Geschäftsklima: Deutsche Unternehmer wollen der Krise trotzen

Allen Erwartungen zum Trotz stieg der Ifo-Geschäftsklima-Index zum zweiten Mal in Folge. Die deutschen Unternehmer sind für das nächste halbe Jahr zuversichtlich – als einzige in Europa.

Im Gegensatz zu anderen Ländern der Eurozone kann Deutschland wieder auf ein paar positive Zahlen schauen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 106,6 Punkten im Vormonat auf 107,2 Punkte im Dezember. Damit kletterte er zum zweiten Mal in Folge und überraschte die Experten, die größtenteils mit einem Rückgang gerechnet haben. Grund für den Anstieg sind die Geschäftsperspektiven für die kommenden sechs Monate, die die Befragten besser einschätzten, die Einschätzung der gegenwärtigen Situation änderte sich indes nicht.

Die deutsche Stärke hat auch mit der Schwäche der anderen zu tun – ein Phänomen der Ungleichheit in der Euro-Zone, das Beobachter mit Skepsis sehen (eine ziemlich schlüssige Erklärung – hier). Vor allem in den südlichen Euroländern werfen die rigiden Sparprogramme ihre Schatten voraus.

In Italien fielen die Exporte um 3,2 Prozent, der größte Rückgang seit zwei Jahren. Selbst Finnland musste heute eine schlechte Neuigkeit verkraften: Das Land sieht sich einer beginnenden Rezession gegenüber – man rechnet nur mit 0,4 Prozent Wachstum des BIP im nächsten Jahr, obwohl die Regierung im Oktober noch 1,8 Prozent vorhersagte. Auch Irlands Büro für Statistik konnte am Montag keine positiven Zahlen vermelden. Die irische Wirtschaft ist im dritten Quartal weiter geschrumpft (mehr hier).

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Kommentare

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  1. Johannes Eber sagt:

    Einige Zeilen zum „Ifo-Geschäftsklima-Index“, der heute von der „mainstream-press“ mit großem „Gegacker“ veröffentlicht wurde:

    a.) die Umfrage ist in der Regel schon vor 2 Monate getätigt worden, das bedeutet, der „Index“ ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht mehr aktuell und repräsentativ oder anders gesagt, der „Index“ läuft der wirtschaftlichen Entwicklung immer hinterher.
    b.) es werden ausgewählte 7000 Unternehmen befragt; es ist unmöglich, hierauf die wirtschaftliche Gesamtlage in Deutschland zu analysieren.
    c.) die Mehrzahl der Unternehmer hat kein Wissen über die Makroökonomie.

    Resümee: Herr „Sinn“, der „Ifo-Geschäftsklima-Index ist „SCHWACHSINN, UNSINN, BLÖDSINN und IRRSINN.

  2. khaproperty sagt:

    Diese Sentiment-Umfragen sind mit Vorsicht zu genießen – es fehlt an Fakten und die aktuelle Stimmung (etwa wegen des bevorstehenden Weihnachtsfestes) beeinflußt das Ergebnis.
    Aktuelle Zahlen (!) im Lande und global sprechen eine andere und dramatische Sprache. Deutschland ist keine Insel.