USA: Bankensterben geht weiter

Wegen der Subprime-Krise 2008 und der Euro-Krise sind viele amerikanischen Banken vom Bankrott bedroht. Vergangene Woche wurden wieder zwei Finanzinstitute geschlossen. Die Zahl der Pleiten liegt in diesem Jahr nun bei 92.

Die Finanzkrise 2008 und die geplatzte Blase im Immobiliensektor haben die amerikanischen Banken in den vergangenen Jahren stark getroffen: Hunderte Banken gingen Pleite. Die sich nun nicht mehr nur auf die Euro-Zone beschränkende, neue Finanzkrise verschlechtert die Lage der US-Banken weiter. Vergangenen Freitag mussten die Western National Bank und die Crestview Bank geschlossen werden und wurden von anderen Finanzinstituten zu großen Teilen übernommen. Damit erhöhte sich die Zahl der Bankschließungen auf 92 in diesem Jahr.

Bereits vergangenes Jahr scheiterten 157 Banken in den USA – die höchste Zahl seit Ende der Kreditkrise 1992. Der amerikanische Einlagensicherungsfond (FDIC)schätzt, dass ihn die Bankpleiten in diesem Jahr 68,8 Millionen Dollar kosten werden. Von den mehr als 7.500 amerikanischen Kreditinstituten stehen derzeit zudem über 800 auf der Problemliste des Einlagensicherungsfonds.

Diese haben ein zu geringes Eigenkapital, um mögliche Kreditausfälle verkraften zu können und sind somit stark gefährdet. Die zunehmend spürbaren Auswirkungen der europäischen Finanzkrise bürgt für die Finanzinstitute eine allgegenwärtige Gefahr: Sie sind über Anleihen und CDS (Credit Default Swaps), eine verkaufte Versicherung für den Fall, dass ein Staat Bankrott geht, stark mit der Euro-Zone verknüpft. Und auch die sich vergrößernde Dollarknappheit, die die Zentralbanken mehrerer Länder durch Zinssenkung zu bekämpfen suchten, stellen die amerikanischen Banken vor enorme Herausforderungen.

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Kommentare

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  1. DCWorld sagt:

    Eine grafische Darstellung der Bankenpleiten:
    http://www.start-trading.de/blog/bankenpleite/

  2. Romeo sagt:

    Keine der insolventen Banken hatte 2011 eine Bilanzsumme über $ 3Mrd.
    Also im Prinzip waren das alles „kleine Fische“ oder auch „Peanuts“.
    Die Reste der Pleiten werden von anderen Banken übernommen.
    Am Ende dieses Konzentrationsprozess stehen dann die bekannten Grossbanken (BoA, J.P. Morgan, Citygroup,…).
    Alles läuft nach Plan