Großbritannien trennt Investment- und Geschäftsbanken

Nach dem britischen Nein zur EU-Vertragsänderung verschärft Großbritannien nun seine Bankenregulierung. In Zukunft möchte der Staat nicht mehr bei Spekulationsgeschäften in Haftung genommen werden.

Großbritannien zwingt seine Banken dazu, das Investmentbanking von den Geschäftsbanken stärker zu trennen. „Wir werden mit der Trennung der Banken von den Kasinos und der Kreditvergabe fortfahren“, sagte der Geschäftssekretär Vince Cable dem britischen Fernsehen.

Die Banken sollen sogenannte „Brandschutzwände“ zwischen dem Kundengeschäft und dem Investmentbanking einziehen. Damit will man verhindern, dass die Banken zu groß werden und sich eine Szenario wie beim Ausbruch der Finanzkrise vor drei Jahren wiederholt.

Außerdem sollen Banken künftig mehr Kapital für den Ausgleich von Verlusten zurücklegen. Die neue Kapitalquote soll zwischen 17 und 20 Prozent liegen.

Mit dieser Maßnahme folgt man den Forderungen des ehemaligen Chefökonomen der Bank of England, John Vickers. Er arbeitet gemeinsam mit einer Kommission an der Verbesserung des Finanzwesens in Großbritannien und empfahl Mitte September in einem Bericht die stärkere Trennung der einzelnen Tätigkeitsfelder der Banken.

Das Dokument der Vickers-Kommission sieht vor, Banken sollten Staatshilfen künftig nur noch für jene Geschäftsfelder erhalten, die innerhalb der „Brandschutzwänden“ liegen. Dazu zählen Girokonten, Hypotheken, das Kreditkartengeschäft und Kredite für mittelständische Unternehmen. Damit soll verhindert werden, dass Banken Steuergelder für den Ausgleich von Verlusten aus Spekulationsgeschäften missbrauchen.

Geschäftssekretär Cable sagte, die Regierung akzeptiere den Bericht Vickers vollständig und beginne nun mit der Umsetzung der Maßnahmen.

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Kommentare

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  1. EuroTanic sagt:

    Das ist Desinformation. „möchte der Staat nicht mehr bei Spekulationsgeschäften in Haftung genommen werden“. Der Staat war nie verpflichtet irgendwelche Haftungen gegenüber privaten Banken zu übernehmen. Das ist in einem freien Markt auch gar nicht vorgesehen. Firmen die nach den Gesetzen des freien Marktes nicht funtionieren und unwirtschaftlich arbeiten müssen pleite gehen. Das wäre nach dem Prinzipien des freien Marktes auch keine Katastrophe wie uns durch die Politik vorgekaukelt wird. Denn diese Funktionen würden von anderen Firmen übernommen werden die besser arbeiten. Letztlich ist der Sparer selber schuld, wenn er seine angesparte Arbeitsleistung in Form von „Geld“ bei Firmen spart, die mit kriminellen Spakulationen diese „Werte“ verspekuliert und damit unsittliche Boni und Rendite ausschütten. Das Unwissen und die Gier des kleinen Mannes ist der Gewinn des reichen Mannes.

    • Syssifus sagt:

      Wenn nun aber die Landesbanken durch Spekulationsgeschäfte riesige Verluste einfahren und Rentenfonds vorm Totalverlust stehen,wird eine systemrelevante Rettung unumgänglich sein.Die Schuldigen müssen bestraft, sowie auch eine Haftung mit dem privaten Vermögen eingeschlossen werden.Gesetzliche Regelungen (Verbote), hinsichtlich spekulativer Anlagen von Renten bzw.-Pensionsgeldern müssen her.Wo bleiben die längst fälligen Maßnahmen unserer Volksvertreter,befassen die sich nur mit Pseudoproblemen und Spiegelfechtereien ?