Inflation frisst Wachstum der Kaufkraft

Die Deutschen dürften sich im kommenden Jahr über 400 Euro mehr in der Geldtasche freuen. Die Kaufkraft wird um zwei Prozent steigen. Doch weil die Inflation ebenfalls steigt, werden die Konsumenten nicht davon profitieren.

Im kommenden Jahr werden den Deutschen im Durchschnitt rund 400 Euro mehr pro Kopf zur Verfügung stehen. Die Kaufkraft wird um zwei Prozent steigen. Grund dafür sind die positive Arbeitsmarktentwicklung und die steigenden Löhne. Davon geht das Marktforschungsinstitut GfK aus.

In der Praxis werden die Konsumenten allerdings nicht stark von der steigenden Kaufkraft profitieren. Denn die Preise werden voraussichtlich fast ebenso stark steigen. Die Bundesbank geht für das Jahr 2012 von einer Inflationsrate von 1,8 Prozent aus. Dies würde den Kaufkraftzuwachs fast vollständig aufheben, das Konsumpotenzial würde also lediglich stagnieren. (Die Zahl der Menschen, die sich vor der Geldentwertung fürchten steigt – mehr hier)

Im Ländervergleich führt erstmals seit vier Jahren nicht mehr Bayern die Liste der Länder mit dem größten Konsumpotenzial an. Auch wenn die Hälfte der 25 Landkreise mit der höchsten Kaufkraft in Bayern liegen, wurde der Freistaat abgelöst: Hamburg hat Bayern von der Spitze verdrängt und ist nun das Bundesland mit der größten Kaufkraft pro Kopf. Auch Bremen und Berlin konnten ihren Indexwert deutlich verbessern.

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Kommentare

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  1. eder, schreinermeister sagt:

    Inflation bei Einkaufspreisen in 2011: Plattenwerkstoffe 17%, Petrochemie 20%, Glas 10%, Montagemittel 13%, Fertigtüren 20%, Parkettversiegelung 40%, etc
    Und der Handwerkskammerpräsident findet kaum noch Superlative um die gute Auftragslage im Handwerk zu beschreiben. Mit keinem Wort wird erwähnt dass es die Flucht in die Sachwerte ist. Ich habe das erwirtschaftete Geld angelegt in Platten, die auch zum Fensterbarrikadieren taugen, Material zum Hühnerstallbau, Floatglas, kräftigen Stromerzeuger der mit …..öl läuft am Tag zum arbeiten und nachts ums Gelände auszuleuchten.
    Ich würde mich sehr freuen wenn´s losgeht, denn ich habe viele, viele Jahre zu 90% für Staat und seine Bürokratie geschuftet. Das Maß ist voll.

  2. malocher: sagt:

    Na ja,1,8 % Inflation ist´noch milde ausgedrückt.
    Ich denke sie wird wohl eher bei 8 – 10 % liegen.
    Gerade jetzt wo die Gelddruckerei erst richtig los geht.

  3. flurdab sagt:

    400 € im Durchscnitt mehr!
    Das klingt gut, aber es ist doch wieder nur ein übler Statistik- Trick. Eigentlich schlimm das diese Meldung so übernommen/ verbreitet wird.
    Wer ist der Durchschnitt?
    Es wird wieder genauso laufen wie beim Aufschwung XXl, die oberen 10% Vermögende werden den größten Teil einsacken und der Rest ist Neese.
    Wobei hier von Kaufkraft zu sprechen eh ein Hohn ist. Den 10% von 80 Millionen sind 800 000. Selbst wenn diese ihren Konsum deutlich erhöhen würden, würde die Binnenwirtschaft hiervon nichts spüren.
    Also sehen wir es so wie es ist, für die breite Masse kommt eine Teuerung, die Binnenwirtschaft wird weiter abschmieren. Noch mehr Arbeitsverhältnisse werden in den Niedriglohnsektor verdrängt. Wobei diese durch Subventionen gestützt werden, die wiederum aus Steuern finanziert werden.

    Aber der Duchschnitt darf sich auf 400 € pro Kopf im Jahre 2012 freuen.

    Frohes Fest Durchschnitt,

    flurdab

    • Michele sagt:

      Hi, hi immer mehr Niedriglöhner kaufen auch weniger…und Toplöhner bringen ihre Schäflein weiss Gott wo hin…wie soll da ein funktionierendes Europa herauskommen 🙂

  4. dparvus sagt:

    Es wäre das erste Mal, daß etwas Prognosen zufolge eintrifft.

    Auch wenn wir durch ein Tal der Tränen müssen, so oder so:

    Erst wenn wir den Euro los sind, kann sich alles zum Guten wenden.

    Wenn man noch was zu verlieren hat: Gold kaufen.

    Gold hat über Jahrhunderte noch nie soviel an Wert verloren wie eine Währung,

    Das Fiat- Geld wird ganz bestimmt total den Bach runtergehen. Hoffentlich bald.