Griechenland: IWF zweifelt am Sparwillen

Das Urteil des Internationalen Währungsfonds über Griechenlands Bemühungen fällt äußerst mager aus: Das Land hat lediglich die Steuern erhöht. Die notwendigen Reformen sind jedoch nicht durchgeführt worden.

Während das Volk in Griechenland seit Wochen gegen die Sparmaßnahmen der eigenen Regierung (mehr hier) protestiert und Experten aufgrund der Ausgabenkürzungen den Zusammenbruch des Gesundheitssystems fürchten (mehr hier), fordert der IWF weitere Maßnahmen und zeigt sich deutlich unzufrieden mit den bisherigen Ergebnissen. Griechenland hat „die Grenze der Steuererhöhungen erreicht“, sagte der Leiter der IWF-Delegation Poul Thomson in Athen. Die notwendigen strukturellen Reformen seien „zu kurz gekommen“ und „liegen weit hinter dem Plan“. Griechenland habe bis jetzt noch keine fundamentalen Änderungen durchgeführt und befinde sich deshalb in der Rezession.

Die erforderlichen Reformen betreffen vor allem die Entlassung tausender Beamter, die begrenzten Zugangsmöglichkeiten zu bestimmten Berufen und der daraus resultierende fehlende Wettbewerb sowie der Verkauf von Staatsunternehmen. Zwar seien beispielsweise die Pläne zur Privatisierung staatlicher Unternehmen im Gange, aber „schwierige Marktbedingungen und technische Verspätungen“ hätten jegliche Verkäufe im dritten Quartal verhindert, urteilt der IWF. Auch das Fiskalprogramm müsse deutlichere Beachtung finden. Deswegen, so Poul Thomson, sei es zu früh, um zu wissen, ob „zusätzliche Maßnahmen benötigt werden, um Griechenland zu finanzieren.“

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Kommentare

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  1. Peter Pan sagt:

    Wer so naiv ist zu meinen, GR könne sich jemals von seiner Korruption lösen, müsste ganz gehörig durchgeprügelt werden. In GR ist Korruption seit allen Ewigkeiten Staatsräson. Die Leute dort können gar nicht/s Andres, das haben die ererbt. Und damit ist auch klar, dass es bei denen Hochkultur ist. Die Kultur von Platon und Co können evtl. Anders gewesen sein, aber Diogenes ist denen noch heute der Staatsfreund Nr 1. wozu was tun, wenn Andre so saublöd sind, jegliche – konstruktive – Kritik gleich als Diskriminierung zu sehen und strafbewehrt zu sehen. Es lebt sich doch grandios, André als Sklaven zu nutzen, so wie es den Bunzeln geschieht. Ach da war ja noch was: die ewig andauernde generalschuld der doofen deutschen. Hurra, wir danken GR für die arschtritte, die sie austeilen. Wir haben’s als permanent verhasste und verfemte Figuren nicht anders verdient. Danke, E und EU, den besten Sklavenhaltern der Menschheit.

  2. Uri sagt:

    Die harten Sparmassnahmen, die ja nur auf Knochen der einfachen Leute gehen, denn die anderen hatten ihr Geld ja schon längs ins Ausland transferiert, sind schon jetzt eine ungeheure Belastung für die Bevölkerung. Viel mehr kann man diesen wohl kaum noch zumuten. Die Aussage des IWF ist eigentlich eine unglaubliche heuchelei, da diese genau wissen, das Griechenland im Zuge der Nato Angriffsübungsflüge, im Fall Iranangriff, mit der israelischen Armee durchführt die pro Flugstunde 30000 Euro kosten. Also ist doch Geld da. Ferner wurden ja von Griechenland bei der USA noch Waffen u. Panzer im Werte von 137 Mill. Euro bestellt. Also wo fehlt das Geld?

  3. cocooning sagt:

    Gähn…..! Diese Erkenntnis des IWF oder der OECD sollte den EU-Bürokraten, Merkozy und Rot-Grün übermittelt werden. Das alles hat doch außer unseren tollen Volksvertretern bereits „Hinz und Kunz“ gewusst.

  4. Livia sagt:

    Beamte, die durch „Vitamin B“ zu ihren Pöstchen gekommen sind, werden natürlich nicht aus dem Amt entfernt, auch wenn sie völlig unfähig sind und nichts wirklich schaffen (können). Wer setzt schon seinen Partei-, Schul-, besten Freund oder Schwager vor die Tür?
    Ausländische Banken werden auch nicht verstäätlicht oder enteignet, da sind die EU-Verträge vor.

  5. well well sagt:

    das Problem ist vielschichtig … in GR ist ein grundsaetzliches ekonomisch moralisches Problem bis in die unterste Schicht … wer ehrlich ist, ist dumm …. wenn Du Koepfchen hast , musst Du rausholen was immer moeglich ist … ist leider bis auf Wenige Volksdenken … wenn man mit den Bankstern spielt, muss man die Regeln kennen … die Gier des Volkes zieht die Gier Bankster an … eine neue wirtschaftliche Moral beginnt bei jedem Einzelnen … wirtschaftliche Integritaet, Ehrlichkeit und ekonomisches Mitgefuehl … leider reicht dafuer das Bewusstsein der Menschen noch nicht … deswegen ist es so wunderbar einfach auf alle und alles zu schimpfen und immer die Schuld beim Anderen zu suchen … dies ist nicht nur in GR land der Fall, aber dort super ausgepraegt …

  6. Alexander Illi sagt:

    Also wirklich, Ihr Griechen!

    Habt ihr immer noch nicht hauruck hundertausende arbeitslose Beamte auf die Strassen gespült – wir beim IWF machen das mit unseren Mitgliedern täglich, es bedarf nur eines Pinselstrichs – die sind nämlich alle überflüssig und erfüllen gar keine Funktion. Ach was, die sind gar nicht echt…Farb und Pinselstrich. 30% Gehaltskürzung für die Beamten sind da nicht genug, die müssen bei beträchtlich hohen und gestiegenen Lebenshaltungskosten für ihre bisherige pauschale Untätigkeit, Korruption und Beamtenhaftigkeit mal richtig Einen vor den Dätz kriegen.
    Und Eure Staatsbetriebe kann Euer Volk uns auch gleich noch überschreiben, äh, Privatisieren, für unsere Privat-Banken, äh, zur Abtragung unserer Kredite, äh, Eurer übermäßigen Schulden, Ihr Sünder.

  7. Martin Wohlmuth sagt:

    Glaubt den noch irgendjemand ernsthaft daran, dass irgendwelche Planzahlen in Griechenland eingehalten werden?

    Werden und wurden sie noch nie.

    • Alexander Illi sagt:

      In der globalen Plan-Wirtschaft
      wo diejenigen, denen das Geld das Sagen gibt,
      das Sagen haben,
      und v.a. die, die über das Geld das Sagen haben,
      tappt jeder unvermeidlich in die Schuldenfalle,
      mit einem kleinen Schubs, der kurz nicht aufpasst,
      und z.B. von Goldmännern beraten in eine Währungsunion eintritt,
      und dann kommt der PLAN so richtig ins Rollen,
      bergab in den Schuldleibeigenschaftsstrudel

      Dann wird ihnen geholfen,
      den Plan-Soll einzuhalten.