US-Geldmarktfonds kürzen Kredite für europäische Banken

Die größten Geldmarktfonds der USA haben die vergebenen Kredite an europäische Banken auf ein Rekordtief reduziert. Die Fonds konzentrieren sich indes vermehrt auf US-Schatzbriefe und Staatsanleihen.

Die gemeinsame Senkung der Zinssetzung durch mehrere Zentralbanken sollte die Dollarknappheit bekämpfen (mehr hier). Doch die europäischen Banken stehen jetzt vor einem neuen Dollar-Problem. Die zehn größten Geldmarktfonds, so die Financial Times mit Blick auf die veröffentlichten Daten der Ratingagentur Fitch, haben ihre kurzfristigen Kreditvergabe für europäische Banken gekürzt. Diese verringerte sich in der Zeit von Ende Oktober bis Ende November um vier Prozent und macht so bei den Geldmarktfonds nur noch ungefähr ein Drittel der Bilanzsumme im Wert von 645 Milliarden Dollar aus.

In derselben Zeit haben die amerikanischen Geldmarktfonds allerding ihre Bestände von US-Schatzbriefen und Staatsanleihen auf insgesamt 18,7 Prozent gemessen an ihrer Bilanzsumme angehoben. Zuletzt waren sie in der ersten Hälfte des Jahres 2009 vergleichsweise hoch (20 Prozent). „So viel Geld zu einem so niedrigen Zinssatz in Schatzbriefe und Staatsanleihen zu investieren, illustriert wie risikoscheu die Geldmarktfonds im Moment sind“, sagt Robert Grossmann von Fitch. Dies zeigt sich auch in dem leichten Anstieg der abgesicherten Kredite, die die Fonds an Banken in der EU vergeben haben.

Die europäischen Banken sind aufgrund ihrer riesigen Portfolios von in Dollar gezeichneten Anleihen auf die kurzfristigen Kredite der Geldmarkfonds angewiesen. Eine Finanzierung dieser Anleihen wird sonst schwierig. Auch wenn die Zentralbanken bereits überlegen, selbst die Dollar-Finanzierungslücke zu schließen, bemühen sich viele europäische Banken bereits, diese Anleihen zu verkaufen, um den Finanzdruck etwas entgegenzusetzen.

So fiel beispielsweise die Kreditvergabe der Geldmarktfonds an französische Banken zwischen Oktober und November um 63 Prozent. Die großen französischen Banken wie BNP Paribas, Société Générale, Crédit Agricole und Groupe BPCE versuchen nun, auf andere Weise das benötigte Geld zur Finanzierung zu erhalten. Sie verkaufen ihre Schulden mit strukturierten Produkten und der Ausgabe von Anleihen, die mit Hypotheken auf Immobilien in Paris oder an der Cote-d’Azur abgesichert sind, schreibt Bloomberg.

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Kommentare

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  1. Zeitzeuge sagt:

    Ah, Ausverkauf in Frankreich? . ))))))))))))))) (tränenlach)

  2. PITderAdler sagt:

    HaHaHa. Die Ami Banken sind pleiter als pleite. Wo nichts ist, kann nichts werden. Sie kännten ja noch die Lügen mit einer Lüge über Lügen (XXXL(üge).

  3. khaproperty sagt:

    In der Tat versucht die EZB auch dem „drain“ der Geldmarktfonds bei den EU-Banken entgegenzuwirken neben der erklärten Erwartung, daß nun ordentlich PIIGS-Bonds von ihnen gekauft werden. Das wird nur in geringem Umfang geschehen können, weil das leicht verdiente Geld andererseits den Bestand der Banken zusätzlich gefährdet, denn ihnen droht die Pleite, ginge der eine oder andere PIIGS-Staat in die Insolvenz oder auch nur in die Richtung. Und auf diesem Weg sind mittlerweile alle 17.

    Es hilft eben nichts, wenn der eine tote Mann dem andern toten Mann was aus der Tasche nimmt. Es wären doch immer nur Euro – und die sind (tendenziell) immer weniger wert. Mit derartigen Tricks, wie etwa auch der Finanzierung der PIIGS über den IWF mit zusätzlichen Krediten in vielen hundert Milliardenhöhe, schadet man sowohl den wenigen noch halbwegs potenten Staaten unendlich wie auch den PIIGS damit der Rest gegeben wird, weil kein Mensch auf der Welt dieses Theater für seriös halten kann, auch wenn es Merkel/Schäuble in ihrer Einfalt gern hätten.

  4. hunsrückbäuerlein sagt:

    Patrioten Europas, so es die denn gibt? analysiert mal, welches kreditvolumen welchen eurolandes zum höchsten %-satz mit CDS versichert ist, die von us-Banken gehalten werden und dann fädelt bitte einen haircut ein, bei dem die CDS fällig werden, damit dieses selbstgefällige pack jenseits des atlantiks endlich mal eine in die fresse kriegt.

    aber bitte sorgfältig, auf ein paar tage kommt es nicht an, aber so gleich anfang januar wäre nicht schlecht, wenn nicht nur AIG, sonder auch GS oder BoA eine rein kriegen. Mal gucken, was dann passiert, ob der ami dann gleich atomraketen als vergeltung schickt?