine Marionette. Wenn der Präsident wird, ändert der rasch um 180 Grad seine Meinung.

      Nachdem er „Besuch“ von etlichen Wirtschafsrangoberen bekommen hat, deren Namen nichtmal bekannt sind. Die werden ihm ganz entspannt klar machen, daß er zu gehorchen hat, sonst hetzen die ihm einen Killer auf den Hals – oder seiner Familie.

      SO LÄUFT DAS HEUTE ! Politik ist SHOW und Volksbeschwichtigung – wir können zwar Wahlen, aber wen wir wählen ist völlig egal.

  3. Merkozy sagt:

    Der Franzose mit Klein-Mann Syndrom spricht Deutsch- er setzt wie Merkel auf „weiter so…“ :)