IWF: Lagarde warnt vor Entwicklung wie in den 1930er Jahren

Mit einer sehr drastischen Warnung hat die Chefin des IWF vor einer neuen Depression gewarnt. Kein Staat werde von den Folgen ausgenommen sein – wenn sich nicht rasch etwas Grundlegendes ändere.

++Aktuell++EFSF-Prospekt: Euro-Ende ist denkbar

Christine Lagarde ist bekannt für ihre prägnanten Prognosen. Schon vor einigen Monaten hatte sie die europäische Politik dringend aufgefordert, die Krise entschlossen zu bekämpfen. Geschehen ist wenig – und nun hat Lagarde zu noch drastischeren Bildern gegriffen.

Bei einer Rede im US-Außenministerium sagte sie, dass die globale Wirtschaft einer „Rezession, steigendem Protektionismus, Isolation“ und Entwicklungen „wie in den dreißiger Jahren gegenübersieht“. Sie bezog sich damit indirekt auf die ungewohnt heftigen Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und Großbritannien (mehr hier). Lagarde sagte: „Es gibt keine Volkswirtschaft auf der Welt, die gegen diese Entwicklungen immun ist – weder die armen Länder, noch die Schwellenländer oder Länder mit mittleren Einkommen, auch nicht die super-fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Wir sehen nicht bloß, dass sich die Krise ausbreitet, wir sehen, dass sie eskaliert.“

Sie hoffe, dass die Krise von allen Ländern gemeinsam gelöst werden könne, indem alle Staaten und Regionen konkrete Maßnahmen ergreifen.

Immerhin: Australien hat schon auf die Warnung reagiert. Die australische Bankenaufsicht forderte alle Banken auf, unverzüglich Krisenszenarien durchzuspielen. Die Annahme: Ein Euro-Crash innerhalb einer Woche (mehr hier).

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Kommentare

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  1. Druidenstein sagt:

    DIE ANDERE FROHE BOTSCHAFT:

    Ungarn IWF bricht Gespräche in Budapest ab

    Ein neues Kreditabkommen zwischen Ungarn und IWF und EU droht zu scheitern. Die internationalen Unterhändler sind aus Verärgerung über die geplante ungarische Gesetzgebung aus Budapest abgereist.

    Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Union (EU) haben am Freitag ihre Vorgespräche mit der ungarischen Regierung über ein neues Kreditabkommen abgebrochen.

    Die Delegationen seien am Morgen überraschend aus Budapest abgereist, berichteten ungarische Medien.
    Muss der Garant der Unabhängigkeit der Notenbank weichen? Andras Simor Ende November in Budapest © REUTERS

    Muss der Garant der Unabhängigkeit der Notenbank weichen? Andras Simor Ende November in Budapest

    Grund für das Zerwürfnis war nach den Berichten, dass die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban in den nächsten Tagen ein neues Notenbank-Gesetz durchs Parlament bringen will, welches auf die Entmachtung von Nationalbank-Gouverneur Andras Simor zielt.

    Simor hat zum Teil andere wirtschaftspolitische Vorstellungen als die rechts-nationalistische Regierung, gilt international aber als Garant für die Unabhängigkeit der ungarischen Notenbank. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, das Gesetzesvorhaben sei geeignet, die Unabhängigkeit der Zentralbank zu untergraben. Leider habe sich Ungarn in den Gesprächen nicht zu einer Versicherung durchringen können, dass die Unabhängigkeit der Notenbank gewahrt bleibe. Auch die EZB hatte den Gesetzentwurf kritisiert.

    Der ungarische Unterhändler betonte, sein Land sei zu weiteren Verhandlungen bereit. Zudem sei man gerade dabei, Vorschläge der Europäischen Zentralbank (EZB) in das Gesetzesvorhaben einfließen zu lassen.

    Die Landeswährung Forint fiel umgehend, da die stockenden Gespräche Sorgen vor einem Scheitern der Kreditverhandlungen nährten.Ungarn benötigt nach eigenen Angaben ein Rahmenkreditabkommen im Volumen von 15 bis 20 Milliarden Euro.

    Quelle: http://www.faz.net/aktuell/ungarn-iwf-bricht-gespraeche-in-budapest-ab-11566119.html