Euro-Krise erreicht Skandinavien

Die skandinavischen Länder bekommen die Euro-Krise zu spüren. Die Exporte seien stark zurückgegangen und das Wirtschaftswachstum werde im nächsten Jahr drastisch sinken, so die Riksbank in Stockholm. Norwegen und Schweden versuchen nun, über Zinssenkungen gegenzusteuern.

Zum ersten Mal seit Juli 2009 hat die schwedische Zentralbank, die Riksbank, den Hauptfinanzierungssatz um 25 Basispunkte auf 1,75 Prozent gesenkt. Weniger als eine Woche, nachdem in Norwegen der Zinssatz um 50 Basispunkte gesenkt wurde. „Die schwache, wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone hat auch einen dämpfenden Effekt auf die schwedische Wirtschaft, die sich abgekühlt hat“, erklärte die Riksbank in einem Presse-Statement ihre Maßnahme. Es habe einen Auftragsabfall bei den schwedischen Exportunternehmen gegeben und für das nächste Jahr werden noch schwächere Exporte erwartet.

Der schwedische Finanzminister, Anders Borg, geht von einem scharfen Rückgang der Wirtschaft im nächsten Jahr aus. Das Nationale Institut für Wirtschaftsforschung, ein schwedischer Think Tank, erwartet sogar, dass das Wachstum des Landes auf 0,5 Prozent sinken wird. Bezüglich der Zinssenkung sagte Carl Hammer von der SEB: „Wir werden in der ersten Hälfte des neuen Jahres weitere Kürzungen sehen, die uns auf 1,25 Prozent bringen“. Sollte der Inflationsdruck steigen, werden man die Kreditkosten allerdings stufenwiese wieder anheben müssen, erklärte die Riksbank.

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  1. boettcher.bochum sagt:

    Kenne mich zwar mit der schwedischen Wirtschaft nicht aus,(Expor/Imp. wohin/woher):Finde es aber erstaunlich,daß selbst Schweden unter der EUROkrise leidet.