Investoren wegen Lage in China alarmiert

Für viele institutionelle Anleger ist Europa ein kleiner Fisch. Sie sind alarmiert über die Nachrichten aus China. Weil die Investoren den offiziellen Zahlen aus Peking nicht mehr trauen, haben sie nun Teams entsandt, die die echten Fakten über die Wirtschaftslage erheben sollen.

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Die Aufmerksamkeit der Anleger wendet sich immer mehr weg von Europa hin zu China. Etliche Hedge-Fonds-Manager blicken mit Sorge auf die wirtschaftliche Situation des Landes. Man habe den „zunehmenden Verdacht, dass sich der nächste Akt der rollenden, weltweiten Schuldenkrise wahrscheinlich im Osten abspielen wird“, schrieb die Emerging Sovereign Group vor kurzem an seine Kunden. Die abnehmenden ausländischen Investitionen sind ein Anzeichen dafür, dass die Investoren vorsichtiger geworden sind (mehr hier).

Doch das Problem sind nicht nur die Nachrichten über einbrechende Exporte (mehr hier), steigende Inflation und eine fortschreitende Kreditklemme in China (mehr hier). Ganz abgesehen von der Immobilienblase, die schon seit geraumer Zeit zu platzen droht (mehr hier). Vielmehr geht es um die Wirtschaftsdaten, die die Hedge-Fonds von der chinesischen Regierung erhalten. „das Lesen der offiziellen Verlautbarungen der chinesischen Regierung ist wie eine Kremlinologie“, sagte ein britischer Trader der Financial Times. Die Daten sind alles andere als verlässlich, sind unvollständig schwer zu beurteilen. Angesichts der offensichtlichen Probleme trägt dies nicht zur Zuversicht der Investoren bei. Dementsprechend schicken nun viele Hedge-Fonds regelmäßig Analysten und Datensammler nach China, damit diese versuchen, sich ein eigenes Bild von der wirtschaftlichen Lage des Landes zu machen. Und wenn es wie bei GLG auch manchmal einfach nur darum geht, vor einer Fabrik unauffällig „Autos zu zählen“, berichtet ein Insider.

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Kommentare

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  1. khaproperty sagt:

    Seit mehr als zwei Jahren meine Rede infolge von Berichten von befreundeten deutschen Klein-Unternehmern in China, die zunächst vor allem vor der 2007 schon erkennbaren Immobilienblase warnten.
    Durch die krisenbedingten keynes`schen Päppelprogramme auch der chinesischen Regierung wurde einerseits die negative Entwicklung dramatisiert, andererseits auch kaschiert und hinter offizieller Propaganda und Zahlen verborgen.
    Irgendwann geht`s nicht mehr – da scheinen sie nun angelangt zu sein. Das Mißtrauen wächst nun auch bei den (dummen) Optimisten.

  2. hunsrückbäuerlein sagt:

    jipi yeah, irgendwie erinnet mich das an die alten western mit john wayne, auf auf um eine neu sau durchs dorf zu treiben. wer sich mit china anlegt, sollte vorher gegen die fed üben.

    china wird zunächst mal seinen binnenmarkt stabilisieren, dreckfetzen $ und € sind ja genug davon da. wer dann noch keine ruhe gibt, wird mal kurzer hand mit den dreckfetzen ersäuft. 200-30 mrd. us-anleihen af den markt geworfen, für einen monat abstinent gegenüber dem kauf von us-anleihen und die ami-wiese samt der heuschrecken ist tot, mausetot…..vielleicht gibt´s ja zum abschluß dann noch so ne richtig schöne ballererei, immerhin wollen die 500 mio waffen ja von den 300 mio amis auch benutzt werden…..

  3. Rico Coracao sagt:

    EU, CHINA, INDIEN oder die USA…
    Einer wird bald fallen und reißt den Rest mit in den Abgrund..

    Laut Bilderberger Helmut Schmidt soll das chinesische System ja so toll sein
    (auch für uns).

    Das System soll UNS dienen, nicht wir diesem kaputten System..

    Zukünftiges Geld muß Wertgebunden sein: JEDER Schein mit echtem Gold/Werten hinterlegt, mit der Möglichkeit sein Geld jederzeit gegen ein Edelmetall zu tauschen.

    Wenn sich dieses ganze virtuelle Spielgeld bald in die Realwirtschaft ergießt,
    dann Prost Mahlzeit 🙂

    • Steffen sagt:

      Das Geld hat schon eine Deckung, die Arbeitskraft/Leistung des Schuldners. Aber was ist die Arbeitskraft wert? Um bei Ihrem Gold/Silber zu bleiben wohl sehr wenig – da Arbeitskraft unbegrenzt aber Gold/Silber stark begrenzt. Seien Sie froh über das jetzige System, sonst wäre der Tagelohn bei unter 1 Gramm Silber.

      • Pjotre Panski sagt:

        Ah ja, unbegrenzt vorhandenes (auch digitales) Papiergeld ist besser weil unbegrenzt vorhanden? Dieses Zeug, das die Arbeitskraft durch die Vermehrbarkeit nicht vernünftig speichern kann ist besser wie etwas begrenzt vorhandenes, das Arbeitskraft speichern kann? Dummes Zeug! Selbst wenn es weniger als ein Gramm Silber als Tageslohn gäbe, was schon mal Blödsinn weil aus der Luft gegriffen ist, dann hätte dieses bischen Silber eine satte Kaufkraft.
        Warum nicht gleich mit Luft und digitaler Luft bezahlen? Davon ist noch mehr da. Luft scheint nach der Argumentation von Steffen noch eine bessere Währung zu sein. Was manche Leute sich ausdenken… Nie was von Geldmenge, Geldschöpfung oder Inflation gehört, aber hier den Volkswirtschaftler machen.

        Und Arbeitskraft gibt es auch nicht unbegrenzt, Steffen. Einfache Rechnung = Anzahl arbeitsfähiger Menschen x ( Stunden am Tag minus Stunden am Tag für Schlaf und sonstiges)

  4. der Johnny sagt:

    ja lost, besonders wenn der Emittent der puts zwischenzeitlich auch pleite gegangen ist

  5. lost sagt:

    Als mildtätiger Optimist habe ich mein gesamtes Hab und Gut in China investiert in langlaufende Hang Seng-Puts. Jetzt befolge ich Kostolanys Rat, lege mich schlafen, und wenn ich aufwache, bin ich reich.