Fitch stuft Goldman Sachs herab

Es ist nicht alles Gold, was glänzt: Die Ratingagentur Fitch hat die Investmentbank Goldman Sachs herabgestuft.

Goldman Sachs, eine der acht größten Banken der Welt, wurde am Donnerstag von der Ratingagentur Fitch heruntergestuft. Goldman gilt als eine der systemrelevanten Bankender Welt. Die Ratingagentur sagte, die Herabstufung „spiegele eher die Herausforderungen, denen sich der Sektor gegenübersehe, wider, als negative Entwicklungen der spezifischen, grundlegenden Kreditwürdigkeit.

Goldman Sachs ist eine von acht herab gestuften Banken und erhielt wie Morgan Stanley ein Downgrade von A+ auf A. Die Ratingagentur sagte, dass alle betroffenen Banken, unter ihnen auch die Bank of America und die Deutsche Bank, sich schwierigen, wirtschaftlichen Bedingungen gegenüber sähen (mehr zu den beiden Banken – hier).

Goldman hat damit in der Fitch-Hierarchie ein schlechteres Rating als die französische Société Générale, die weiter auf A+ (Ausblick jedoch auch negativ) bleibt.

Diese Entwicklung ist auch deswegen nicht ohne Ironie, weil Goldman seinerseits permanent Urteile über Staaten und andere Finanzinstitutionen fällt. Zugleich berät Goldman viele Regierungen, wie sie ihre Lage verbessern können. Und in jüngster Vergangenheit ist Goldman dazu übergegangen, wichtige finanzpolitische (Draghi) oder politische Positionen (Hank Paulson, Monti) direkt zu übernehmen (mehr zu diesem Netzwerk – hier).

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Kommentare

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  1. Chris sagt:

    Wo sind denn jetzt die Kritiker, die den Agenturen so gerne Vetternwirtschaft vorwerfen?

    • Karl-Heinz sagt:

      Für mein Empfinden wird umgekehrt ein Schuh draus.

      Durch die Runterstufung Goldmans werden die übrigen Downgrads glaubwürdiger.
      Es handelt sich um eine PR-Operation.

      Fragen:
      Wem gehören die Ratingagenturen?
      Warum gibt es, trotz angeblicher Forderungen aus der Politik, noch keine europäische Ratingagentur?

      • Karin Jürgens sagt:

        Zum X-ten Mal:
        Es gibt sogar eine deutsche Ratingagentur mit europäischer Zulassung:

        Feri Euro-Rating

        Warum die nicht beschäftigt wird, weiß ich auch nicht.

      • FDominicus sagt:

        „Warum gibt es, trotz angeblicher Forderungen aus der Politik, noch keine europäische Ratingagentur?“

        Und was wäre wenn es Sie gäbe? Verschwinden dann auf einmal die Schuldenberge? Nein? Also welches „Rating“ wären denn „angemessen“. AAA für Deutschland oder 1? Was ändert irgendein Rating am aktuellen Stand? Nichts und daher ist es völlig egal von wo die Ratings kommen, die Tatsachen bleiben und Tatsache ist alle entwickelten Länder sind Pleite, nur wollen die Verursacher dieser Pleite noch Zeit schinden. Und damit kommen wir alle unter die Räder.

        Je später wir mit dem Scheingeldsystem aufhören desto schlimmer wird es vorher…

  2. J. C., geb. Püschl sagt:

    Soll man sich da fürchten oder freuen? (Ich freue mich mal; das ist mir lieber!)

    Aber mal realistisch gefragt:
    Ändert das die finanzielle Konstellation?
    Fehlt dadurch irgendwo Geld?
    Bekommen wir jetzt alle Schoko-Nikoläuse geschenkt?

    Schalten Sie auch morgen wieder ein, wenn es sinnloserweise heisst:
    „Weitere Herabstufungen drohen“, „Banken in der Rating-Klemme“ mit dem ganzen dazugehörigen Geplärre der Verbrechersyndikate.