Italien und Spanien müssen für ihre eigene Rettung zahlen

Italien muss 23,5 Milliarden Euro aufbringen, um den IWF für allfällige Bailouts aufzurüsten. Auf Spanien entfallen 15 Milliarden Euro. Beide Länder haben einen rigiden Sparkurs für die Euro-Rettung angekündigt.

Die ursprüngliche Aufstockung des IWF auf 200 Milliarden ist nicht gelungen. Stattdessen müssen die Euro-Staaten 150 Milliarden Euro aufbringen (mehr hier).

Groteskerweise müssen auch die am meisten gefährdeten großen Staaten einen Beitrag zu einem möglichen Bailout leisten. Italien ist gemäß einer EU-Mitteilung mit 23,5 Milliarden Euro dabei, Spanien mit 15 Milliarden Euro (schon heute bürgen beide Länder mit gigantischen Summen – mehr hier).

Woher die das Geld nehmen, ist zwar unklar. Klar ist jedoch, dass die Italiener und Spanier mit drastischen Sparmaßnahmen ihre Schulden auf lange Zeit werden abarbeiten müssen.

Klar ist auch, wohin das Geld gehen wird: Es wird, wenn es zu einem Bailout kommt, zu einem großen Teil für den Schuldendienst verwendet werden müssen. Ob die Beträge jedoch reichen, um das Kasino weiter am Leben zu erhalten, ist eine ganz andere Frage (mehr zum Kasino und der Rolle der Bundesbank – hier).

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Kommentare

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  1. tomorrow sagt:

    Das ist mal wieder typisch Euro-Logik.
    Der eine nimmt es dem anderen aus dem Staatssäckel und der Dumme steht bereits fest. Was für eine neue Bahn erbrechechende Idee.
    Den Blöderbergern fällt nix neues ein.

    Da könnte man es mit Nichtachtung zu Tun bekommen. Kann mir mal jemand plausibel machen, wer diese Hilfsmilliarden stemmen soll ?

    Vergangenes Jahr hieß es noch: Wir dürfen nicht aufgrund unserer Nachkommenden Generationen leben. Jetzt ist alles mal wieder Makulatur,

    Wer diesem Schmarrn glaubt, ist selbst Schuld.

  2. Karsten-Karl-Albert-Joachim sagt:

    Das ist kein Problem, dass die beiden Staaten zahlen müssen. Das notwendige Geld holen sie sich über TARGET von der Deutschen Bundesbank.

  3. EuroTanic sagt:

    Wer Schulden mit noch mehr Schulden bezahlen will ist entweder ein Politiker, ein Ökonom oder ein Idiot.

    • Chris sagt:

      Welcher Ökonom propagiert denn Staatsverschuldung? Selbst J.M. Keynes spricht von einer antizyklischen Wirtschaftssteuerung auf Pump nur, wenn die Defizite in den darauf folgenden, besseren Zeiten wieder ausgeglichen werden! Wenn man von Dingen spricht, die man nicht versteht, sollte man sich selbst die Frage stellen, ob man nicht ein Idiot ist!

  4. conforma sagt:

    Ich bin das erste Mal hier dabei, habe Artikel und Kommentare gelesen und bin begeistert, dass es die „deutschen-mittelstands-nachrichten“ gibt. Das macht Mut, wobei ich mir nicht nachlassendes Engagement wünsche und immer deutliche Kritik gegenüber den €uro-Phantasten und EU-Illusionisten, die uns allen eines zumuten: Eine von Jahr zu Jahr und jetzt von Monat zu Monat unsicherer werdende Zukunft.

  5. FDominicus sagt:

    Völlig sinnlos. Pleite Staaten müssen Kredite aufnehmen um sich und andere Pleitestaaten zu retten. Ich glaube ein bisschen Verstand sollte auch bei den Delebets noch vorhanden sein…. Aber nun ja sie sind ja auch nicht in der Lage für sich selbst zu sorgen sondern brauchen den Versorgerstaat… Dazu fällt mir nur ein Wort ein: Schmarotzer.

  6. Steuerzahler sagt:

    Schwachsinniger geht es eigentlich nicht mehr! Der total überschuldete Schuldner soll Geld aufnehmen um für seine eigene Rettung zu bezahlen.

    Wer glaubt eigentlich, dass die Märkte solche Idiotie honorieren werden?

    • Steuerzahler-Depp sagt:

      Ja, wer sind eigentlich „die Märkte“? Ich sage nur „DAX short!“, und zwar ab 28.12. Vom erlösten Gewinn sofort EM, Lebensmittelvorräte, Waffen und Munition kaufen und Haus/Wohnung absichern (falls noch nicht geschehen).

      • Chris sagt:

        Ja, das ist schon richtigt, nur sollte man auch bedenken, daß man einem Emittentenrisiko ausgesetzt ist. Wenn man also glaubt, daß die Wirtschaft und die Märkte dermaßen abstürzen, daß man sich Nahrungsmittelvorräte zulegen sollte, ist ein Short-Produkt schnell ausgefallen, wenn die Bank den Bach runtergeht.

    • Chris sagt:

      Das Ganze nennt man „Umschuldung“! Und das gibt es auch in der Privatwirtschaft! Wenn jemand seinen Dispo hoffnungslos überzogen hat und darauf 15% Zinsen zahlt, streicht die Bank irgendwann den Dispo und schuldet zu günstigeren Zinsen um.

      • V-wie-Vendetta sagt:

        das mit der Umschuldung stimmt so nicht ganz, denn:
        Wer den Dispo auf einen Kredit umschulden möchte braucht Sicherheiten!
        Bei den EU Pleitestaaten kann ich jedoch nirgenwo irgendwelche Sicherheiten entdecken, die sind schlicht insovent.

      • Pudellocke sagt:

        Um einen Dispo umzuschulden benötigt man eine gewisse Bonität. Wenn nicht kann man es bei einem „Kredithai“ versuchenm, dann aber zu entsprechenden Zinsen. Und genau diese Dispoumschuldungen führen nicht selten in den Schuldenteufelskreis. Mein Konto ist zwar ausglichen aber mein Einkommen – da Raten für die Kredittilgung fällig werden – ist geringer. Wenn ich jetzt schon vorher mit mehr Geld Schulden angehäuft habe, werde ich es jetzt mit weniger geld mit Sicherheit nicht leichter haben. Und wenn ich dann im gleichen Muster weitermache und meine Ausgaben nicht begrenzen kann oder will, zahle ich über den in der Regel wieder vorhandenen Dispo mein Schulden bis ich dann wieder an dem Punkt bin, wo ich die nächste Umschuldung machen kann. Irgenwann wird mir dann die Bank den hahn zudrehen, Bonität habe ich auch nicht mehr und kann Privatinsolvenz anmelden.

        Bei Staaten mag das wegen dem Geldmonopol – man wirft einfach die Druckpresse an – länger gutgehen. Aber auf dauer können solche Schuldenkonstrukte auch bei Staaten nicht gut gehen, wie man jetzt sieht.
        Und auch Deutschland hat mittlerweile 2000 Milliarden an Schulden angehäuft und mit steigender Tendenz. Auch hier wird irgendwann der Knall kommen. Da faseln diese grünen Gutmenschen immer von „Nachhaltig“ wenn es um grüne Ideologie geht. In den Finanzpolitik ist „Nachhaltig“ allerdings ein Fremdwort. Schulden sind Konsumverzicht in der Zukunft und wird die Treffen, die Ökofanatiker vorm Weltuntergang retten wollen. Oh Herr, wirf Hirn vom Himmel.