Griechenland: Hotel-Sterben in Athen

Raub, Drogenhandel, Prostitution: Athens Zentrum hat immer neue Probleme mit der steigenden Kriminalität. Bisher galt Griechenland als eines der sichersten Länder Europas. Die Krise wirkt sich nun jedoch auch auf den Tourismus aus.

Die anhaltende Schuldenkrise Griechenlands hinterlässt nun in der Tourismusbranche ihre Spuren. Allein 18 Hotels in Athens Innenstadt mussten in diesem Jahr geschlossen werden, berichtet die griechische Hotelkammer (HCH). Der massive Rückgang der Buchungen, parallel die angestiegene Steuerlast der Hoteliers, aber vor allem die abnehmende Lebensqualität durch ständige Unruhen und Kriminalität hätten den Stein ins Rollen gebracht, schreibt die Zeitung Kathimerini. So sei das derzeitige Bild Athens geprägt durch Raubüberfälle, Drogenhandel und Gewaltdelikte – dies sei vor allem bei Jugendlichen zu beobachten (mehr hier).

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Athens Bürgermeister Giorgos Kaminis warnte HCH-Präsident Giorgos Tsakiris vor der Schließung weiterer Hotels im nächsten Jahr, wenn die steigende Kriminalität im Zentrum Athens nicht unter Kontrolle gebracht werde. Tsakiris gibt vor allem dem Bürgerschutzministerium die Schuld für den Niedergang Athens. Er wirft den Behörden Teilnahmslosigkeit vor, die zugelassen hat, dass Athen „Verbrechen und Übertretungen des Gesetzes zum Opfer gefallen ist“. Seine Forderung: Mehr Kontrolle.

Als Reaktion auf die Entwicklung erklärte Athens Bürgermeister Kaminis, dass er und Premierminister Lucas Papademos bemüht seien ein Gesetz für die „Rettung Athens“ auszuarbeiten. Er betont die Notwendigkeit der besseren Koordinierung zwischen Zentralregierung und lokalen Behörden: „Die Gemeinde hat die Strukturen – die anderen haben die Mittel“, um die Kriminalität zu zügeln und die Rahmenbedingungen zu verbessern.

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Kommentare

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  1. Ösi sagt:

    Vielleicht sollte die Griechenlandhilfe so aussehen, dass der Urlaub da mit 50% gesponsert wird vom helfenden Staat? Da hätten viele wohl gleich mehr Verständnis für „Hilfe“.

    So einfach könnts sein.

  2. Stephan von Arx sagt:

    Das ist sehr bedauerlich. Ich verstehe einfach nicht warum sie von Griechenland reden. Sie berichten über die Hauptstadt Athen. Auf den vielen Inseln ist die Situation nicht überall so! LG Grüsse aus der Ägäis und schöne Weihnachten! Stephan von Arx

  3. Colella Giuseppe sagt:

    @dav

    Ob Forderungen oder Verbindichkeiten,es sind immer unbezahlte Leistungen der Vergangenheit ,die ausgelichen werden müssen,dabei ist die Höhe nicht der entscheidende Faktor,sodern der Vorsatz und die Geschwindigkeit der Bezahlung der unbezahlten Leistung eines Jeden bei der ersten Möglichkeit.

    MfG

  4. Demokratie - Der falsche Gott auch in Griechenland sagt:

    Die Demokratie in ihrer heutigen Form ist nicht zu retten. Die „heilige Demokratie“ bedeutet in Wahrheit die Herrschaft der (anglo-amerikanischen & europäischen) Hochfinanz, seit dem Fall der meisten Monarchien in Europa vor ca. 100 Jahren. Das schuldenbasierte Papier- und Giralgeld ist der ziemlich perfekte und auch perfide Ausplünderungs- und Versklavungsmechanismus in Bezug auf die Bevölkerung in der Demokratie, vorzugsweise auch noch verwendet um weitere Versklavungskriege in aller Welt zu finanzieren (Vietnam, Irak, Afghanistan, Libyen,…). Mal zum Thema folgendes lesen: Hans-Hermann Hoppe: Demokratie. Der Gott, der keiner ist:
    http://www.amazon.de/Demokratie-Gott-keiner-Hans-Hermann-Hoppe/dp/3933497868
    oder Fracis Parker-Yockey: Imperium, http://www.amazon.de/Imperium-Francis-Parker-Yockey/dp/061550597X/
    Vielleicht geht dann dem Einen oder Anderen doch noch der Seifensieder auf, was Demokratie als heute fast „gottgleiche Institution“, seit dem Ende des WKII in Wahrheit darstellt und wer die – immer offensichtlicher – korrupten und unfähigen Demokratie-Politkasper, die im Vordergrund spielen, eigentlich steuert.

  5. well well sagt:

    solange die Korruption in GR von fast jedem aktzeptiert wird und ein Teil des gesellschaftlichen Lebens bleibt, bleibt auch das Land wo es schon vor der EU war, ein stiller Mafiastaat … die Menschen sind herzlich und meistens freundlich … allerdings wenn es ums Geschaeft geht, dann hoert die Gutherzigkeit sehr schnell auf … keiner braucht auf die boesen Grossen etc schimpfen, obwohl die natuerlich alles verschlimmern, die Ursache des Dramas ist die persoenliche, unmoralische Einstellung zum Geschaeftsleben … Korruption hoehlt den ganzen Staat aus und verarmt die Menschen … das ist das einzige Grunduebel in Griechenland … der Rest eine Folge des Grosskapitals, wie Banken und zu allen Zeiten durch die Geschichte bis Alex den Grossblabla, das mit solcher Einstellung eingeladen wird …

  6. hunsrückbäuerlein sagt:

    occupy hotels

  7. Colella Giuseppe sagt:

    Mein griechischer Freund überlegte wie das Schuldenproblem in seiner Heimat gelöst wird.

    Seine Lösung

    er erklärte mir

    In Athen ist da ein Hotel,es kommt ein Gast,fragt was kostet eine Übernachtung-der Hotelier sagt -es kostet 100 Euro,Der Gast gibt dem Hotelbesitzer 100 Euro-und geht auf sein Zimmer.
    Der Hotelier hat 100 Euro Schulden beim Metzger,zahlt ihm die 100 euro.
    Der Metzger hat 100 Euro Schulden beim Gemüsehändler,der Metzger gibt dem Gemüsehändler die 100 Euro.
    Dieser Gemüsehändler hat wiederum 100 Euro Schulden bei einer käuflichen Dame,und gibt ihr die 100 Euro.
    Diese Dame wiederum hat 100 Euro Schulden bei dem obigen Hotelier ,sie begleicht diese und gibt ihm 100 Euro.
    Nach einiger Zeit kommt der Gast runter und sagt- das Zimmer gefällt mir nicht,geben sie mir bitte wieder mein Geld.Der Hotelier gibt dem Gast seine 100 Euro zurück.

    Siehst du alle Schulden sind weg und keiner hatte einen Schaden,meinte er.
    Weiss jemand wo die Schulden geblieben sind?(das Rätsel)

  8. dparvus sagt:

    Es wird nicht mehr lange dauern, dann herrscht blanke Anarchie.

    Zu verhindern ist das nicht mehr, ohne einen Neuanfang, nicht mit dem Euro, nicht mit der Ausbeutung durch Finanzwelt und EUdSSR.

    Wer hätte die notwendige Autorität für eine Rettung der Demokratie?

  9. malocher: sagt:

    Frieden und Wohlstand allen mit dem Euro!!!!

  10. Fernfahrer Willi sagt:

    Wenn dergleichen Zustände Deutschland erreichen wird Schäubles größte Sorge sein, dass bei Einbrüchen und Raubüberfällen die Beute gemeinhin nicht versteuert wird und also dem Staat Milliarden entgehen. Vielleicht führt dies schon bald zur Einführung der Klau-Steuer für Diebe und Einbrecher.

    • TheRevolutionIsMine sagt:

      Waaas?
      Nein, wir machen eine Pauschalabgabe, wie bei der GEZ ab 2013. Da jeder Deutsche ja mal was klauen könnte, sollte man da gleich auch jeden Deutschen besteuern. Bringt doch viel mehr!