Fondsmanager: Europas Banken droht Solvenz-Krise

Das Problem der europäischen Banken ist nicht mehr nur eine Liquiditätskrise. Fondsmanager befürchten eine Kreditklemme, weil die Banken im Zuge der Rekapitalisierung ihre Kreditvergabe einschränken werden. Eine Rezession wäre die Folge.

Für James Ferguson von Arbuthnot Securities Ltd. stehen die Zeichen in Europa auf Sturm. Ihm macht dabei weniger die Gefahr einer Herabstufung Frankreichs Sorgen („Ratingagenturen sind immer hinter der aktuellen Entwicklung zurück“), sondern eine drohende Solvenzkrise bei den Banken in Europa. In einem Interview mit Bloomberg TV sagte Ferguson, die Banken seien durch die neuen Eigenkapitalregeln gezwungen, sich von Assets zu trennen und die Kreditvergabe einzuschränken. Damit aber entstehe die Gefahr, dass die Banken am Ende nicht mehr in der Lage sein könnten, ihren Kapitalbedarf zu decken.

Deshalb seien im Moment alle Banken mit Hochdruck dabei, ihre Geschäfte neu zu ordnen, sagte Ferguson. Sie machen das auf verschiedene Weise, entweder durch „Schwindel“ – also der Neubewertung von Risiken – oder aber durch das Abstoßen von Assets.

Dies werde gravierende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben: Osteuropa, Asien und der Welthandel seien mehrheitlich von europäischen Banken finanziert. Wenn diese das Geschäft einstellen, dann sei eine globale Kreditklemme zu befürchten – mit nachhaltigen Auswirkungen auf die Realwirtschaft.

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Kommentare

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  1. khaproperty sagt:

    Banken verkürzen auch ihre Bilanzen indem sie Kredite zurückfahren, um den Basel-Vorschriften zur besseren EK-Vorsorge folgen zu können. Das ist allerdings bereits ein alter Hut.
    Die jetzt verbreitete Propaganda soll erklären, warum die EZB nach den jüngsten Beschlüssen aus Brüssel, sich im März 2012 eventuell einig werden zu wollen – wenn es denn gehen sollte mit der Bevölkerung und all den Parteien zuhause – die Gelddruckerei angeworfen hat.
    Angeblich, um die Banken mit Geld zu versorgen, wovon die mehr als genug haben. Banken werden national und auch von der EZB-Führung direkt gedrängt, mit dem neuen Geld der EZB massenhaft Schmutz-Anleihen der PIIGS aufzukaufen, weil weder die EZB noch andere das eigentlich dürften.
    Daß darüberhinaus auch noch der IWF über Milliarden aus den Ländern der Gemeinschaftswährung „hintenrum“ die PIIGS-Schulden finanzieren soll, ist der Gipfel der Unverfrorenheit – und ebenso illegal.
    Interessanterweise haben 25 GOP-Senatoren in USA einen Gesetzesentwurf vorbereitet, wonach dem IWF untersagt ist, mit Geld der USA in Europa irgendwelche Staaten (weiterhin) zu unterstützen. Die wissen, warum! Es gibt also doch noch Politiker, die tatsächlich (entsprechend ihrem Eid) Schaden von ihrem Volk abzuwenden sich bemühen.
    Frau Merkel sollte sich ein Beispiel nehmen.

  2. DCWorld sagt:

    Der Artikel klingt ja so als wäre es schlecht, wenn jemand der sich von einer Abhängigkeit (Drogen,Alkohol) zur Normalität befindet. Die Banken haben mehr riskiert als wir vertragen können, daher ist es nur richtig, dass die Unternehmen sich einschränken. Jeder Entzug ist schmerzhaft.

    Man sehe sich nur mal den letzten Stresstest der EBA an.
    http://www.start-trading.de/blog/2011/12/12/stresstest-deutsche-banken-brauchen-geld/

    Es ist Zeit, dass die Banken anfangen zu sparen.

  3. jay twelve sagt:

    Was ist eine „SOLVENZ-KRISE ?
    Das ist eine Insolvenz-Verschleppung mit immer höheren Zinsen, mehr Miese in der Straßenbahn Remise.
    Bei einem kollektiven Schwindel, kommt es nicht a priori um die Kreditsumme, weil das ist eine Konstante, die man nicht tilgen muss. Es sind die Zinsen, die das Fett schmelzen, bis die dünne Haut das Skelett nicht mehr halten kann.
    Man fragt sich: „Sind unsere Politiker dermaßen naiv, dass sie das Schwindel nicht erkennen können?“
    Antwort: „Oooo doch, sie haben es sogar erfunden, weil ohne diesen Schwindel bräuchte man sie nicht.“
    Was können wir dagegen tun? : „Tee trinken und abwarten, bis das Skelett insich zusammenbricht.“

  4. Livius sagt:

    Soll das ein Witz sein?

    Die nächste Geldschemme wäre wieder ergebnislos enden.
    EU-BANKEN haben von 2008-2010 laut BARROSO bereits 4.600 Mrd Euro (50% EU-BIP,) „vom Steuerzahler“, trotz eigener 30 BILLIONEN EURO AKTIVA (laut BIZ) bekommen!
    Zusätzlich bekamen einige EU-Banken hunderte von Milliarden an Rettungsgelder von der FED
    http://www.dailypaul.com/188540/audit-teh-federal-reserve-reveals-16-trillion-in-secret-bailouts
    Und das Ergebnis ist, dass die Banken weiterhin eine neue Rekapitalsierung benötigen.
    Nach 2010 bekamen die Banken weitere Milliarden
    (80% der Rettungsgelder für Greichenland und für Irland gingen direkt an Banken und an die Gläubiger).
    Nun heißt es diese Raubtiere haben immer noch nicht genug Geld?

    Das Problem ist doch, dass die Banken ihre Bilanzen fälschen!
    Selbst die Mainstream Presse wie zum Beispiel die TELEBÖRSE hat darüber berichtet!

    Jetzt soll der Steuerzahler schuld an allem sein, auch dass die Banken Mist bauen?

    Eine „subtile“ Logik…

    • two fingers sagt:

      Bevor Sie anderen in aggressiver Weise den Ruf schädigen, sollten Sie sich selber erstmal informieren. Aber vielleicht ist das ja ihre Politik?

      Di, 13. Dezember 2011

      http://www.n24.de/news/newsitem_6023613.html

      „Anders als Griechenland ist Japan nicht im Ausland, sondern fast ausschließlich bei seinen eigenen Bürgern verschuldet. “

      Ron Paul ist Präsidentschaftskandidat. Seine Zahlen lesen sich wohl daher wie das Who ist Who des Weltuntergangs, passen daher gut ins Gesamtbild allgemeiner Hysterie. Daß sie u.U. populistisch sein könnten, dürfte selbst Ihnen einleuchten.
      In den USA ist alles erlaubt, was nicht ausdrücklich verboten ist. Auch die üble Nachrede.

  5. k510817 sagt:

    „…die Banken seien durch die neuen Eigenkapitalregeln gezwungen, sich von Assets zu trennen und die Kreditvergabe einzuschränken. …“

    die Banken haben sich durch ihre Geschäftspraktiken selbst in diese Situation selbst gebracht, die Politik hat IMMER mitgemacht (schließlich ist ja auch alles durch die Banken finanziert) und das VOLK sieht nach wie vor „unwissend“ zu….

    Die Banken übernehmen keine Verantwortung, warum auch….sie sind die Größten…müssen gerettet werden….und verdienen mal wieder nichts….

    Die Kreditvergabe an KMU`s ist in den letzten Jahren sowieso mehr als rückläufig gewesen…der Mittelstand soll ja abgeschafft werden, damit die Großen auch ja alles beherrschen können….deshalb kommt nicht gleich die Rezession

    Aber für die Banken bedeutet ja weniger gezocktes Geld = Rezession

  6. J. C., geb. Püschl sagt:

    Niemand braucht eine „Kreditklemme“ zu fürchten, wenn er nicht auf Pump lebt.
    Wer in der „Realwirtschaft“ real wirtschaftet, dem kann es egal sein, ob in der „unwirklichen“ Wirtschaft der Banken wertlose Werte verfaulen.

    Wenn Banken und Firmen an sich selbst zugrunde gehen, bleiben ihre Kadaver übrig als Frass für Fledderer.

    • Karl-Heinz sagt:

      So ist es.

      Viele kleinunternehmer, denen ich geraten habe, Investitionen möglichst zu 100% aus Eigenkapital zu finanzieren, sind inzwischen pleite.

      Anstatt benötigte Maschinen aus Insolvenzen bar anzukaufen, zogen sie es vor, neue Ausrüstung zu leasen oder zu finanzieren. Ihre Banken und Steuerberater haben sie in die Falle gelockt und beim ersten Engpaß fallen gelassen.

    • Michele sagt:

      He, so einfach ist das leider nicht:
      Jeder braucht kleine Rücklagen auf Banken. Sorgen macht man sich automatisch, um die Lebensversicherungen, wo das eingezahlte Geld geparkt ist und anderes.

      Oma ist auch nicht glücklich über den „Negativzins“ auf der Volksbank. Ganz im Gegenteil. sie spricht bereits von partieller Enteignung.
      Und das alles bei laufend steigenden Beiträgen und sonstigen Teuerungen.

      Banken haben zusehr gehebelt, deshalb können sie nicht vollumfänglich haften, wenn es knirscht.Und weitere Bürgschaften und bail-outs oder Bürgschaften durch den Steuerzahler sind für diesen wirklich sehr belastend.

  7. Marlene sagt:

    Schlimm ist nur, dass der Binnenmarkt seit Jahren abgewürgt wurde.

    Laut Arbeitgeberverbänden verdienen wir ja immer noch zuviel, obwohl die Lohnkosten in Deutschland im Mittelfeld der EU liegen.

    So kann dies nichts werden!

    • Karl-Heinz sagt:

      Hier herrscht Sprachverwirrung.

      Für ein europaweit handelndes Unternehmen ist alles Binnenmarkt.
      EU = Binnenmarkt

      Da ist es selbstverständlich, dass sich der Unternehmerverband gleich niedrige Löhne, bei gleich guter Infrastruktur in ganz Europa wünscht. Paradox aber wahr.

      • Michele sagt:

        Dann baut mal schön europaweit an der Infrastruktur so wie gewünscht (öffentlicher Reichtum und Private Armut) auf Kosten der Netto-Löhne.

        Wenn die niedrigen Löhne wirken, dann ist auch weniger Kaufkraft im Binnenländle vorhanden. Nicht alle können dies mit Exporten ausgleichen.
        Ähnlich verhält es sich mit überzogenen Wasserköpfen der Unternehmen, die schaffen auch keine echte Wertschöpfung.

        Bonne chance!

      • Michele sagt:

        Die daraus entstehende abnehmende Kaufkraft des Durchschnittbürgers, wird der Unternehmerschaft sowie Politik mit Banken in Europa noch einige unangenehme Erkenntnisse bereiten.

        Wohl müssen, denn sonst geht die Schere zwischen arm und reich und öffentlicher Reichtum und privater Armut noch weiter auseinander wie bisher.

        Persönlich befürchte ich das letztere, doch danach folgt der kollaps.