EZB: Eine Bilanz wie Lehman vor dem Crash

Die Europäische Zentralbank weist eine Bilanzsumme von 3,2 Billionen Dollar auf. Das ist mehr als die amerikanische Notenbank, obwohl diese seit geraumer Zeit ganz offiziell Geld druckt. Beobachter beginnen, sich über die Stabilität der Bilanz der EZB Sorgen zu machen.

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Vergleicht man die Bilanzsumme der EZB mit der FED, so ist die Bilanz der Europäischen Zentralbank mit 3,2 Billionen Dollar bereits aufgeblasener als jene der seit jeher druckenden US-Notenbank (Fed), die ihre Bilanz auf 2,9 Billionen Dollar ausgeweitet hat. Hinzu kommt das hohe Leveraging der EZB. Hierbei wird das Eigenkapital durch Fremdkapital ersetzt, um Geschäfte durchzuführen, in Form eines Darlehens oder Kredits. Dieses Fremdkapital, das die EZB nutzt ist 30 Mal höher als das Eigenkapital der Bank. Eine Zahl, die auch Lehman Brothers kurz vor dem Konkurs aufwies (Chart am Ende des Artikels).

Außer den nackten Zahlen gibt es keine Informationen der EZB, welche Art von Assets sie hält und wie risikoreich diese sind. Dies könnte bald Investoren dazu veranlassen, die Fähigkeit der Bank, das Finanzsystem zu stützen, in Frage zu stellen – vor allem, weil die Bundesbank an die Grenzen ihrer Möglichkeiten angekommen zu sein scheint (mehr zu dieser bemerkenswerten Entwicklung – hier). Und so werden Investoren zwar, wie Bloomberg berichtet, anerkennen, dass die EZB den Banken Liquidität zur Verfügung stellt. Ihre eigene Leverage wird jedoch in Zukunft mit „wachsender Sorge“ beobachten – vor allem deswegen, weil nicht klar ist, welche Assets die EZB hält.

Weiter steigende Zinssätze auf Staatsanleihen der hoch verschuldeten Länder kann sich jedenfalls niemand mehr leisten. Der Think Tank Open Europe schätzt die Bestände der von der EZB gekauften Staatsanleihen auf derzeit rund 705 Milliarden Euro. Das ist fast doppelt so viel wie noch vor sechs Monaten (444 Milliarden Euro). „Das wirft neue Fragen über die Glaubwürdigkeit, Unabhängigkeit und potenzielle Verluste im Falle einer Staatspleite auf“, kommentiert der Think Tank die Zahlen.

Daher spekuliert nun Aneta Markowska, Analystin der Société Générale, dass am Ende die US-Notenbank damit beginnen könnte, europäische Staatsanleihen zu kaufen. Ihr Statut erlaubt ihr solche Aktionen. Ob dies allerdings politisch durchzusetzen ist, ist eine andere Frage. Wenn es den Staaten – in diesem Fall den USA wie auch Europa – nicht gelingt, ihr Volkswirtschaften über das radikal Sparen hinaus wieder zu Wachstum zu verhelfen, dann könnte ein solcher Schritt in der Tat eines Tages alternativlos sein.

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Kommentare

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  1. Achtsam sagt:

    Erst rettet der Staat Banken und bürgt für andere Banken. Dann bürgen Staaten für andere angeschlagene Staaten. Dann versucht die EZB über den sinnlosen Ankauf ihr Glück bei der Rettung.

    Am Ende Freunde, kommt auch die EZB ins Wanken.

    Die ungezügelten Märkte und das Geldsystem als solches zwingen Europa und den Rest der Welt in die Knie!

    Wer das Geldsystem mit Zins und Zinseszins verstanden hat, der weiß, warum das Ende des Systems naht. Weil es bereits mehrfach in der Geschichte zusammen brach.

    Im Moment wird nur versucht den drohenden Knall zu verschieben. Das kann auch noch eine Weile funktionieren, aber dann ist der Knall dafür umso heftiger.

    • Sparfuchser sagt:

      Siehe FED-Chef Bernanke, er warnt vor weltweitem Crash. Was tut die FED ?
      Was wird crashen? Das ist die Frage? Gibt es eine Hyperinflation oder Hyperdeflation?

  2. imperator sagt:

    Welche Assets die EZB hat ist sonnenklar: Altpapier !

    • maya2012 sagt:

      ,,,,stimmt und zwar jenes, welches für „hinterlistige Zwecke“ benutzt wurde.

      Übelriechende Grüße

      maya2012

  3. Inbrevi sagt:

    Zu Bart –// also alles nicht so schlimm- noch viel Luft nach oben?
    Oder wie soll das verstanden werden?
    Ich nehme allerdings an, daß Sie die Korrektur wirklich im Blick hatten!?