Entwicklungs-Minister: Italien ist längst in einer Rezession

Die italienische Wirtschaft schrumpft. Der italienische Entwicklungsminister legte am Donnerstag sehr schlechte Zahlen vor. Das aktuelle Sparpaket wird diese Entwicklung wohl noch verstärken. Die Sanierung Italiens wird damit immer schwieriger.

Italien steht offenkundig am Beginn seiner fünften Rezession seit dem Jahr 2001. Das Bruttoinlandsprodukt ist im dritten Quartal um 0,2 Prozent gesunken. Dies geht aus den Zahlen hervor, die kürzlich das italienische Amt für Statistik veröffentlichte. Die Sparmaßnahmen unter der Regierung von Premierminister Mario Monti wird diese Entwicklung wohl noch verstärken (auch ziemlich abwegige Maßnahmen helfen hier nicht – mehr hier).

Schon jetzt haben die Italiener nämlich begonnen, aus Sorge vor der Krise massiv zu sparen: Der Konsum ist zurückgegangen. Es wurde weniger für Investitionen ausgegeben und weniger Waren importiert. Dies seien auch die Hauptgründe für den Rückgang der BIP, sagte UniCredit Ökonomin Chiara Corsa dem Nachrichtendienst Bloomberg.

Italiens Wirtschaft schrumpft damit das erste Mal seit Ende des Jahres 2009. Noch im Vormonat war die Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent gestiegen. Doch Experten erwarten ein noch deutlicheres Schrumpfen der Wirtschaft: „Da wir für das vierte Quartal mit einem noch deutlicheren Rückgang von 0,6 Prozent rechnen, ist Italien technisch gesehen in eine Rezession eingetreten“, sagte Corsa.

Bereits vor einer Woche präsentierte der italienische Arbeitgeberverband eine Prognose, die im ersten Halbjahr 2011 mit einem sinkenden BIP rechnet. Sollte es auch im dritten Quartal des kommenden Jahres sinken, wäre man in einer Rezession hieß es von den Arbeitgebern.

Der Entwicklungsminister Corrado Passera sieht das anders: „Wir sind längst in einer Rezession. Schauen sie sich die Zahlen an: Wir sind in einer Rezession. Der Wirtschaft geht es schlechter, als die Regierung erwartet hat.“ sagte er Bloomberg.

Noch diese Woche will die Regierung das 30 Milliarden schwere Notbudget verabschieden. Es soll die Staatsschulden eindämmen und die Zinsen für Staatsanleihen senken (zuletzt vertraute der Markt wenig in die Krisenregierung von Mario Monti – mehr hier). Das Notbudget ist bereits das dritte Sparpaket in diesem Jahr. Es soll das Staatsfinanzen bis zum Jahr 2013 ausgleichen.

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Kommentare

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  1. Autofokus sagt:

    Schaut Euch mal den Gesichtsausdruck vom höchsten Europäer van Rompuy an !
    Sieht er etwa seine Felle schon davonschmimmen, oder wartet er auf Instruktionen seiner Einflüsterer ?

  2. Hans-Peter sagt:

    Vielleicht sollte man nicht nur immer in den Süden schauen.12 Millionen deutsche Bürger leben bereits in Armut oder sind unmittelbar von Ihr bedroht.

    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-12/armut-bericht-deutschland

    Und dies sind nur die offiziellen Zahlen.Trotz den „Superaufschwungs“ von dem wir seit 2 Jahren täglich in den Massenmedien hören.Oder kann es sein das man hier nur mit Statistiken trickst und wir ebenfalls schon längst in einer Rezession stecken?“German statistics“??

    Mal abgesehen davon.Die Italiener (und auch die Griechen) haben weit aus geringere Privatschulden als die Briten,Spanier,Holländer und auch als z.B. die Deutschen.Dafür aber besitzen sie ein mehrfaches ihres Bruttosozialproduktes in Immobilien.Abbezahlt!Von den „Pleite-Griechen“(Springer) und den „Ciao-Bella“(Spiegel)-Italilienern wird nur ein sehr kleiner Teil der Menschen auf der Straße landen wenn das System crasht.

    Ich fürchte mich viel mehr um das was hier eines nicht allzu fernen Tages auf den Straßen passieren wird.50% der Bundesbürger besitzen nichts.Nur das Geld auf der Bank was ihnen aber schon morgen weginflationiert wird.

    Wie gesagt.Horrormeldungen aus dem südlichen Teil der Eurozone lenken zwar schön von unserer eigenen Misere ab.Aber an den Tatsachen ändern tun sie nicht.

    • Michele sagt:

      So kommt die Bank zu Geld, das Goverment zieht den kürzeren zu Lasten der Steuerzahler. Und wenn es kracht, dann kriegt die EZB die Securities, nicht wahr?

      Letztendlich eine neue Variante des Schuldenmachens.

      Gehts noch? Schulden haben alle bereits viel zu viel. Doch Not macht erfinderisch.

  3. hunsrückbäuerlein sagt:

    nä, tatsächlich, na wer hätte das denn gedacht, gar befürchtet, erwartet?

    die weitsicht europäischer politiker endet offensichtlich an der klotür auf dem sie gerade sitzen. und da da leider kein herzchen drin ist, kann man auch nicht mal eben nach GR, Portugal, Spanien gucken um zu sehen was Italien blühen könnte und übrigens auch uns in D demnächst, wenn alle anderen pleite sind, blüht….

    Rentner werden betteln und verhungern oder wenn sie schlau sind eine bank überfallen und sich gegen freie kost und logis, sowie gute medizinische versorgungm einbuchten lassen.

    kinder werden wieder im wald holz sammeln geschickt, müssen für den schulunterricht einstück holz mitbringen oder kalt sitzen und für den lehrer mal ein brot oder eine wurst….

    ach, das kommt mir bekannt vor, stimmt, meine oma erzählte immer davon, damals 1914-18 und 1929-49, ja, es scheint wieder an der zeit zu sein, dass eine generation partout ihre erfahrung machen will.

  4. lost sagt:

    14 Uhr 18 – Sage war Banales, und haue besser neben den Nagel, sonst wird der Kommentar nicht veröffentlicht?

    Spätere Kommentare sind drinnen!

    Ich denke, dass die Teilnehmer alt genug sind und intelligent, dass sie nicht beschützt werden müssen.

    Jede noch so klare Bestimmung kann in irgendeiner Weise falsch ausgelegt werden. Ist man einmal entschlossen, sein Wort zu brechen, so findet man leicht einen Vorwand (Ludwig XIV. der Sonnenkönig).

    • redakteur sagt:

      Fäkalausdrücke, Ankündigungen von oder Aufforderungen zu Straftaten, Rassismus, Verhöhungen wegen körperlicher Gebrechen etc. oder grob beleidigende Kommentare veröffentlichen wir nicht. Dafür bitte andere Foren wählen oder selbst eine Seite aufmachen. Die Redaktion

  5. Meinung sagt:

    die Lösung ist für die Welt ganz einfach…. Antizins system anstelle eines Zinseszins system incl.Korrupten Banker…

  6. Meinung sagt:

    Was wird den da erwartet…??

    Vielleicht sollte man auch soooo richtig gebildete Leute an die Regierung lassen,
    und nicht so dämliche Banker….vor der Rente ,die sich die Altersvorsorge noch einmal richtig aufhübschen wollen.

  7. Toni-Ketzer sagt:

    Zukunftsmärkte:
    Durch die Optimierung der Automation, zzgl. der Logistik, zzgl. der Information, zzgl. dem Wissen um die Verfahrenstechnik, wird jedes nur handelbare Produkt, Erzeugnis oder Dienstleistung,- durch ein dadurch entstehendes Überangebot an Leistungsbereitschaft schlicht entwertet. Die Problematik liegt somit gewiß nicht in der möglichen Wirtschaftsleistung einer Nation, sondern letztlich in der Sättigung der Märkte. Ferner wächst das wirkliche Problem um die Beschaffung der Rohstoffe zu einer Katastrophe besonderer Art heran. Aufgrund dieser neuzeitlichen Umstände könnten sehr viele Menschen schlicht das Leben verlieren.
    Wer glaubt das der Zusammenbruch des EURO oder des US-Dollar irgend ein Problem löst, jener wird sich noch umschauen. Allgemein; Denn fällt der Wert einer zu erbringenden Leistung, dann fällt auch der Wert eines leistenden Menschen, zugleich das Leben von Mitmenschen.

    • Michele sagt:

      Mien Ansicht:

      Mir war schon immer klar, dass Personen mit Automaten in Präzision und Geschwindigkeit nicht mithalten können. Das wissen die Maschinen-Eigner ganz genau. (Mit noch etwas Ausnahmen in China)

      Ergo: Steuer auf Maschinen (Maschinensteuer) hochfahren, Steuer auf Arbeit (Lohnsteuer) streichen! Der unterschiedliche mit Geld bewertete Leistungsgrad würde vermindert. Die Kaufkraft würde steigen. Ramsch würde mehr ignoriert.

      Der Wert des leistenden Mensche wäre wieder etwas aufgewertet.Das Stellrädchen dazu liegt bei der Abgabenpolitik des Staates.

      Die Ankurbelung der Wirtschaft mit immer raffinierteren Schuldenmach-Methoden hat natürlich momentan alle im Griff, und da kann man nur gespannt sein, ob der laufende Prozess umkehrbar ist. Die Finazhebelungen aufgrund der Zins-Gier hat zudem wahrscheinlich bereits auch zuviel in Einseitigkeit gebracht.

      Hoffentlich kippt der Turm zu Pisa nicht….

  8. uhupardo sagt:

    Ist doch nichts passiert! Da sich die Banken heute derart vollgesogen haben, können sie bald wenigstens die Kreditausfallversicherungen für die italienischen Staatsanleihen bezahlen, wenn das Land, das sich über den IWF selbst retten soll, trotzdem den Bach runter geht. Eine gewisse kabarettistsiche Note kann man dem Ganzen wahrlich nicht mehr absprechen.

    Es sieht ein bisschen so aus, als werde alles getan, um den Menschen noch einmal halbwegs ruhige Feiertage zu verschaffen, bevor der Tsunami endgültig die Küsten erwischt.
    http://uhupardo.wordpress.com/2011/12/21/weihnachtsgeschenk-der-ezb-500-milliarden-fur-die-banken/

  9. Afreakana sagt:

    Ich würde mir mal wünschen, daß nicht immer die beschönigende Vokabel Sparpaket benutzt wird, wenn es glasklar um Kürzungen geht. Weil wenn ich spare, dann bleibt irgendwann was übrig. Und wenn die sparen, dann haben alle immer weniger. Schon seltsam, oder?