EFSF-Prospekt: Euro-Ende ist denkbar

In einem Prospektentwurf für die neue Version des erweiterten Rettungsschirms EFSF befindet sich eine Warnung an die Investoren: Der Euro könnte auseinanderbrechen. Nun wird überlegt, die Warnung wieder zu streichen.

In einer Zeit, in der die europäischen Regierungen noch immer darauf bestehen, dass ein Zusammenbrechen des Euros undenkbar ist, existiert nun ein Prospektentwurf für die neuen Produkte des EFSF (mehr hier), den die Financial Times zu Gesicht bekam. Darin warnt der EFSF die Investoren explizit vor einem Zusammenbrechen der Euro-Zone beziehungsweise einem Ende des Euros als Währung. In der Zusammenfassung der Gefahren für Investoren heißt es, „[R]isiken ausgehend von einem Referenzstaates, der das Nutzen des Euros als gesetzliche Währung beendet, oder das Ende des Euros als gesetzliche Währung.“ „Wenn man so etwas in einen Prospekt schreibt, muss man sich bewusst sein, welches Signal das aussenden könnte“, sagte ein europäischer Beamter der Financial Times.

Insgesamt vier Seiten sind die ausgeführten Risiken im EFSF-Prospekt lang, nur die Risikoklausel zum Euro-Ende bzw. zum Zusammenbruch der Euro-Zone sind nicht ausformuliert worden. Noch überlegt der EFSF, ob diese Risikofaktoren tatsächlich in die finale Fassung des Prospektes eingebaut werden sollen. Abgeordnete diskutieren der Financial Times zufolge über den Wert einer solchen Warnung, während Londoner Anwälte und Banker sagen, sie hätten es tatsächlich auch in der finalen Fassung gesehen. Der EFSF wollte das nicht kommentieren.

Die Tragweite ist klar: Dies wäre ein klares Eingeständnis eines Instruments, das geschaffen wurde, um einige strauchelnden Euro-Zonen-Ländern bei der Finanzierung zu unterstützen, dass die Möglichkeit eines Zusammenbruchs des Euros immerhin so hoch sei, als das man Investoren davor warnen müsste! Zwar gestanden Angela Merkel und Nicolas Sarkozy vergangenen Monat zum ersten Mal ein, dass Griechenland vielleicht die Eurozone verlassen könnte, aber das Euro-Ende im EFSF-Prospekt ist eine andere Dimension. Zumal sich so noch mehr Investoren ganz genau überlegen werden, die Anleihen des EFSF zu erwerben. Die Kreditwürdigkeit des Rettungsschirms steht ja bereits auf der Kippe (mehr hier).

Kommentare

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  1. Colella Giuseppe sagt:

    @Redaktion
    Ich möchte mich an dieser Stelle, bei Ihnen mal herzlich bedanken,dass hier, Andere und ich, diese Möglichkeit haben,(themenbezogene) Dinge sagen zu dürfen, die sich so manche Politiker nicht einmal denken dürfen. Auch für Ihre Aufmerksamkeit und Geduld.

    Danke Redaktion

  2. Johannes sagt:

    Jetzt bin ich über andere Blogs schon mehrfach auf diese Seite gestossen und habe mir jetzt mal einen kleinen Überblick verschafft.

    Eine derartige Ansammlung von Europa- Bashing ist wohl einzigartig, da kann selbst ein Eichelburg noch vor Neid erblassen.

    Welche Interessen sich hinter dieser Site verbergen, erschließt sich mir nicht.

    Eine Informationsquelle für den „Mittelstand“ ist wohl nicht der Sinn und Zweck, der wird sich wohl eher dafür interessieren, woher er Aufträge bekommt, wie z.B weiter unten erwähnt, z.B von BMW die so ausgelastet sind, dass sie die Werksferien verkürzen wollen.

    Aber das ist hier nicht von Interesse, interessanter scheint wohl, dass BMW evt. unter dem China- Embargo leiden „könnte“.

    • redakteur sagt:

      Gerade weil wir die europäische Idee sehr gut finden und Europa für einen einzigartigen Kulturraum halten, kritisieren wir Fehlentwicklungen. Denn wir sind der festen Überzeugung, dass nur Legitimation, Transparenz und wirtschaftlicher Realismus verhindern können, dass die EU in sich zusammenfällt. Die Redaktion

      • lost sagt:

        Und jetzt will sich sicher keiner den Nick verbrennen?

        Theo Waigel in der SZ: „Hätten wir die Deutschen gefragt, hätte es keinen Euro gegeben.“

        Von den 380.000 Teilnehmern an der Ted-Umfrage der Bild stimmten 96,7% gegen die EU-Verfassung.

        Ich habe noch mehr Umfrage bereit. Z.B. starteten sat1 und ZDF einen Versuchsballon im Teletext kurz nach der Euroeinführung. Wieder stimmten rund 8000 Teilnehmer ab und über 90% wollten die DM zurück!

        Schengen und Maastricht waren ebenfalls Nacht- und Nebelaktionen. Weder gab es eine Wahlschlacht noch ein Referendum. Beide Verträge wurden kurzerhand inmitten der Legislaturperioden ratifiziert.

        Die Osterweiterung war eine Nacht- und Nebelaktion. Diskussionen wurden abgewürgt.

        Fazit: die EU ist illegal und basiert lediglich auf Selbstermächtigung. Zudem widersprechen beide Verträge – Schengen und Maastricht – nicht nur dem Völkerrecht sondern auch der Verfassung.

        Vaclav Klaus bemängelte das „irreparable Demokratiedefizit“.

        Und wenn ich den Staatsrechtler Albrecht zitieren darf, der sagte, Artikel 20,4 sei in Kraft getreten.

        Das Ergebnis der Junta ist Tyrannei. Die EU war eine Idee der Industriebosse. Das ist kein Europa der Bürger, sondern eines entarteter Raubtiere. Die haben sich einfach die Strukturen mit einem Parlament gesattelt, Desinformationen gestreut, Mauilkörbe verordnet und reiten nun den Tiger. Definiert wird diese Form der Gewaltherrschaft als Faschismus.

        Wo das Fundament ein Betrug ist, kann der Überbau nicht lefgal sein. Weg damit! Und ins Verließ mit der Elite!

    • FDominicus sagt:

      Es mache einen „feinen“ Unterschied ob wir über ein „freies“ Europa reden oder eine Europadiktatur. Wenn Sie das nicht erkennen können, ist das ein ziemliches Armutszeugnis Ihrerseits….

  3. Karl-Heinz sagt:

    +++ Die Wahrheit +++ über mich +++ über Dich +++ über die „BRD“ +++

    Für alle, die Mut haben der Wahrheit ins Auge zu sehen:
    http://www.youtube.com/watch?v=FBq5W6tE2Qk&feature=player_embedded

  4. csanborn sagt:

    well, well, well – wenn Banker auf biegsame Politiker bauen – bauen sie auf Sand .

  5. ypsilon sagt:

    http://www.youtube.com/watch?v=rbMRRVSsX_4&feature=related

    Im österreichischen ORF primetime gesendet !!

    Düringers WUTBÜRGER