Draghi: Wer die Eurozone verläßt bekommt Inflation

Der EZB-Chef warnt davor, dass ein Austritt einiger Länder aus der Eurozone keine Erleichterung für diese bedeuten würde. Vielmehr gäbe es eine riesen Inflation und eine weitaus schwierigere Ausgangslage zur Durchführung der Reformen.

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Während die EZB offenbar mit dem Gelddrucken begonnen hat (mehr zu diesem geheimen Projekt hier), warnt nun deren Präsident austrittswillige Länder vor den Folgen. Für den EZB-Chef-Mario Draghi wäre ein Austritt eines der Euroländer aus der Euro-Zone definitiv keine Alternative zu den harten Sparmaßnahmen, die in vielen Ländern bereits soziale Unruhen nach sich ziehen (mehr hier) und ihre Sozialsysteme gefährdet (mehr hier). „Mit dem Verlassen der Euro-Zone und einer Abwertung der eigenen Währung schafft man eine große Inflation und am Ende des Weges, würden die Länder dieselben notwendigen Reformen durchführen müssen, aber aus einer viel schwächeren Position heraus“, sagte Mario Draghi in einem Interview mit der Financial Times. Außerdem wäre ein Austritt ein Vertragsbruch. Man müsse dann damit rechnen, dass andere sich auch nicht mehr an die Verträge halten. „Und wenn einer damit anfängt, weiß man nie, wie es wirklich enden wird.“

Eine Zinsgrenze für Staatsanleihen sieht der EZB-Chef ebenfalls nicht als adäquate Lösung der Refinanzierungsprobleme der Länder wie Griechenland, Italien und Spanien. „Geldpolitik kann nicht alles machen.“ Selbst bei einer wesentlichen Verschlechterung der Situation sieht die EZB nicht vor, wirklich große Mengen Staatsanleihen zur Unterstützung des wirtschaftlichen Wachstums zu kaufen. Das Vertrauen der Märkte erziele man nicht dadurch, dass man „die Glaubwürdigkeit der EZB“ zerstöre. Für das nächste Jahr erwartet Mario Draghi einen „signifikanten Rückgang“ des wirtschaftlichen Wachstums „in verschiedenen Teilen der Welt“, das globale Wachstum „verlangsamt sich und die Unsicherheit steigt“. Er betonte jedoch, dass die Eurozone das Fundament für eine in Zukunft besser funktionierenden Wirtschaftsunion gelegt hätte und „wir sollten daraus Zuversicht schöpfen.“

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Kommentare

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  1. tomorrow sagt:

    Italia …
    Dem Draghi als Goldman-Sachsler, wackelt so bald kein Stuhl.
    Ihr wisst doch hoffentlich, dass es nicht um Politik(erinnen) geht, sondern um Mario(netten) der Großbanken. Das ist jetzt Sache, Nix anderes.
    Wer sich anlegen will, mit diesen asozialen, braucht jede Menge Power.
    Dafür sind die Menschen nicht bereit. Die meisten tun weiter so, wie´s war und können nicht mal demokratisch wählen. Wollen sie auch nicht, weil es von der Regierung nicht angeboten wurde. Genau wie in anderen Ländern der EU.