USA: Massive Rückgänge beim Verkauf von Weihnachtsbäumen

In Amerika droht der Weihnachtsbaum als Symbol zu verschwinden. Dieses Jahr wurden so wenig echte Bäume verkauft wie seit Jahrzehnten nicht. Die Krise ist nur eine der Ursachen.

Die Weihnachtsbaum-Branche in den USA beklagt den schlechtesten Verkauf seit zwanzig Jahren. Der Bedarf an echtem Nadelgehölz sei signifikant rückläufig, berichtet MarketWatch. Für die Weihnachtsbaum-Industrie ist die Lage auch deswegen schwierig, weil die Branche im Wesentlichen aus kleinen Familienbetrieben besteht. Diese können sich keine Marketing-Kampagnen für ihr Produkt leisten und sind den Vorlieben des Markts mehr oder minder hilflos ausgesetzt.

Die Ursache für diese Entwicklung ist nur zum Teil in den schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen zu finden, mit denen so viele Amerikaner wie noch nie zu kämpfen haben. Für die sozial Schwachen ist der künstliche, kleine Baum sicher die erschwinglichere Variante als jedwede Form von Naturgehölz.

Doch Soziologen haben auch einen anderen Grund ausgemacht: In vielen Patchwork-Familien wird Weihnachten nicht mehr so gefeiert wie noch vor einer Generation. Die Familienmitglieder reisen quer durch das Land, um die verschiedenen neuen Ehepartner und in die Ehen mitgebrachten Kinder sehen zu können. Dadurch verbringen viele Familien Weihnachten nicht mehr an einem Ort, sondern stehen am ersten Weihnachtsfeiertag schon wieder am Flughafen, um zum Besuch zur anderen (vormals besseren) Hälfte aufzubrechen.

Dadurch aber wird der Kauf eines Weihnachtsbaums für viele Familien ökonomisch nicht mehr darstellbar. Wer möchte schon für den Genuss an einem Abend Preise bis zu hundert Dollar bezahlen? Der billige, künstliche Baum hat darüber hinaus den Vorteil, dass er nach der Rückkehr von der weihnachtlichen Familien-Rally immer noch so frisch aussieht wie am ersten Tag.

Kommentare

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  1. Druidenstein sagt:

    Mit Verlaub! Das ist es eben, was eine Kultur ausmacht. Und Deutschland verfügt anscheinend über sehr viel an Kultur; denn für einen krüppeligen Weihnachtsbaum an Heiligabend, da gibt der Deutsche fast alles, sogar sein letztes Hemd.