Spanien: Zahlreichen Regionen droht akute Liquiditätskrise

In Spanien können viele Regionen ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen. Der durchschnittliche Zahlungsverzug beträgt 157 Tage. Den öffentlichen Krankenhäusern droht ein Lieferstopp von Medikamenten.

Die Zustände in Spanien erinnern an die Anfänge in Griechenland: Die öffentlichen Auftraggeber können wegen der Schuldenkrise ihre Rechnungen an private Dienstleister nicht mehr bezahlen. Sie versuchen, die Zahlungen so lang als möglich aufzuschieben. Das funktioniert jedoch auch nicht mehr: Mittlerweile beträgt die durchschnittliche Verspätung 157 Tage, bis ein externen Dienstleister endlich Geld vom Staat sieht. Wie die Plattform gegen Zahlungsverzug mitteilt, schulden die öffentlichen Krankenhäuser den Pharmafirmen bereits 5,83 Milliarden Euro für Medikamente. Ein Pharma-Verband teilte mit, dass Unternehmen durchschnittlich ein Jahr auf die Bezahlung durch die Krankenhäuser warten. Sie fordern, dass die Regierung für die offenen Rechnungen bürgt. Es ist offenbar nur noch eine Frage der Zeit, bis die Pharmaunternehmen die Belieferungen einstellen – wie sie es auch in Griechenland gemacht haben.

Aber auch andere Unternehmen sind betroffen. So informierte der Arbeitgeberverband Fedepe, dass immer mehr private Unternehmen wegen der schlechten Zahlungsmoral der Behörden in Bedrängnis geraten. So haben bereits zahlreiche Firmen ihre Gehaltszahlungen verschieben müssen, weil sie auf die Bezahlung offener Rechnungen warten.

Die spanische Notenbank teilte am Samstag mit, dass die Schulden der Regionen im dritten Quartal auf 135 Milliarden Euro angestiegen sind. Spitzenreiter ist Katalonien mit fast 40 Milliarden Euro Verschuldung. Nur das Baskenland, Madrid und Galizien haben einigermaßen solide Finanzen, alle andern hätten ein Liquiditätsproblem, sagte Marisol Blazquez von Moody’s Spanien dem Nachrichtendienst Bloomberg. Fadi Zaher von Barclays sagte, unbezahlte Rechnungen seien ein sehr schlechtes Signal an die Märkte. Dies bedeute nämlich, dass der Staat die Regionen noch stärker unterstützen müsse.

In Zeiten von explodierenden Zinsen auf Staatsanleihen ist dies leichter gesagt als getan.

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Kommentare

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  1. vdbr2006 sagt:

    Zuerst haben „die Märkte“ ( Tarnbezeichnung für üble Zockerbanden aus Bankstern, Spekulanten und Politikern ) alles zerstört und gefleddert und nun, da nix mehr zu holen ist, werden die nächsten an die Reihe kommen : Gangster ante Portas !!! Wären all die diesen Kriminellen in den Rachen geworfenen Milliarden nur zum Teil in die REALWIRTSCHAFT eingebracht worden, hätten wir mit Sicherheit die seinerzeit von Baron Helmut von Münchhausen prognostizierten „blühenden Landschaften“ !!! So sind es leider nur die „blühenden Wintergärten“ in fetten Villen geworden…
    Das alles werden wir auch noch zu ertragen bekommen – und das wird sicher nicht mehr allzu lange dauern. Schade um Europa und eine große Idee…

  2. Erwin Kaletzki sagt:

    Solange hier Feiertag auf Feiertag folgt – allein im Dezember hatten wir bis jetzt schon 2 – und alle Feiertage welche auf einen Sonntag fallen werden „nachgefeiert“, d.h., auf einen Arbeitstag – meistens den darauffolgenden Montag gelegt, solange muß sich hier keiner aufregen. Man kann durchaus feststellen, das hier in Katalonien vom Beginn des Dezembers bis Mitte Januar die Arbeit ruht. (Heilige drei Könige und ähnliches kommt ja auch noch dazu.) Dies ist aber beileibe nicht die einzige Zeit im Jahr, in welcher eine ruhige Kugel geschoben wird.

    Gott sei Dank lebe ich hier. Lebte ich in der BRD, ich könnte nicht ruhig schlafen. Denn dieses Treiben wird mit deutschem Steuergeld via Brüssel finanziert. Ansonsten wäre hier schon lange Schicht im Schacht.

  3. hunsrückbäuerchen sagt:

    ach, ich habe noch was vergessen,

    demnächst werden dann die kraftwerke abgeschaltet, weil niemand mehr den strom von rwe, eon, vattenfall, edf, etc. bezahlt
    demnächst wird dann auch die wasserleitung von veolia, eds, trocken gelegt, weil niemand mehr bezahlt,
    und die müllabfuhr die kommt auch nur noch dort, wo die mülltonnen vergoldet sind, der rest kann im dreck ersticken…

    verstaatlichen und konfiszieren, wer sein unternehmen nicht zum vorteil der gesellschaft betreibt, hat keine daseinsberechtigung! und vorteil der gesellscahft ist nicht shareholder! alle vermögenswerte konfiszieren als Pfand für gemeinwohlverhalten.

    nieder mit der finanzmafia.