EU braucht UK-Geld für IWF

Die Europäer versuchen, Großbritannien milde zu stimmen, weil sie auf Geld von der Insel für den IWF hoffen. Aber David Cameron denkt nicht daran.

Auf der Suche nach weiterem Geld für den IWF-Deal gehen die EU-Länder gehen auf David Cameron zu und bieten Großbritannien einen Beobachterstatus bei den Verhandlungen über den neuen europäischen Vertrag an. Die Chancen eines britischen Beitrags sind allerdings gering.

Auf die Kritik, die David Cameron in den vergangenen Tagen sowohl von Seiten der britischen Opposition als auch von Frankreich entgegen schwappte (mehr hier), folgt nun ein Entgegenkommen. Großbritannien wurde dazu eingeladen, an den Verhandlungen zum neuen europäischen Vertrag teilzunehmen, bei denen es vor allem um die neuen Regelungen für die nationalen Wirtschaften der Länder geht. Ein britischer Beamter sagte der Financial Times, dass die Einladung Großbritannien auch erlauben würde, direkt an den Diskussionen teilzunehmen.

Wie großzügig die Geste ist, wird sich noch herausstellen. Immerhin braucht die Euro-Zone Großbritannien, um den IWF mit bilateralen Krediten aufzustocken: 30 Milliarden Pfund würden in diesem Fall auf Großbritannien zukommen – theoretisch. David Cameron bekräftigte bis jetzt allerdings, dass es eine solche Zahlung nicht geben wird, weil sie nicht direkt dem IWF zu Gute kommen würden, sondern der Euro-Zone (die Deutsche Bundesbank sieht es ähnlich – mehr hier). Zudem wäre eine Abstimmung im britischen Parlament nötig, da die Abgeordneten nur eine Zahlung von 40 Milliarden Pfund an den IWF zugesagt haben. Davon sind allerdings bereits 30 Milliarden Pfund geflossen, so dass nur mehr 10 Milliarden Pfund übrig wären.

Bei den Gesprächen in der kommenden Woche geht es insbesondere auch um die Frage, inwieweit europäische Institutionen in der Lage sein werden, den Vertragsschluss zu beobachten und die Durchsetzung der neuen Regelungen umzusetzen, auch wenn dieser zwischenstaatliche Vertrag außerhalb des eigentlichen EU-Vertrages anzusiedeln ist. Außer Großbritannien erhielten weitere nationale Botschaften von Ländern, die eine Unterzeichnung des neuen Vertrages noch abwägen, sowie das Europäische Parlament, die EZB, die EU-Kommission und der europäische Rat einen Brief, der sie zu den Verhandlungen einlud.

Kommentare

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  1. Petra sagt:

    OffTopic

    Aber schon bemerkenswert; vor allem wenn man die Art und Weise bedenkt wie das von statten ging:

    „Nach 46 Jahren
    Briten kündigen Städtepartnerschaft“
    http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36090&key=standard_document_43435122

    Es gibt wohl noch ein paar vereinzelte britische Gemeinden, die auch ihre Städtepartnerschaften mit D und F gekündigt haben oder dies noch in Erwägung ziehen.

  2. geisterhoernchen sagt:

    Wie war das, England braucht Europa mehr als umgekehrt?

  3. Syssifus sagt:

    David Cameron hat das Bild vom „Faß ohne Boden“ vor Augen und ist nur konsequent,wenn er gutes Geld dem Schlechten nicht nachwerfen will.Bei ihm bin ich mir sicher,daß er knallhart nur im Interesse seines Landes handelt,leider nur bei ihm.

  4. ohjehmine sagt:

    Cameron bleib vernünftig und lass die Wahnsinnigen bluten!
    Was für ein Theater

  5. khaproperty sagt:

    Nun suchen die Eurostaaten verzweifelt nach den von der Bundesbank zur Bedingung gemachten finanzstarken IWF-Zuzahlern außerhalb der 17 Eurostaaten.
    USA haben bereits abgewunken. Andere zieren sich noch.
    So läuft das IWF-Programm zur Stärkung des Euro Gefahr, zu scheitern.
    Die Bundesbank kündigt an, die Auszahlung zu verweigern, sollte u.a. diese Bedingung nicht erfüllt werden können.

    • Autofokus sagt:

      …wäre der ESM bereits ratifiziert, müssten die Zahlungen der Euro-Mitglieder bedingungslos innert 7 Tagen erfolgt sein, ohne wenn und aber. Genau deshalb wird der ESM auf das kommende Jahr vorgezogen !