Strauss-Kahn: Es kann innerhalb von Wochen zum Crash kommen

Europa erlebe eine bespiellose Führungskrise. Der ESM werde zu spät kommen, weil man nicht mehr Monate Zeit habe, sondern höchstens Wochen – sagt der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn.

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Zuletzt war er zwar mehr wegen seiner Affären in den Schlagzeilen. Nun aber hat der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn eine wenig erfreuliche Prognose für die Weltwirtschaft abgegeben: Die Krise sehe zwar wie eine Schuldenkrise aus, tatsächlich sei es jedoch eine Wachstumskrise und „hinter der Wachstumskrise ist es eine Führungskrise“, sagte Strauss-Kahn bei einer Konferenz in Peking. Alle europäischen Politiker hätten mit dem EU-Gipfel nur ein „weiteres Ausbluten“ des Vertrauens der Investoren erleben müssen. „Das Problem ist, dass sie das immer noch leugnen.“ Die europäischen Politiker hätten einfach permanent den Ernst der Lage unterschätzt und die wirklichen Ursachen nicht erkannt.

Damit kritisiert Strauss-Kahn natülich auch seinen alten Rivalen Nicolas Sarkozy, dessen Truppen unterstellt wird, sie hätten Strauss-Kahn mit der Sex-Affäre in New York eine Falle gestellt, um einen aussichtsreichen Gegner von Sarkozy für die Präsidentschaftswahl aus dem Weg zu räumen (mehr zu den Hintergründen dieser bizarren Geschichte – hier).

Sie seien mit der Einführung fundamentaler Reformen gescheitert, es gäbe keine Fiskalunion, keine Ausweitung der Geldpolitik und auch keinen Schutzwall, kritisierte Dominique Strauss-Kahn. Der Stabilitätspakt sei „vielleicht eine gute Nachricht für die deutsche Inlandspolitik, aber eine schlechte Nachricht für die europäische Bevölkerung“. Der Schutzwall ESM ist als solches auch kein Schutzwall, sagte Dominique Strauss-Kahn, da es mittlerweile bei der Schaffung von Stabilität und der Vermeidung eines Crashs keine Frage von Monaten mehr sei, sondern eine Frage von Wochen. Es bräuchte schnellere Maßnahmen, die nicht nur auf Haushaltskürzungen basieren, sondern vor allem solche, die die Wirtschaft unterstützen.

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Kommentare

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  1. Chico sagt:

    Der Wachtumsglaube der Industrienationen ist die größte Fehlentwicklung der Menschheit und führt nur von einer Krise in die nächste. Dazu gehört auch der Wahnsinn des Bevölkerungswachtums, dass in unserer Gesellschaft auch noch mit „Prä ien“ gefördert wird. Natürliche Selektion gibt es hier nicht. Also: Irgendwann übernehmen die „intellektuell einfach Strukturierten“, weil sie sich am stärksten reproduzieren, das Ruder! Es lebe das Kindergeld !!!

  2. schlaumeister sagt:

    Der Mann scheint voll durchzublicken, jetzt kann er sagen, was er im Amt sicher nicht hätte sagen können. Irgendwann ists aus mit den Lügen und Verschleierungen,
    die Auflösungserscheinungen bei Europa-Politikern beginnen. Es kommen bestimmt
    noch die gegenseitigen Schuldzuweisungen und dann wartet auf uns noch die
    weltweite Verstrahlung durch Fukushima.

  3. T.W. sagt:

    Er war nicht wegen seinen Affären in den Schlagzeilen.
    Er wollte doch nur das deutsche Gold live in New York sehen.
    Statt dessen hat er irgendeine Putzfrau zu sehen bekommen, und KEIN Gold

  4. Fred Kirchheimer sagt:

    Der Artikel ist vom 20.12. und das ist nun auch schon vier Monate her, oder um es in der Sprache von DSK zu sagen: 16 Wochen. Und das sind dann deutlich mehr als wenn er von „ein paar Wochen“ spricht.

    DSK hat eine Ansage gemacht und nicht geliefert.

    • loewe30693 sagt:

      DSK hätte recht behalten den nach seiner Aussage wurde mal schnell 500 Milliardchen in die Finanzwelt gepumpt.
      Draghi hat dies ja selbst bestätigt und dann gleich noch mal 500 Milliarden nachgeschossen.

      DSK weiß sehr wohl wie es um die Finanzbranche steht.

  5. Zeitgeist sagt:

    Lieber Herr Kahn:

    Volkwirtschaften wachsen nunmal nicht exponential wie die Zinseinnahmen der renditegeilen Raffhälse…exponentiales Wachstum geschieht nur innerhalb eines Zeitfensters, dann kommt ein Reset…es bedarf keines Schutzwalls oder „schneller Lösungen“ ….

    …was die wenigsten begreifen: Der RESET/CRASH oder vor was auch immer alle Angst haben: IST DIE LÖSUNG ! …das Ende der exponentialen Wachstumskurfe, der Neubeginn, das neue Wirtschaftswunder, die Begradigung des unnatürlichen Wachstums…das LINEARE Wachstum ist normal.

    Ich sag: lasst es endlich knallen, wir sind schon 12Jahre überfällig (es hätte schon 2000 in der „.com Krise“ knallen müssen lt. der üblichen 70 Jahres Fenster)

  6. Fabian K sagt:

    Scheinbar stirbt der Glaube an Keynes „Multiplikator-Effekt“ niemals aus…Wir müssen nur mehr Schulden machen, um dadurch die Wirtschaft anzukurbeln. Und so die Schulden finanzieren zu können?! Wieso lässt man die Schulden nicht weg und lässt die Wirtschaft normal wachsen. Wie sie es durch den technischen Fortschritt tut. Man hätte die heutigen Probleme nicht und würde wesentlich besser leben. Ach nein, dann könnte man ja nicht Gott spielen, mit einer inflationären Währung das Volk ausnehmen und sich gleichzeitig versuchen als Retter zu profilieren, denn man müsste zugeben wie überflüssig man eigentlich ist…

    Es gibt gar nicht genügend Wände gegen die ich meinen Kopf schlagen könnte, wenn ich die Aussagen von DSK und Konsorten lese.

    • guantanamera sagt:

      In einem Schuldgeldsystem kann man die Schulden nicht weglassen. Entweder der Staat verschuldet sich oder die Firmen verschulden sich oder der Verbraucher verschuldet sich. Würde sich niemand verschulden, gäbe es kein Geld. Verschulden sich Firmen und Verbraucher zu wenig, springt der Staat ein. Würde er das nicht tun, gäbe es Rezession.

      Keynes hat die irre Logik des Schuldgeldsystems verstanden. Sein Fehler war, dass er es nicht hinterfragt hat.

  7. Quitschiie sagt:

    Kurze Frage:
    Gehört nicht zum Tema, hat aber damit zu tun…
    http://www.welt.de/finanzen/article106142019/ESM-kann-gegen-deutsche-Stimme-Geld-abrufen.html#disqus_thread

    Stimmt das wirklich so wie es da steht? Mein Vater meinte nein…. Ich bin mir unsicher, nach allem was die letzten Monate passiert ist….

    Liebe Grüße
    Und ein schönes Wochenende noch 🙂
    Eure Silber

    • David sagt:

      Ja das stimmt!

      Denn wenn der Fiskalpakt erst mal steht, herrscht Verdunklung! Keine Rechenschaftspflicht mehr und keine Anklagemöglichkeit für Veruntreuung. Ein Schlaraffenland für dreiste Diebe äh Banker.

      Ist eine Art Diplomatenstatus, sie müssen wirklich nichts mehr preis geben. Nicht mal ihre Gehälter noch wöfür das Geld gebraucht wurde, welches z.B. aus Deutschland abgezogen wurde.

      Wenn dieser Pakt des Teufels erst mal steht, gibt es 1% die Knechten und Herrschen und den Rest eben, das Sklavenvolk.

      Wer glaubt das ist nicht so, der irrt.

      Augenblicklich könnten diese Verräter noch verklagt werden für das was sie tun, dannach sind sie aus dem Schneider, für das was sie taten.

      Das ist auch der Grund für all die heimlichen Aktionen, wie Gesetzesänderungen ohne Ende und ohnes Gleichen.

  8. dr. brandstätter sagt:

    je rascher die eu zusammen bricht, desto besser, die eu ist doch ein tür- und toröffner für industrie und konzerne, zerstört mittelständische strukturen, zerstört die eigentümlichkeiten jedes eu-landes, jeder kleinen insel (z.b. kanarische inseln),macht alles gleich und nieder, hier herrscht nur noch kapital ohne verstand und ohne rücksicht – DIE QUITTUNG KOMMT BESTIMMT
    die pressefreiheit wird immer weiter beschränkt, die bürgerrechte ebenfalls, dem volk werden immer mehr lügen aufgetischt (vogelgrippe-virus, bse-rinderwahn, schweinegrippe-virus, aids-hiv-virus, verhinderung der krebsheilung nach der neuen medizin http://www.neue-medizin.de, impf-lügen hoch drei etc.)
    irgendwann bekommt jeder ehrliche mensch einen echten ekel vor der EKEL-EU
    „lügen haben kurze beine – und bestimmt keinen bestand“

  9. Uta Mann sagt:

    Es ist jetzt Ende März 2012 und immer noch ist kein Crash passiert. Soviel zu den Aussagen unserer Experten. Wir sind nur ein paar Spielfiguren für die.