China: Handelsstreit mit den USA trifft BMW

China hat angekündigt Strafzölle von teilweise über 20 Prozent auf Autos aus den USA zu verlangen. Selbst deutsche Autohersteller wie BMW und Daimler sind von diesen Maßnahmen betroffen, da sie auch Autos für den chinesischen Markt in den USA produzieren.

Seit geraumer Zeit gibt es immer wieder Zwistigkeiten zwischen den USA und China. Die Vereinigten Staaten kritisieren die Geldpolitik Chinas scharf und verhindern häufig den Aufkauf amerikanischer Unternehmen durch chinesische Firmen. Nun revanchiert sich China: Es will so genannte Strafzölle für Autos aus den USA verhängen, um den eigenen Binnenmarkt zu schützen. Die Wirtschaft Chinas beginnt bereits langsamer zu wachsen (mehr hier)

70 Prozent des chinesischen Automobilmarktes werden derzeit von Herstellern aus den USA, Europa, Japan und seit Kurzem auch Südkorea bedient. Ab Mai sollen für zwei Jahre Zölle von bis zu 21,5 Prozent wegen Dumpings und bis zu 12,9 Prozent wegen Subventionen für importierte Limousinen und Geländewagen mit Motoren über 2,5 Liter Hubraum gezahlt werden. Diese Autos verursachen einen „substantiellen Schaden für Chinas eigene Industrie“, heißt es aus dem chinesischen Handelsministerium. So muss beispielsweise GM aufgrund von Dumping 8,9 Prozent an Zölle für seine Importe zahlen und wegen Subventionen 12,9 Prozent.

Aber auch deutsche Automobilhersteller sind von den Zöllen betroffen, wenn sie in den USA für den chinesischen Markt produzieren. BMW und Daimler müssen wegen Preisunterbietung Strafzölle von 2,0 bis 2,7 Prozent zahlen: „Wir erwarten trotz der Maßnahmen keine signifikanten Auswirkungen auf unser Geschäft in China“, sagte ein Sprecher von BMW der Nachrichtenagentur Reuters. Man sei auf diese Maßnahmen nicht unvorbereitet gewesen. BMW hat unter den europäischen Autoherstellern die meisten Automobile, die unter diese Zollvorgaben fallen – seine X-Series-Modelle werden in den USA für den chinesischen Markt produziert. Die Firma Daimler, die vor allem Sportwagen in den USA baut, müsse noch die Folgen dieser Entscheidung abwägen, so ein Sprecher des Unternehmens in Peking.

Die Maßnahmen beruhen auf „Gesetzen und Tatsachen“ bekräftigte das Handelsministerium der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua heute. Die Untersuchungen hierzu liefen schon seit zwei Jahren und würden „objektiv, gerecht und verantwortlich“ angewendet werden.

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Kommentare

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  1. Durchblicker sagt:

    Wenn „deutsche“ Autos in den USA prodziert werden, dann trifft es doch die US-Arbeiter und den Dollar, aber nicht uns Deutsche. So wie ich die Autoindustrie kenne, sind in diesen Fahrzeugen keine deutsche Teile, wenn es hoch kommt höchstens osteuropäische Teile verbaut. Wenn ich in meinem Betrieb Autoersatzteile für Ur-deutsche Automarken auspacke sehe ich kaum noch Made in Germany. Zu finden sind Made in Europ, Hungary, Tschechien, Polen, Malaysia, China, Türkey, Mexiko, Brasil, France, Italia, South Afrika usw. Also alles Ur-Deutsch oder was? Fazit: nur der Billigste ist der Freund der Industrie. Der Gewinn muß stimmen, die Qualität ist zweitrangig.

  2. Colella Giuseppe sagt:

    Wir im Westen müssen hoffen dass China eine Parteibüro geführte Wirtschaftsmacht bleibt,den wenn der Drache erst mal aufwacht, und es zu einer Tai-Pan Regierung kommt,dann können sich die Usa und Wir Europs warm anziehen.Besser unter eimer Israelisch geleiteten Usa dahin düppeln, als Chinesisch lernen müssen.

    MfG

  3. Karl-Heinz sagt:

    Protektionismus ist das Mittel eines souverän handelndes Staates, seinen Markt zu schützen. Schaun wir mal ob China unabhängig genug dazu ist.

    Globalisten = international tätige Wirtschaftsparasiten mögen so etwas überhaupt nicht.
    Außerdem widerspricht es den Glaubensgrundsätzen der Milton-Friedman-Religion. Zuwiderhandlungen können den Zorn des Imperiums auf sich ziehen.

  4. malocher: sagt:

    Chinesen kaufen Amerikanische Firmen das gefällt den Amis nicht.
    Kein Wunder der Chinese bezahlt das ganze ja mit wertlosen Dollars.
    Gold hängt auch an der US Währung .
    Also wertlose Dollars gegen gutes Gold.
    Genau das wollen die Amis nicht.

    • hunsrückbäuerlein sagt:

      @ malocher

      dass die angestellten manager von unternehmen ihr know how so bereitwillig um der kurzfristigen gewinn und bonimaximierung transferieren ist vaterlands- und hochverrat und gehört bestraft. doch demm kapital ist das egal, das ist in china dasselbe wie in den USA, den BRICS, europa. der letzte rest verstreuten eigentums wird zusammengeklaubt und dann auf den müll geworfen um das proletariat gefügig zu machen. ist es dann gefügig, kriegt es wieder brot und spiele, noch dummer, noch dreister, aber der rpol richtet sich dann wieder ein, halt ohne sessel, hauptsache sitzen, und wenn´s ein holzstuhl ist…..und dann wir er wieder mit dem öko terrorisiert, auf dass er sein elend auch bereitwillig erträgt.

      icha habe früher schon immer gesagt, es gibt nichts, was es nichts gibt und der mensch ist perverser als ich es mir vorzustellen vermag. anfang des jahrtausends kamen dann die ersten wirklichen beweise mit den sog. snuff-videos. heute stört sich kaum noch jemand daran, wenn die vertriebsmannschaft einer ach so seriösen versicherungsges. ihr kollektive erleben in einem thailändischen puff auslebt. ich hoffe es war nur der puff…in thailand soll man ja auch noch andere tugenden ausleben können……..

  5. hunsrückbäuerlein sagt:

    oui, tres bon!

    china investiert seine us-papier/textilfetzen in gold und gibt den imperialen kapitalisten eine spielwiese ihren reichtum zu mehren. Dafür durften sie denn auch knowhow trasferieren und preiswerte arbeitsplätze ausloben. jetzt nachdem diese volks- und vaterlandsverräter immer mehr auch in china unter druck geraten rufen sie sieg heil, sieg heil in die heimat, schick die armee, schick die armee, unsere geldquelle droht zu versiegen….

    und wir schicken die armeen, noch nicht nach china, aber schon mal nach afganistan an der grenze zu china, in den iraq, an die grenze zu russland, beide länder haben sich noch immer nicht bereit erklärt, die us-amerikanischen masstäbe von menschenrechten zu übernehmen, pfui.

    ach der ami und die westliche welt ist so schön schrecklich scheinheilig

    • Murksel sagt:

      Wer ist schlimmer bezüglich der Menschenrechtsverletzungen?
      USA oder China ?
      Man denke in diesem Zusammenhang an das Gefangenenlager Guantanamo und an die unrechtsstaatlichen Möglichkeiten Menschen erst einmal einfach so zu inhaftieren in den USA.

      • Karl-Heinz sagt:

        Menschenrechte – Welche Menschenrechte?

        Versuchen Sie mal vor einem „BRD“-Gericht Menschentechtsverletzungen zu verhandeln. Das geht nicht, weil das „BRD“-Personal keine Menschenrechte hat.

        Ich warte gespannt auf den Tag, an dem ein chinesischer Politiker, bei einem Besuch der „BRD“, von Merkel die Einhaltung der Menschenrechte einfordert.

  6. Micha sagt:

    Gute Sache, könnte man mit den Chinesen ebenfalls machen.